Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- I. (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 167)
- Language
- German
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161 ist offenbar die richtige, nur dürfte darin das erste ח״ ursprünglich ,ה gelautet haben, indem die Saturnalien nie vor dem 17. Dezember begannen, und somit bis zum 1. Januar, an welchem man sich gegenseitig Geschenke und Glückwünsche darbrachte30), dauerten. Als Beginn der Sonnenwende bezeich' net R. Joehanan den Tag Prokto (פרוקטו ראשה של תקופה j. Ab. sar. 1. e.). Man hat dieses Wort verschiedentlich erklärt. Mussafia und seine Nachtreter erblicken darin tropicus ״Wendekreis“, nach Pineies ist es gleich nQ0%״Vorgestern“ und entspricht diese Bezeichnung den damaligen kalendarischen Verhältnissen. Grätz erklärt es als nQwxTog (podex), indem alle fünf Jahre ein Bakchosfest 1tQ0MT0mv8TTr1Q'1g gefeiert wurde (Mtsschr. 1871, S. 230) und Kohut (in Kobak’s Jeschurun 8 d. Th. S. 55) hält es für gleichbedeutend mit fragätha, welches bei den Parsen der Kunstausdruck für das vom Priester zu verrichtende Absingen der heiligen Lieder war, indem nämlich die lezten 10 Tage des Jahres, an denen dies häufig stattfand, den Namen Gäthäs führten. Vom März, in den die Gäthä/s fielen, ist hier kaum die Rede, es Hesse sich sonst das römische Fest parricidium, das am 15. März gefeiert wurde, viel passender vergleichen. Aller Wahrschein־ lichkeit nach sind aber unter פרוקטו die Brumalien zu verstehen und dieses Wort nqo oxtoj, indem dieses Fest am 24. November, d. i. am 8. Tage vor den Decemberkalenden gefeiert wurde. H tcov ßQOfiwv €oqtt[ €gtc ar^d öxtco xcllävdaiv /IsxefißQtwv (Geoponica bei Du־Cange gloss. gr. Anh. p. 44). Dieses Fest sollte den kürzesten Tag markiren (vgl* darüber Du Cange 1. c. und p. 228, ferner gl. med. lat. I, p. 1317) und konnte daher von R. Joehanan als Beginn der Sonnenwende betrachtet werden. Die Brumalien werden 35) lieber die Bedeutung der Calendae Januariae nach der talmudischen Relation vgl. mein ״die rabbinische Romulussage“ in Kobak’s Jeschurun Jahrgang 7, D. Th. S. 13. Ausführliches geben über dieses noch in der christlichen Zeit nach heidnischer Art gefeierte Fest Du Cange gloss. gr. 547—548 und gloss. med. lat. III, 1662 ff. — 11