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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1876-01-01 · II. (1876) · page 54

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
II. (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 54)
Language
German
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— 48 einer Frau liegt, wieder der der Heiligung, den die rabbinische Be- Zeichnung des Ehebündnisses in sich trägt, zugesellt. In den Zusäzen der jüngeren Saboräer herrscht ein anderer Ton und auch ein anderer Geist als in den ainoräischen Discussionen, Die Mischna wird nicht als ein mündlich überlieferter Lehrstoff nach ihrem reellen Gehalte in lebendiger Discussion besprochen, sondem als ein in schriftlicher Fassuug vorliegendes Werk ihrem Wortlaute nach interpretirt.65) Es werden die verschiedenen Ausdrucksweisen für denselben Begriff mit einander verglichen66) und sprachliche Zweideutigkeiten auf ihren Grund zurückgeführt, der allerdings zuweilen etwas gesucht bleibt, aber doch geistvolle Invention und feines Unterscheidungsvermögen durchblicken lässt.67) Wir begegnen in den deutero-saboräischen Erklärungen manchmal einer so systematischen, die Analogieen überblickenden Kenntniss der Ilalacha, wie Jahrhunderte später Nissim b. Jakob in ihr den Schlüssel zum Verständnisse der talmudischen Lehrsäze und Discussionen findet.68) Es ist nicht bekannt, wie lange R. Giza und R. Simuna, die als der ״Schluss der Sebara“69) d. i. als die lezten Saboräer bezeichnet werden, gewirkt 65) In Kid. wird ein Grund dafür gesucht, warum die Mischna שלש und nicht שלשה hat, warum sie den Ausdruck דרכים und nicht דברים gebraucht, in Jeb. darnach gefragt, warum אוסרות und nicht פוטרות gesagt wird. Auch die Reihenfolge der in der Mischna angeführten Fälle ist Gegenstand der Discussion, vgl Jeb., Ned. und Nas. a. a. 0. 66) In Kid. קונה und מקדש u. a. 67) In Kid. wird zur Sprache gebracht, warum דרך in der Bibel wie auch im Neuhebräischen bald als Masculinum bald als Femininum erscheint. Die zwei einander zur Vergleichung gegenübergesteliten Pentateuchstellen sind .הדרך אשר ילכו בר (Exod. 18,20) und _בדרך אחד . . . ובשבעה דרכים (Deuteronom. 28,7). In ersterer musste דרך femininum sein, weil es metaphorisch für תורה gebraucht ist, in letzterer mascul., weü es einen Kriegszug bezeichnet, an dem doch nur Männer theilnemen. Auch in der Misclinah ist דרך , wo von Männern die Rede ist, in masculinem, wo von Frauen, in femin. Gebrauche. 68) Man vgl. Jeb., Ned. und Nasir a. a. 0. und Nissim Mafteach ed. Goldenthal 3 b ff. 69) ר׳ גידא ור׳ סימונא סוף סברא (dreimal in Seder Tanaim); die Bezeichnung von Gidda und Simuna als Deutero-Saboräer (רבנן סבוראי בתראי Anm. 59) hat, da בחראי ebenso die ״zweiten“ wie die ״lezten“ heissen kann, die

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