Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2418846-2418849--0282-2419170- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2J dieser Zeit. Sie bilden mit Rabbah Jose, dem Rector der Hochschule Pumbadita seit 475 20), der noch gleichzeitig mit R. Abina gewirkt und doch sie alle überlebt hat, die ältere Generation der Saboräer. Die Geschichte hat von den Saboräern, von denen die Gestaltung des Talmues in der Form, in der er zu uns gelangt, herrührt, fast nur die Namen und die Sterbetage erhalten; über ihr Leben berichtet sie so viel wie Nichts und die Spuren ihrer Thätigkeit sind so geringe und unkenntlich, dass sie sich dem Blicke des Suchenden fast völlig entziehen. Bei dem immer weiter um sich greifenden Zendikismus, der wie ein vom Sturme getriebener Feuerbrand sich fortwälzte und den Bestand des Judentums ernstlich bedrohte, dachte man auch nur an die Rettung des gefärdeten geistigen Besizes, nicht an die Erhaltung des eigenen Andenkens. Da die Saboräer nur dem, was ihre Vorgänger erdacht und erforscht, Form und Gestalt lieben, nicht selbst schöpferisch an der Bereicherung der Lehre fortarbeiteten, so feite ihnen auch das Selbstgefül, das in dem Bewusstsein verdienstlicher Leistungen liegt und den persönlichen Antheil an dem zu Stande gebrachten Werke an diesem sichtlich zu machen, mit diesem zu dauernder Anerkennung festzustellen sucht. Als Männer von Stellung erscheinen in der babylonischen Judenheit damals ausser dem bereits genannten Schulhaupte Rabbah Jose nur noch der Exilsfürst Huna IV., der vielleicht einige Gesezeskenntniss besessen21), und sein gelehrter Oberrichter Achai b. Huna. Sonst gehören dem ersten Saboräerkreise noch an: Sam b. Jehuda, Samuel b. Abbahu, Huna von Umza und Chanina 22). Rabbah Jose kann als erste und lezte Saboräer dieser Generation angesehen werden. Er gehört vierzehn Jahre seiner öffentlichen Thätigkeit hindurch der Amoräerperiode an und dennoch erscheint sein Name nicht wie der seines soranischen Gollegen R. Abina im Talmud. Er betrachtete 20) Scherira ed. Wallerstein S. 18 ובשבת תשפייז שביב רב פמא דגן בדיד. דרבה ובחרה מלך רבה יוסי. 31) Scherira 1. c. nennt denselben רב הובא ר״ ג, nicht מר הובא, was darauf hinweist, dass dieser Exilfürst auch den Gesezeskundigen zngezält wurde. 22) Die älteste und wertvollste Quelle über Namen und Zeitalter der dem ersten saboräischen Lehrkreise angehörigen Männer|hat Scherira aufbewahrt,