Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- I. (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 178)
- Language
- German
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172 hebräischen wie im Syrischen und Chaldäischen die Bedeutung ״Grabdenkmal“ hat. Man vgl. darüber Zunz z. Gesch. u. Lit. S. 390, Rappaport Einl. z. Gal-Ed p. IX. ff, Lewysohn Epitaphien des isr. Friedhofs zu Worms, S. 6, Levy in Ztschr. d. DMG. 12, S. 516. In der Pes. d. R. Kah. (ed. Buber 79b) wird erzählt: Hirten melkten einmal die Milch ihrer Heerden ab, da kam eine Schlange und trank davon. Als dann der Hund sah, dass die Hirten selbst davon gemessen wollten, bellte er sie an. Sie verstanden ihn aber nicht, bis er endlieh selbst die Milch trank und in Folge dessen den Tod fand. (Zum Lohn für solche Treue) begruben sie ihn und sezten ihm ein Grabmal, das noch jezt napkseha de־Ivalba heisst.“ Ein Ort in der Nähe von Betschean hiess נפשא דפטטי (j. Demai II, 1), wo נפשא wol auch Grabmal bedeutet. Es scheint, dass der Name Nephescli, ursprünglich heilige Steine, die man anbetete, bezeichnete und dann auf Grabsteine übertragen wurde. Bei Saucliuniathan heissen die göttlich verehrten Bätylen h'Ooi Zfixpvyoi (Euseb. praep. ev. I, 10). Der ״seelhafte Stein“ נפש, den man aus dem altsyrisclien Gözendienste kannte, wurde in der Folge Bezeichnung des Grabsteins. — Währenddem die dem religiösen Leben der nichtjüdischen Völker entnommenen Sprachelemente zumeist nur Namen darbieten, die auf ihren fremden Ursprung zurückzuführen sind, haben wir, wenn wir an die Untersuchung der Bezeichnungen für Beamte, für Staatseinrichtungen, für Steuern, Münzen u. drgl. in den Talmuden und Midraschim schreiten, es selbstversändlich nur mit Wörtern zu thun, von denen die meisten als griechisch und lateinisch und nur eine geringere Anzahl sich als persisch erkennen lassen. Die babylonischen Juden, die im Sassanidenreiche sich einer ziemlich freien, ungestörten und unangefochtenen Existenz erfreuten, hatten keineu Grund, die staatlichen Verhältnisse, von denen sie umgeben waren, mit einer so peinlichen Aufmerksamkeit zu beobachten, als die Palästinenser, deren Blick sich mehr nach aussen lenken musste und die den Druck der römischen und byzantinischen Einrichtungen oft schwer empfanden.