Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 56)
- Language
- German
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in Pumbadita, soll sogar Schulhaupt der dortigen Akademie gewesen sein, währenddem das Rectorat von Sora unbesezt war72), und ebenfalls den Talmud mit eigenen Hinzufügungen bereichert haben 73). Rabai war der Nachfolger Simuna’s und wenn es sich bestätigt, dass dieser 540 gestorben, so konnte man, zumal er ein hohes Lebenalter erreicht haben soll, in Rabai den alleinigen Träger der Gesezeskunde während der nun folgenden, durch mehrere Jahrzehnte sich erstreckenden, Stillstandsperiode betrachten. Er und der kleine Kreis von Jüngern und Lehrgenossen, die er um sich schaarte, bildeten damals eine Oase mitten in der Wüste, in welche das einst so blühende Gefilde des Geisteslebens in Babylonien sich nunmehr verwandelt hatte. Die Niederschreibung des Talmuds, durch welche der aus den מרבנן בתראי. Der Ausdruck בתראי steht nach ihr in keiner Relation zu dem Yorhergesagten. Scherira, dem es hier überhaupt nicht um die Herstellung der chronologischen Reihenfolge zu thun ist, berichtet nur im Allgemeinen, ״dass manche Partieen des Talmuds von späteren (nachamoräischen) Gelehrten stammen.“ — Das Städtchen Rob (רוב) ist vielleicht identisch mit Rab, am östliehen Ufer des Euphrat (d. It. Joh. Neuberie bei Joh. de Laet deseriptis Persiae ed. Leyden 1693 pag. 269). 72} Scherira (ed. Mainz S. 28) ואמרו רבנן דגאון הוד, זאורץ־ בשני Das Wort רבנן haben auch noch der Schullam’sche Text und das Citat in Kore ha־Dorot 2 a, wo auch שביה nach טובא. Die Angabe, dass er ״nach Einigen Gaon gewesen sei“, wird p, 38 wiederholt. Wenn Rabai R. Simuna’s Nachfolger gewesen wäre, was annehmbar ist, denn in Pumbadita war er jedenfalls (רב רבאי מרוב מן מתיבתא דילנא), so wäre er 540 in das Amt eines Schulhauptes eingetreten. Dass er ein solches bekleidete, ist aber nicht gewiss. Der Titel באון war, obwol er hier gebraucht wird, sicherlich dieser Zeit noch fremd. Seherira bedient sich desselben selbst für Schulhäupter der amoräischen Zeit, vgl. Ed. Wallerstein p. 17 דמן כד בחת בפשיד, דר, חס ד א לא הוד, גאון בסורא und, b בתר רב נחמן בר יצחק מלכו בפומבדיתא במה גאונים ר* אשי גאון סורא. Aus den! Gebrauche desselben lässt sich also nicht darauf schliessen, dass man Rabai als das erste den Titel Gaon führende Schulhaupt bezeichnen wollte. 78) Synh. 43 a nach זאם אין מתנדבות משל מי las Scherira (ed. Mainz, S. 28) אמר רב רבאי מרוב משל צבור משום שנאמר תנו שכר. Der Wallerstein’sche Text (vgl. auch Juch. S. 113b) hat dafür תרגמה רב רבאי מרוב מסתברא משל צבור. Im Talmudtexte lautet die betreffende Stelle הא ודאי מסהברא משל צבור ביון דכתיב תנו מדידהו. Die Worte הא ודאי, die aus אייר ר בא י entstanden und nicht nur liier überflüssig, sondern auch in dieser Verbindung dem talmudischen Sprachidiome fremd sind, feien in Jalkut II, 964. Die Authenticität des Scherira’schen Textes ist fast unbezweifelbar.