Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 6 (März 1866)
- Date
- 1866-03-01
- Page
- Seite 463 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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463 Literaturgeschichte der schacht geschichtlicher Erkenntnisse erschließt, sondern auch die darin gefundenen Edelsteine, von allen Schlacken gereinigt, kunstvoll geformt und zu einem Ganzen verbunden, als ein vollendetes Meisterwerk uns darbietet. Gehen wir nun aus den Inhalt des Werkes selbst näher ein. In dem ersten Kapitel (S. 1—11), „Literaturgeschichtliche Einleitung" überschrieben, werden die Ursachen, warum die Geschichtschreibung im Mittelalter unter den Juden eine so spärliche Pflege fand, auseinandergesetzt und die Quellen wie die Vorarbeiten auf dem Gebiet, das der Verfasser in vorliegendem Werke bearbeitet hat, vorgeführt und charakterisirt. Außer den Chronisten beschäftigten sich auch andere jüdische Autoren mit den Piutim, und es wäre bei Gelegenheit der Aufzählung der Vorarbeiten allenfalls auch dieser zu erwähnen gewesen; so hätte z. B. auf das auch dem Verfasser bekannte Responsum des Rabbi Jair Chazinü Bacharach (Nr. 238), wo dieser über mehrere Piutim handelt und eine Ahaba sogar dem Rabbi Jehuda Chajug zuschreibt, verwiesen werden sollen und auf die Bemerkungen Salomo de Oliveyra's, Rabbiners in Amsterdam (c. 1645 — 1700), welcher nachwies, daß die Akeda dem Akrostich gemäß dem Jehuda Samuel Abbas, und eine andere gleiches Namens dem Rabbi Mose ben Maimon angehört. Nlvrni 1122 ->2>H -72> W822 222172 1!281 Ü2"722i27 2N8 ";172i2 "2^ 2>"^ -sk ^8172'2 N21N^ 2^'2N ^221 ^122 ^22'2 22 b^N7272'71 ... pm P222 ^222 N1272 1^2272 (N22Ä 22:272 38, u) eine Stelle, die sowol dem Verfasser (S. 216) als auch Landshut ^inucls (II, S. 230 und 300) entgangen ist. Salomo de Oliveyra hätte als liturgischer Dichter, als welchen er sich in seiner Poetik erweist, in beiden Werken einen Platz finden sollen. Im zweiten Kapitel, „Vorkalirisches" (S. 11 —29), wird über die zur Zeit der Geonen vor Kalir verfaßten Gebete und deren Verfasser gehandelt. S. 16, Anmerk. 2 wäre als Quelle noch Eleasar's aus Worms Commentar zu den Wochengebeten, N8., x. 74, d, hinzuzufügen, wo dasselbe ebenfalls aus einem geonäischen Responsum mitgetheilt wird. Die Namen der Städte lauten, der Zunz'schen Erklärung entsprechend, ^2^7 (ImAclnnuiN) Lyon), l"272dZ (^.rolatuni, Arles) und 7^2212 (LurcliAaluin, Bordeaux). Das dritte Kapitel (S. 29—64) verbreitet sich über den Dichter Eleasar ben Kallir und seine liturgischen Poesien. Zu S. 33, Anmerk. 7 ist hinsichtlich der Bedeutung „Gebet" für '>2^72 noch hinzuzufügen, daß es auch bei den Samaritanern diese Bedeutung hat, vergl. in dem Gedichte in Heidenheim's „Deutsche Vierteljahrsschrift für englisch-theologische Forschung" S. 408 den Passus 22^2 722272 222, so heißt auch indem Briefe Not. shnagogalen Poesie. et Lxtr., X, 225 der samaritanische Tempel 12^722272 21P72. Das vierte Kapitel (S. 64 —93), „Anonymer Piut" betitelt, behandelt die Piutstücke, deren Verfasser unbekannt sind, die aber allenfalls dem ersten peitanischen Zeitalter (bis 1118) angehören; doch werden einige Piutstücke, deren Chiffren die Namen Abraham, Elia, Jsaac, Jehuda, Joseph, Menachem Schabtai ergeben, wegen des Mangels jeder Kunde über dieselben auch in dieses Kapitel eingereiht. Das fünfte Kapitel (S. 93 —126) handelt über die Dichter von Saadia Gaon bis Zahlal und verbreitet viel Licht über diese äußerst dunkle, bisjetzt wenig bekannte Periode der syuagogalen Dichtung. S. 111 ist zu dem Vielen über Simeon ben Jsaac ben Abun, wo wir besonders die Stammtafel über die Vorfahren und Nachkommen des Dichters hervorheben müssen, noch hinzuzufügen, daß in Schib. hal., Xr. 11, von ihm gesagt wird, er habe an sich viele Wunder erfaren (2^:2 rin:- was auf reiche Lebensereignisse hinweist; in Leüein. Uno-. II, 15 wird ihm ein Buch 212"'^2'71 "2 zugeschrieben. Zu den Citaten S. 115 ist noch hinzuzufügen eine Anführung in dem Ritus von Trohes e. 9. Das sechste Kapitel (S. 126 —178) von Elia dem Alten bis Saadia. Von der einleitenden Charakterisirung des Zeitraums bis auf die gelehrten Nachweise und Anmerkungen ist dieses Kapitel eine herrliche Frucht seltenen Forscherfleißes. Zu S. 156. Die Vidui des Rabbi Nissim hat in einem römischen Machsor-Manuscript, wo sie übrigens eine mehrfach veränderte Fassung hat, die Ueberschrift lik.i >2 ^-21. Das siebente Kapitel (S. 178 — 219) handelt über die spanischen Dichter von 1100 —1140 ab, die theils bisher unbekannt, theils als synagogale Dichter noch nicht umfassend dargestellt wurden. S. 216 wird zu diesen auch Jsaac ben Levi gezählt. Hier wie in seinem „Zur Geschichte und Literatur" (S. 466) sieht sich Zunz zu Vermuthungen gezwungen. Ein Jsaac ben Levi wird in Temim Deim, Nr. 138 u. 169, erwähnt, vergl. Sef. Haterumot, x. 175, wo sein Bruder Joseph als ihn überlebend erscheint. Das achte Kapitel (S. 219 — 232) bezeichnet und bespricht die Selichas, deren Verfasser unbekannt oder deren Autorschaft zweifelhaft ist, und das neunte Kapitel (S. 232 — 264) die bekannt gewordenen Selicha-Dichter von 980—1140. S. 250 ist zu den Jsaac ben Mose angehörenden Stücken noch die Techinna 221^2 ^22^22 2^2^ nachzutragen, die in JesodTeschuba von Jsak Elis (Ven. 1717. 12, a) abgedruckt ist; sie hat das Akrostich Pin 272'2 22 P22^; möglicherweise ist er selbst der Verfasser derselben, dann wäre er in dem Werke anzuführen gewesen. S. 253. In der Stammtafel ist Schemaja der Enkel Raschi's, der Commentator des Tractates Middot nicht ersichtlich gemacht; vergl. über ihn Frankel „Darkhe ha Mischna" S. 334, wo zur Charakteristik nachzutragen ist, daß er 36, d