Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
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Stammesgenossen zu erkämpfen. Babylonien, von wo aus zum ersten Male dem jüdischen Staatswesen der Untergang bereitet wurde, war ein jüdisches Königreich geworden, und seine Bewohner mussten an einen jüdischen Exilsfürsten Abgaben entrichten. Eine feurige Erscheinung, die damals am nächtlichen Himmel sich zeigte und wie eine Luftsäule zur Erde herabhieng, hielt man für ein Zeichen göttlicher Hilfe, das den Sieg Mar Sutra’s bedeute. Sieben Jahre hindurch hatte der jugendliche Exilsfürst seine Unabhängigkeit von der persisehen Oberherrschaft behauptet, aber der Zendikismus war auch in die Reihen der Seinen eingedrungen; besonders hatten die aus nichtjüdischen Stämmen angeworbenen Truppen sich dem Trünke und der Wollust ergeben, und so fiel er mehr durch Verrat als durch eine offene Niederlage in die Hände des Perserkönigs, der ihn nebst seinem Grossvater, dem gelehrten Mar Chanina, der sein Erzieher und Ratgeber gewesen, an der Brücke von Machuza hinrichten liess.48) Der Pulsschlag des inneren Geisteslebens wurde in dieser Zeit, in der eine fiberhafte Erregtheit sich aller Geister bemächtigt hatte, nur immer matter. Ausser dem bereits genannten Chanina (oder: Techina), dessen Wirksamkeit gewiss mehr nach aussen als nach innen sich entfaltete und einem Acha-di-Abuha, der am 10. Tischri 510 bei einem Erdbeben umkam,49) hatte die Akademie von Sora, die noch vor wenigen Jahren als das Herz der Judenheit angesehen werden konnte, keinen Mann aufzuweisen, der sich dem Gesezesstudium widmete. In Pumbadita war bis dahin Rabbah Jose, der daselbst a. 475 der Nachfolger von Sama b. Raba geworden war und somit noch mit einem grossen Theile seines Wirkens der Amoräerperiode angehörte, thätig. Er hat die ganze erste Saboräergeneration überlebt50) und 48) Siehe Anhang HI. 49) Mem. No. 7. Der richtige Name ist אחא דאבוה oder אחדבוי, wie er in zusammengezogener Form lautet. Ebenso hiess auch der Vorgänger des Gaons Jehudai in Sora (Sch. p. 20 ובתריה מר רב אחא דאבוה חצי שנה). Die Bedeutung dieses in zweiter Form auch im Talmud vorkommenden Namens ist, ״Bruder des Vaters“. Merkwürdigerweise hat Wallerstein (Scherira Ep. lat. Uebers. S. 51, Anm. 5) in dem zweiten Bestandtheile dieses Namens etwas Fremdartiges erblickt und sich darum zu dem Geständnisse veranlasst gefült : Nescio quidnam velit haec vox (Dabuah). 50) Scherira (Ed. Wallerst. p. 18). Ueber seine lezte Lebenszeit berichtet