Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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verbrennen״. Dieser Grandsaz, der als ein Aassprach R. Jochananfs circulirte und, obwohl er durch eine auf den Namen R. Ismaels lautende Auslegung einer Schriftstelle untersttizt wurde, in Palästina gar nicht auch in allen Parallelstellen (Tosifta Sab. XIV, Soferim 16,2, b. Sab. 115 b) als feierhaft annemen, was denn doch sehr bedenklich ist. Warum sollten hier nicht wie gewöhnlich unter ברכות Segenssprüche, Eulogieen verstanden werden können? Passt nicht auf sie viel besser die Beschreibung, dass darin oft die Buchstaben des Gottesnamens und biblische Stellen Vorkommen, als auf die Halacha’s, selbst wenn man mit Grätz sich dazu versteht, dass hier nur der halachische Midrasch gemeint sei, was durchaus unwahrscheinlich ist, weil den Talmuden hierfür der Ausdruck מדרש geläufig ist? Die Bezeichnung הלכות wäre überhaupt zu enge, weil ja die an das Schriftwort sich knüpfenden Auslegungen überhaupt nie rein halachisch waren. Es wird hier auch nicht von Vorneherein das Mederschreiben von Eulogieen untersagt, sondern bemerkt, dass ein verbreiteter Ausspruch ״Die Eulogieen niederschreiben gleichen denen, die die Tora verbrennen״ wol begründet ist, indem Schriften solchen Inhalts am Sabbate nicht aus den Flammen gerettet werden durften, wie das für die kanonischen Bücher gestattet war. R. Jochanan’s Saz ist dem dort früher angeführten Ausspruche .כותבי ברכות כשורפי הורד conform und hatte vielleicht unmittelbar nach der mit ihm zusammenhängenden Erzälung seinen Platz. Der Text würde sonach gelautet haben פיכן אמרו כותבי ברכות כשורפי תורה מעשה באי שהיה כותב וכי מן הראשון (א״ר יוחנן כותבי הלבות כשורפי תורד. והלמד מהן אינו נוטל שבר) אמר ר, יהושע בן לוי הדא אגדתא וב, השומעת אינו מקבל שכד Grätz (Monatsschrift a. a. 0.) stellt die beiden Säze ״Wer Halacha’s niederschreibt gleicht dem der die Tora verbrennt“ (b. Temura 1. c.) und ״Wer Segenssprüche niederschreibt gleicht dem der die Tora verbrennt“ (j. Sab. 1. c.) zu einander in Parallele, — die Vergleichung derselben hat auch Jacob Chages in der Einleitung zu seinem Mischnacommentare — erklärt sie für ursprünglich identisch und ברכות in dem Ausspruche des j. Talmuds tür eine Corruptel aus הלכות. Die Ursprünglichkeit der Lesart ברכות geht aber aus der Version der babylonischen Gemara hervor, die וקמעין; hinzufügte. ״Segenssprüche und Amulete“ können in eine Reihe gestellt werden, aber doch nicht ״Halachas und Amulete“? Vor dem Mederschreiben der Amulete und Segenssprüche warnte man, weil Bibelsprüche, in denen Gottesnamen erwähnt werden, darin Vorkommen konnten, und sie dennoch am Sabbate nicht aus dem Feuer gerettet werden durften. Daher der Vergleich mit dem Verbrennen der Tora. Was unter ברכות zu verstehen ist, kann nach dem Gebrauche dieses Terminus in der rabbinischen Literatur keinem Zweifel unterliegen. Ueberall werden mit diesem Worte Sprüche und Gebetstücke bezeichnet, welche mit der eulogischen Formel ״Gelobt seist