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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1876-01-01 · II. (1876) · page 19

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
II. (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Die Unmöglichkeit, die tradirte Gesezeskenntniss durch mündliche Ueberlieferung und öffentlichen Vortrag weiter zu erhalten, liess nur den Weg schriftlicher Mittheilung offen, den man, oh er auch von dem so treu bewahrten Herkommen abwich, mit Festigkeit betreten musste. Wenn Rabbah Tusfaah, das bisherige Schulhaupt von Sora, vielleicht nur mit der Ergänzung des von R. Asche gesammelten, aber nicht niedergeschriebenen Lehrstoffes sich beschäftigte * * * * * 6 * * 9), so musste sein Nachfolger R. Abina, der während der Verfolgung in diese Würde eingetreten war, ernstlich daran denken, die Lehre, die nur von Mund zu Munde lebte, zu einem festen Schriftgute zu gestalten, das in sich die Gewähr seiner Unvergänglichkeit trägt und auch ohne persönliche Mittheilung sich auf kommende Geschlechter vererben lässt. Die Religionsverfolgung, die den Fortbestand des Judentums in Babylonien für einige Zeit in Frage stellte, hatte zwar mit dem Tode des tyrannemen. Aus demselben Grunde ist in dem Scherirabriefe die LA. תשפ״א unmöglich und תשפייה, wie auch Samuel Sedillo (29 כללי שמואל a) schreibt, als die ursprüngliche Jahresangabe anzusehen. Zwischen 788 Sei. nach ST. und 780 nach Scher, hat man nicht lange zu wälen, da auch Abraham b. David, der hier noch eine dritte Originalquelle benüzt zu haben scheint, die Verfolgungen 6 Jahre nach 779 Sei. oder 4233 a. m. stattfinden lässt. בשנת ר׳ אלפים תנ״ח והיא שגת תשע״ט לשטרות ואחריו רבה תוספאה ו' שנים ומת שגת די אלפים רל״ג . . . ובשנת מות רבה תוספאה גזרה מלכות פרס גזרות גרולות על ישראל (S. ha־kab. ed. Amst. 37 a). Man wird sonach תשפ״ח in ST. für einen alten in mehrere Texte übergegangenen Schreibfeier1 aus תשפייה halten müssen. A. Ihn Daud belehrt uns auch, dass ־ die Zwangsbekehrung zum Magiercultus erst ein Jahr nach dem Tode Rabbah Tusfaah’s stattgefunden habe, [ותפם בערי בגי ישראל והוציאם בעל כרחם מן הכלל בטבת שנת ד׳ אלפים קלד (רלד .1) ובאותה שנה היה רבינא ראש ישיבה ישנה אחת], welche Angabe, obzwar wir sie in den anderen Quellen vermissen, vollen Anspruch auf historische Glaubwürdigkeit hat. 9) Das Prädicat הוספאה scheint auf eine solche Thätigkeit hinzuweisen und ist eine ähnliche Bildung wie מתימתאה (Meg. 2 a u. a. St.). Als bestimmt können wir diess indess nicht hinstellen, da es vielleicht seinen Heimatsort (Tusfah Thospia) oder seine Methode, sich auf Baraita’s zu berufen (M. kat. 4a; Bab. kam. 119a; Bab. bat. 64a) bezeichnen kann. Sollte es seine Richtigkeit damit haben (s. Grätz, Einl. zur Jubelschrift p. XVI.), dass die mit der Autorschaftsangabe ״Einige sagen“ angeführten Aussprüche des b. Talmuds Rabbah Tusfaah angehören, so wäre dies ein nicht zu Übersehender Beweis für die zuerst aufgestellte Vermutung.

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