Mannheim
Compact Memory

Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1876-01-01 · II. (1876) · page 47

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
II. (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 47)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2418846-2418849--0300-2419188
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Unter dem Sonnenglanze der neuen Regierung konnte der verdorrte Stamm der babylonischen Judenbeit wieder neue Knospen treiben. Die Lehrhäuser konnten ihre Thätigkeit wieder aufnehmen, die zerstreuten Jünger sich wieder sammeln. Von den versprengten Gliedern des Exilarchenhauses kehrten mehrere wieder zurück. Dreissig Jahre nach Mar Sutra’s Hinrichtung kam Mar Ahunai, der sich damals geflüchtet, wieder in die Heimat und richtete das Exilarchat wieder auf (545).56) Früher noch hatte R. Giza, der in Nahr-Sabus ein Asyl gefunden hatte, sich nach Babylonien zurückbegeben 57). Er besezte sich in Sora, währenddem Pumbadita in R. Simuna ein Schulhaupt erhielt 58). Diese Männer vermochten es zwar nicht, der ermatteten Regsamkeit des Geistes in den babylonischen Schulen wiederum neuen Schwung zu verleihen, das Gesezesstudium wieder wie ehedem zu einem Lebenselemente des Volkes zu machen, allein sie wussten den Rest der Kundigen um sieh zu schaaren, um mit ihnen die verlassenen Wege wieder einzuschlagen, das durch die Ereignisse unterbrochene Werk der ersten Saboräergeneration wieder aufzunemen. Die Ernte auf dem Felde, auf dem die Geistesfrucht der Amoräer 56) Kl. Chr.זתלתון שנין לא יבול מר אהונאי לגלויי אגפי. Der Name R. Ahunai’s erscheint auch in anderer Form in der Reihe der Exilarchen bei Jefet b. Said (Wolf notitia Karaeorum p. 110) ור' חנניה מפרה לר׳ בפנאי ור׳ בפנאי מסרה לר׳ הנינאי בנו. In Dod Mordechai (ed. Wien 11b vgl. Juchasin, ed. Königsb. 118b) lautet dieses Stück .. . ורב חוגי הנשיא מפרה לד' בפנאי. Sonst steht für ersteren Namen Huna Mar (das. S. 21) oder Abba Mar (Pinsker Likute II, 53; der Name הנניה und חוגי, der unmittelbar vor Kafnai genannt wird, scheint auf Mar Ahunai hinzuweisen, den Exilarchen, der als Vorgänger Kafnai’s die exilarchische Würde wieder herstellte). 57) Kl. Chr. ומר ר' גיזא אחוי דאבוחץ דבית מר רב נהילאי אזיל ויתיב בנהר צבא. Die Identität R. Giza’s mit R Gada (oder R. Giza) des S. Tan., der bei Scherira ר׳ עיוא heisst, hat bereits Grätz 5 S. 424 angenommen. Die Varianten dieses Namens haben ihren Ursprung in dem schwankenden phoetischen Gehalte der in ihm vorkommenden Consonanten. Die Verwechslung von ע und ג wie die von ד und ז ist bei den Juden, deren Vulgärsprache bald nach Gründung des Chalifenreiches das Arabische wurde, leicht erklärlich. Sonach beruht nur das נ für ז in der Namensform עינא bei Scherira auf einem Schreibfeier, den er um so leichter begehen konnte, als schon in früherer Zeit ein Amora ר׳ עיגא hiess. 58) Scherira S. 38.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.