Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- I. (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 169)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2418846-2418847--0170-2419057- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
163 u!nd eine aus der Zeit Kleopatra’s, gebe, vielleicht beide vermischt. 38) Dass unter יום הלידה und יום המיתה, der Geburts- und Sterbetag des Kaisers zu verstehen ist, steht, obwol die j. Gemara dies nicht annimmt, ausser allem Zweifel. — Der ״Tag des Bartabscheerens,“ von dem in der Mischna die Rede ist, bezieht sich auf die römische Sitte, den Tag, an dem das erste Barthaar abgenommen wurde, festlich zu begehen und dieses einem Gotte zu weihen. (Vgl. Adam röm. Alterthümer H, S. 156,157 ׳, Marquardt röm. Privatalterthümer II, S. 200). ״Zu gleicher Zeit wurden jungen Leuten auch die Haare auf dem Kopf abgeschnitten und gleichfalls einem Gotte, gewöhnlieh dem Apollo, geweiht, bis sie dieselben unabgeschnitten oder hinten in einen Knoten geschürzt trugen, daher man sie Capillati nannte.“ ״Bei den Griechen und Körnern pflegten Männer und Frauen nicht nur in der Jugend, sondern auch nachher ihr Haar zu Ehren einer Gottheit wachsen zu lassen.“ (Adam das.). Die babyl. Gemara will in der Mischna neben dem Tage der depositio barbae sowol das gleichzeitige Abnehmen des Haupthaares als auch das damit zusammenhängende Wachsenlassen desselben erwähnt sehen, (b. Ab. sar. 11, b.). Die Capillati der Römer scheinen die ״) מגדלי בלוריתdie das Haar wachsen lassen“) zu sein, die in den rabbin. Schriften erwähnt werden. In Tos. Sab. c. VII wird unter den ״emoritischen Sitten“ in erster Reihe angeführt: המספר קומי והעושה ״ בלוריתDas Scheeren des Haupthaares und das Wachsenlasaen 38) Vgl. die rabbinische Romulussage a. a. 0. Dass die Palilien damit gemeint seien, geht daraus hervor, dass sich an die Erklärung von קרטסיס die Sage über die Gründung der Stadt Rom anschliesst. Eine schlagende Parallele zu der Angabe, dass ein Engel ein Rohr in* das Meer gesteckt u;qd aus demselben ein grosser Wald hervorgewachsen sei, auf dessen Stelle das nachherige Rom stand, bildet der Bericht Varro’s (de lingua lat. IV, 8) nach welchem die Stadt (Palatium) ihren Namen davon erhielten, weil Romulus ein Instrument, Lychne genannt, vom Aventinus aus herabgeworfen habe, welches zum Baume wurde und viele Stangen hervorbrachte, (instrumentum a Romulo de monte Aventino in Palatium iactum fuerit, quae terra fixa crevit in arborem et innu• meras alias hastas produxit). 11*