Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- I. (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 91)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2418846-2418847--0092-2418979- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
85 jenseits dieses Stromes lag. Bei Zoba hat man überhaupt nicht an eine einzelne Stadt, sondern vielmehr an einen grösseren Complex kleinerer Reiche zu denken, wie nach 1 Sam. 14, 47 Saul den Angriff der Könige von Zoba zurückweist. Die Ueberschrift in Ps. 60 (v. 2) besagt dass die Kriege David’s mit Aram-Naharaim und Aram Zoba geführt wurden, woraus zu ersehen ist, dass mesopotamische Könige ihm gegenüber standen. Wenn nun noch von Salomo erzählt wird ״dass er das jenseitige Gebiet des Euphrat von Thiphsach (Thaphakus) bis Asa (d. i. hier Gazaka) 32) über alle Könife jenseits des Stromes (Euphrat) herrschte, und die Könige, die 2 Sam. 10, 6 erwähnt werden, nach v. 19, ״Knechte Vasallen) HadadeserV‘ des Königs von Zoba waren, so kann man sich unter Zoba nur einen grossen Staatenbund denken, dessen Gebiet ganz Mesopotamien und auch das Zabland in sich schloss. Der Krieg mit Zoba wird deshalb ausführlicher als der mit Philistäa Moab und Edom beschrieben, weil ein siegreicher Ausgang desselben als besonders rühmlich gelten musste und auch von grösserer Bedeutung war. Der Name Zoba, der von dem Zabflusse abgeleitet ist, mochte im engeren Sinne das daselbst gelegene Land und im weiteren als Aram-Zoba das gesammte mesopotamische und syrische Gebiet bezeichnen, über welches die Oberherrschaft seines Königs sich erstrekte 33). 2 Sam. a. a. 0. konnte vielleicht mit Rücksicht auf 1 Sam. 14, 47 hieher gesezt werden. Die Tradition spricht für das Keri פרח; dass die LXX ib 10, 16 den Namen des Flusses erhalten habe, wie Hitzig sagt, ist nicht so gewiss; /aXafiU ist aus dem folgenden חילם verschrieben und beweist gerade? dass in dem hebr. Texte, nach dem d. LXX übersezten, der Name bereits ausgefallen war. 32) Nach Meg. 11 a, Esth. rab. Pethichta No. 5 waren Tiphsach und Asa nicht weit von einander, etwa in einem Gebiete gelegen (בהדדי הוו קיימי); es kann hier nur an das modische Gazaka gedacht werden. Das philistäische Gaza kann in unserer Stelle überhaupt nicht gemeint sein. 33) Von den Städten oder Waffenplätzen, die 2 Sam. 8, 8 und 1 Chr. 18, 8 genannt werden ist בטח oder טבחח vielleicht Taiba in Chalybonitis, das einst Residenz eines syr. Satrapen gewesen (Männert Geogr. S. 412)