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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1876-01-01 · II. (1876) · page 26

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
II. (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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20 Es ist gewiss, dass Rabina in Verbindung mit seinem pumbaditanischen Collegen Rabbah Jose dieses Werk kräftig in die Hand genommen hat; es liegt aber auch nicht die geringste Andeutung dafür vor, dass man die Bedeutung desselben nach Gebühr zu würdigen oder dass er selbst sie zu ermessen gewusst hat. Nichtsdestoweniger muss das Urteil der Geschichte ihm gerecht werden. R. Abina hat, indem er den Lehrstoff zu Buche brachte, die Tradition in Literatur verwandelte, nicht nur die aus der Vergangenbeit zurückgebliebenen Geistesschäze gerettet, sondern auch die schriftstellerische Thätigkeit für die Zukunft angebahnt. Er ist für den Talmud dasselbe, was Esra für die Bibel gewesen, und wie dieser die Schule der Soferim hervorrief, die sich die Sammlung, Verbreitung und Sicherstellung der biblischen Texte zur Aufgabe machten, so hat R. Abina dem Kreise der Saboräer seine Entstehung gegeben, dem die Sichtung, Textirung und Niederschreibung des talmudischen Lehrstoffes zu verdanken ist. R. Abina wird zwar nicht selbst diesem Kreise eingereiht, er ist, so wie er sich uns in seinen persönlichen Lehren darstellt, noch ganz Amora, aber er ist doch der Schöpfer desselben, indem er die amoräische Richtung, welche in ihm repräsentirt war, nicht mehr auf seine Jünger übertrug. Mit dem Tode R. Abina’s (Mittwoch 13. Kislew 499) galt die Zeit der mündlichen Lehrthätigkeit als beendet, das Recht, sich auf mündliche Ueberlieferung zu berufen, als erloschen, der Talmud als abgeschlossen 16). Es bedurfte das Werk, das er hinterlassen hatte, nur noch der festeren Gestaltung, der nachträglichen Vervollständigung, der ordnenden Hand, der sichtenden Revision. Das Vorgefül herannahender Gefaren, das, auch nachdem der Sturm der Piruz’schen Verfolgung sich gelegt hatte, in R. Abina nicht zur Ruhe gekommen war und ihn dazu bewogen hatte, die Vorräte des Wissens, welche jeden Augenblick ein Raub böser Verhängnisse werden konnten, rechtzeitig in Speichern aufzusammeln, hatte ihn, wie er noch vor seinem Iiinschciden erfahren sollte, durchaus nicht getäuscht. Wie sein Ein1 ritt in das Lehramt war auch sein Austritt aus demselben, sein Austritt aus dem Leben, von tiefen Erschütterungen der babylon. Judenheit begleitet. Um das Jahr 498 trat nämlich in Persien Mazdak IL als Verkünder 16) Siebe Anhang II.

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