Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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26 er im Exilarchenhause ein Amt, das gewönlich nur hervorragenden Gesezeskennern übertragen wurde. In seiner Jugend wird er zu den Füssen Mar b. R. Asche’s (st. 407) gesessen sein, in dessen Zeit die Früchte der amoräischen Lehrthätigkeit ihre volle Reife erreichten. Sicherlich hat er später an der Erntearbeit, mit der die Schule R. Abina’s II. (473—499) vollauf beschäftigt war, wacker mitgeholfen. Wir wissen zwar nicht, in welchem Verhältnisse Achai zu dem Schulhaupte von Sora gestanden, da nnr ausdrücklich erwänt wird, dass er mit Rabbah Jose controversirt hat25), man kann jedoch aus den Adnotationen zu halachischen Discussionen, die sich von ihm erhalten haben, darauf schliessen, dass er den talmudischen Lehrstoff gründlich durchgearbeitet und darum gewiss bei der Niedersehreibung desselben wesentlich mitgewirkt hat. Es ist wahrscheinlich, dass, wenn auch die Berichte über die Thätigkeit der einzelnen Theilnemer an diesem eine ausserordentliche Kenntniss und Hingebung erfordernden Werke gänzlich schweigen, dessen Zustandekommen hauptsächlich Achai b. Nehilai zuzuschreiben ist. Zwischen den beiden Acha’s wird hier Gebiha von Argisa genannt, der entschieden nicht hieher gehört, da er als ein Zeitgenosse R. Asche’s und Huna b. Natans (Git. 7 a) etwa ein Jahrhundert vor dem saboräischen Zeitalter lehrte. Dieser Name ist irrtümlich mit dem R. Achai’s von be־Chatim, der, wie weiter gezeigt werden soll, in derselben talmudischen Partie genannt wird, von dort entlehnt worden. Zwei gleichzeitig wirkende Saboräer Namens Achai kennt weder Scherira noch Abraham Ihn Daud oder irgend ein älterer Chronograph. Dem ersteren, der aus einer Originalquelle geschöpft hat, wäre deren Existenz sicherlich nicht entgangen. Der Verfasser des S. Tanaim hat höchst wahrscheinlich den Irrtum begangen, weil Achai bald nur mit der Beifügung seines Heimatsortes (ר׳ אחא י מבי חתים) bald mit dem Namen seines Vaters (רב אחאי בר הגילאי) genannt wird, zwei Saboräer dieses Namens anzunemen. Wir halten den Namen אחאי בד הגלאי für den ursprünglichen. So lautet er im kl. Chronikon (s. Anh. I.). Aus הגילאי ist im S. Tan. נהילאי und im Scherira-Briefe הובא geworden. Da die Identität Acha b. Nehilai’s und Achai b. Huna’s feststeht, so ergibt sich daraus, dass der so genannte Saboräer der offizielle ״Weise“ des a. 470 hingerichteter Exilsfürsten Huna Mar II. war und somit in diesem Jahre schon mindestens im Mannesalter stand. 25) Ketubot 2 b, wo ר' אשי nur Rabba Jose bezeichnen kann und Nidda 33a, wo dieser ר* אפי genannt wird, vgl. Lebrecht* Handschrift und älteste Ausgaben d. b. Talmuds S. 8. Anm. 1.