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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1876-01-01 · II. (1876) · page 43

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
II. (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 43)
Language
German
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IRI
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37 wenigen Gesezeslehrern, welehe nach Rabina II. den von ihm geschaffenen neuen Boden des halachischen Studiums befestigen und erweitern sollten, die meisten den Weg alles Irdischen gegangen. Die einst so dichtbewaldeten Höhen des babylonisch-jüdischen Geisteslebens standen jezt nackt und kahl da; es waren auch die lezten Stämme, die mit schüzendem Schatten sie bedeckten, niedergefallen und, was die Verödung noch kläglicher machte, kein Nachwuchs vorhanden, der auf eine kräftige Zukunft hoffen liess. Es war aber auch jezt an diese ebensowenig wie an die Vergangenheit zu denken, deren Erbe man vollends dem Untergange entzogen hatte; die Gegenwart war von zu vielen Gefahren umlauert, als dass man auch nur einen Augenblick hätte von ihr absehen können. Die Fluten der Mazdakischen Bewegung hatten sich noch lange nicht verlaufen; sie hatten sich vielmehr ausgebreitet und waren bis in die Wohnsize der persischen Judenheit, bis an die Schwellen der babylonischen Lebrhäuser, vorgedrungen. Das nächste Gebot der Selbsterhaltung war, ihnen einen Damm zu sezen. Die Feder, in deren Gebrauch man sich erst geübt hatte, musste bald aus der Hand gelegt und mit dem Schwerte vertauscht werden; die Jugeud musste den Schatten des Lehrbauses verlassen, um in die Hize des Kampfes sich hinauszubegeben. Die Bauten des Geistes konnten nicht fortgesezt werden, so lange es der Schuzmauern bedurfte, die das Eindringen feindlicher Gewalten verhindern sollten. Im Jahre 507, in welchem der Exilarch Huna IV. starb,47) stellte sich sein Nachfolger, der fünfzehnjährige Mar Sutra, an die Spize einer aus 400 Mann bestehenden jüdischen Streitschaar, die er gegen die persischen Zendiks in den Kampf führte. Das kriegerische Unternehmen, das mit den verschiedenen Aufständen, die damals auch in andern Gegenden ausgebrochen waren, in Zusammenhang stand, war in seinem Beginnen von den glücklichsten Erfolgen begleitet. Es war Mar Sutra bald gelungen, nicht nur die feindlichen Angriffe abzuwehren, sondern auch die politische Selbständigkeit seiner babylonischen 47) Mem. No. 6. Dass Huna erst 488 in das Exilarchat eingetreten sei und somit nach Huna Mar’s Hinrichtung (470) ein 18jähriges Interregnum staitgefunden habe (Grätz 5, S. 13), ist unerwiesen.

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