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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1876-01-01 · II. (1876) · page 53

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
II. (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 53)
Language
German
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Die vorzugsweise Beschäftigung der jüngeren Saboräer mit den eherechtlichen Tractaten des Talmuds steht mit den Ereignissen, welche in ihrer Jugend an ihnen vorübergegangen waren, in geschichtlichem Zusammenhänge. Der Frauencommunismus, den die unter der Regierung Kobad’s so mächtige Partei der Mazdakijah auf ihre Fahne geschrieben hatte, hatte in manchen Kreisen das Familienleben bis in seine tiefsten Fundamente erschüttert und die Vorstellungen von der bindenden Kraft der Ehe um ein Bedeutendes gelockert. Es mussten daher einerseits Bestimmungen getroffen werden, durch welche die Festigkeit des geschlossenen Ehebundes deutlicher hervortrat, andrerseits durch eine auf den Wortlaut der alten Vorschriften sich stüzende Betrachtung des durch einen solchen geschaffenen Verhältnisses die Bedeutung desselben dem Bewusstsein des Volkes näher gerückt werden. Die früher nur vierwöchentliche Bedenkzeit, die der Verfasserin gegönnt war, wurde jezt auf ein Jahr ausgedehnt und dem Begriffe des Kaufes, der nach dem Wortlaute der Mischna in der Anheiratung räisch bezeichneten Partie gehalten, dass die Vermutung eines gleichen Ur- Sprungs als gesichert angesehen werden darf. Uebrigens gibt Scherira durch die Schlussworte ודזוד מינה נמי (vgl. deren Erklärung in Jahrb. I S. 215, 216) ״und dergleichen mehrere“ hiefiir eine Andeutung, welche diese Vermutung zur Gewissheit erhebt. Der specielle Beweis dafür liegt in den gleichlautenden Ausdrücken und dem änlichen Gange der Discussion. Als Parallelen heben wir hervor: מאי שנא הבא . . . ומ״ש ד.הם (Kid., Ned., ähnlich Erub., Ned., Scheb.) ומאי אירי א דתני. . . ליתני (Kid., Jeb.) מנייגא למעוטי מאי (Kid., Jeb.) מבדי (Jeb., Sota, Nasir, Scheb). כוון דאתיא מדרשא חביבא ליה (Jeb., Ned., Nas.) סליק (Ned., Nas., Sota, Scheb). In Iüd. 1. c. legen die Saboräer ihre Anschauungen über die Ehe dar. (מקדש ״ (. . . דאסר לה אכולא עלמאDer rabbinische Ausdruck ״kiddesch“ (heiligen) besagt, dass der Mann durch die Ehe die Frau gleichsam zu einem heiligen Weihegute macht, das der übrigen Welt nicht mehr angehören darf“ אי תני ״ .קונה ה״א אפילו בע״ב תנא האשד. נקנת רמדעתה אין שלא מדעתה לאWenn die Mischna gesagt hätte: ״Der Mann erwirbt (die Frau)“ hätte man meinen können: auch zwangsweise; darum sagt sie: ״die Frau wird erworben (oder vielmehr in reflexivem Sinne: stellt sich in den Besiz des Mannes), durch ihre Einwilligung ja, ohne ihre Einwilligung nicht.“)

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