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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1876-01-01 · II. (1876) · page 12

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
II. (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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IRI
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ausdrücklich berichtet, dass sie auf ihren Schreibtafeln Halacha’s verzeichneten und des Verbotes, mündliche Lehre aufzuschreiben, wird eigentlich im p. Talmud gar nicht gedacht. Da man pentateucbisehe Auslegungen zu Buche brachte und das Studium derselben aus Schriftwerken schon im 3. Jahrhunderte von einem der angesehensten palästinischen Amoräer, R. Jochanan, empfolen wurde, so war man schon nicht weit davon entfernt, gelegentlich auch halachische Partieen durch Niederschrift der Vergessenheit zu entreissen. Viel consequenter wurde der althergebrachte Usus, den Lehrstoff der Tradition nur durch mündliche Ueberlieferung fortzuerhalten, in den babylonischen Schulen beobachtet. Hier, wo man bei der Behandlung der Halacha mit haarscharfer Genauigkeit vorgieng, konnte die Praxis des Lebens sich von den einmal vorhandenen Theorieen nicht so weit entfernen. Es mag sein, dass Abba-Areka, der ja zum Theile noch der Thannaitenperiode angehört und längere Zeit mit den Palästinensern im persönlichen Verkehre stand, das Gesez über die Niederschreibung von Halachas nicht in seiner ganzen Ausdehnung als verbindlich betrachtete, aber von allen späteren Babyloniern kann es als ausgemacht gelten, dass sie an demselben mit strengem Ernste festhielten. ״Die Halacha’s niederschreiben heisst so viel als die Tora (vgl. die Beweise dafür bei Lehrecht Handschriften und erste Ausgaben des b. Talmuds § 9 S. 12 und 13), nicht verlautbart wurde. R. Jochanan empfal sogar das Studium der Hagada aus Büchern (j. Berachot 5,1 אמר ר׳ יוחנן ברית כרותה היא הלומד אגדה מחוך הספר לא במהרה הוא משפח) und bekundet damit offen seinen Standpunkt in dieser Frage. Wahrscheinlich befand sich R. Jochanan’s Ausspruch über das Niederschreiben der Halacha in dem Contexte der p. Gemara zu Sab. 16,1 vor dem Saze R. Josua b. Levi’s, wurde aber, weil der Talmud hier sonst einen Protest gegen sich selbst enthielte, aus demselben eliminirt. Dies wird dadurch zur Wahrscheinlichkeit, dass die Einkleidung dieses Ausspruchs dem etwas früher als allgemein geltend angeführten Ausspruche ״Die Segenssprüche aufschreiben, gleichen denen, die die Tora verbrennen,“ (.כותבי ברכות כשורפי תורד) ganz conform ist. Grätz (Monatsschrift 1873. S. 37 ff.) vermutet zwar, dass auch hier הלכות für ברכות zu lesen sei, indem er für das Verbot, Segenssprüche niederzuschreiben, keinen Grund findet, allein er muss deshalb nicht nur auch in der voranstehenden Boraita ברכות in הלכות emendiren, sondern dasselbe Wort

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