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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1876-01-01 · II. (1876) · page 24

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
II. (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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in dem Heimatslande der Saboräer stattgefundenen geschichtlichen Vorgänge vervollständigt wird, wol geeignet, uns in mancher Hinsicht über die Entstehungsgeschichte des bab. Talmuds aufzuklären. Wir können, indem wir das Leben, Leiden und Wirken der einzelnen Saboräer uns vor Augen führen, ein wenn auch lückenhaftes aber doch in manchen Zügen noch wol erhaltenes Bild von dem Zustandekommen dieses Werkes erlangen. Den Uebergang des Gesezesstudiums aus der amoräischen in die saboräische Lehrrichtung vermittelte R. Abina b. Huna, der in demselben Jahre, in welchem die Abhaltung der üblichen Lehrversammlungen in den babylonischen Akademieen verboten wurde, zum Schulhaupte von Sora erwält worden war (47 3). 12) R. Abina hatte schon zu Lebzeiten seines Vorgängers Rabbah Tusfaah ein grosses Ansehen als Gesezeslehrer erlangt. Dieser betrachtete ihn als einen ihm gleichstehenden Genossen, 13) mit dem er häufig verkehrte und religionsgesezliche Fragen discutirte 14). Es ist höchst wahrscheinlich, dass der Exilsfürst Mar- Kahana, der ebenfalls in Sora seinen Siz hatte, ihr zum Richter und gesezeskundigen Ratgeber ernannt hatte, und er somit unter ihm wie unter dessen Nachfolger Mar Huna, der 470 hingerichtet wurde, eine hervorragende Stellung in der babylonischen Judenheit einnahm15). R. Abina trat, ausgerüstet mit Wissen und Autorität, die Leitung der soranischen Akademie an, aber der lähmende Druck, den die unheilvollen Verhängnisse, die damals über die babylonische Judenheit ergangen waren, auf die Lehrthätigkeit in den Schulen ausübten, forderten auch einen Mann, der zur rechten Zeit die rechte That zu schaffen weiss. Durch das Verbot der Lehrversammlungen war die Möglichkeit, die Gesezeskenntniss zu verbreiten, die Ueberlieferung fortzupllanzen, 12) Dass R. Abina Schulhaupt gewesen, berichten zwar weder Scherira noch das Seder Tan. ausdrücklich, aber es ist durch R. Nissim bezeugt ואחר מיתת דב אשי לזמן קצוב מלך רבינא ובימיו נסתם התלמוד (Ha-Mafteach ed. Goldenthal 3 b). 13) Moed kat. 4 a .א״ל רבה תוספאד, ליתי מר לשמתיד. 14) S. Fürst Cultur- und Literaturgesch. der Juden in Asien S. 262, 263. Unrichtig ist die Angabe, dass Rabba ״seine ausgesprochene Reception zurückzog, wenn Rabina ihm eine Baraita entgegenhielt“. Aus der daselbst Anm. 843 angeführten Stelle (Moed kat. 1. c.) geht das gerade Gegentheil hervor. 16) Siehe Anhang I.

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