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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1866-03-01 · Heft 6 (März 1866) · p. Seite 461

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 6 (März 1866)
Date
1866-03-01
Page
Seite 461 (sequence 61)
Language
German
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Hebräisches Uebun'gsbuch für Anfänger. 461 Kritische Anzeigen. Hebräisches Uebungsbuch für Anfänger von K. L. F. Mezger, Professor am philologisch-theologischen Seminar zu Schönthal im Königreich Würtemberg; ein Hülfsbuch zu den hebräischen Sprachlehren von H. Ewald, W. Gesenius und E. Nägelsbach. Zweite umgearbeitete Auflage. Mit einer Schreibvorschrift. 8. Leipzig, Hahn, 1864. Die dringende Nothwendigkeit eines Uebungsbuches bei dem Studium einer Sprache leuchtet ohne weitläufige Beweisführung jedem rationellen Pädagogen von selbst ein. Die Formen müssen vergegenwärtigt, die Wendungen und Constructionen, die der fremden Sprache eigenthümlich sind, in Beispielen veranschaulicht werden, wenn ein gründliches Verständniß ihres Wesens und Geistes erzielt werden soll. Es herrscht aber hinsichtlich dessen zwischen alten und neuen Sprachen der Unterschied, daß bei diesen Gewandtheit in Lektüre, Conversation und Stil, bei jenen, mit etwaiger Ausnahme des Lateinischen, nur das erstere als Hauptzweck der Hebungen betrachtet wird, woher die Verschiedenheit der hierzu angelegten Bücher sich herleitet. Bei dem müssen aber die Uebungsbeispiele dem Geiste jener Sprache entsprechen, die Redensarten und Constructionen nicht blos regelrecht, den Gesetzen der Grammatik, sondern auch mundgerecht, d. h. den der Sprache eigenthümlichen Begriffsbezeichnungen und Wortverbindungen entsprechend sein, wenn nicht der Schüler gleich mit der grammatischen Muttermilch eine Fülle von Barbarismen in sich aufnehmen soll, die ihn in der Folge zu den seltsamsten Combinationen und Conjecturen verführen können. Wir erkennen gern die gründlichen Kenntnisse Mezger's in der hebräischen Grammatik an, nur erblicken wir in Z. 5, IV, Anmerk. 4 nicht etivas Neues mit dem Verfasser (Vorw. IX); wir können dem Fleiß wie dem sichern pädagogischen Beobachtungsgeiste des Verfassers nur alles Lob zollen, wie die Anlage des Buches nur eine treffliche, zweckdienliche zu nennen ist; wir gestehen auch gern zu, daß der Verfasser in Verständniß des hebräischen Stils viele seiner christlichen Fachgenossen, die es nur selten so weit bringen konnten, übertrifft; doch wollen wir, da der Verfasser, wie aus dem Vorwort ersichtlich, Gegenbemerkungen nicht unwillig aufnimmt, auf einige Stellen verweisen, die wir gern vermißt hätten. S. 5, tz. 4, b ist ein Uebungsbeispiel 177722 z-ff. angeführt, das soll wahrscheinlich „die reinliche Tenne" bedeuten, nun heißt aber —77^ nur „rein", nicht aber „reinlich", dafür ist eher zu gebrauchen. Wie soll der Schüler -ms. 77-2 r; übersetzen? Der gut-, ja auch der " gemeinhebräischen Sprache ist eine solche Verbindung fremd. S. 9: 77':^77 7 7 777. 7'N 77^77 7717 soll das heißen ,',David Hatte eine große Macht und Weisheit", d. h. er war mächtig und weise? Das ist nicht hebräisch; mit nii ll:- könnte man es noch hingehen lassen. S. 18, ff. 12, b: 77.777 ist als Eigenschaftswort nur von Personen gebräuchlich; „eine gerechte Sache" heißt P122 -21, oder in dein Satze des Verfassers -,7i: "77 "77; daselbst 12; vor Tcirr gehört, um Zweideutigkeit zu vermeiden, ein .4777; daselbst für x-^777 muß ir^2;777 sein. S. 21, §. 14, b: ^7-7 77z .<7 „Außer dem Ewigen ist kein Gott", ist nicht copulativ; es ist dafür zu gebrauchen; richtiger wäre dann die Wortfolge z'rr. S. 23, H. 15, b ist 7772^-2 gewiß nur Druckfehler für 77-2 p2,' obwol dies in den Berichtigungen (S. 205) nicht angeführt ist. S. 25, 8. 17: L'77>H ."7777! ->:77:r<-, heißt: „und wir sind an Gottes Stelle" (vergl. Gen. 30, 2), aber nicht u. w. s. unter Gott. Wir könnten dergleichen noch viele Fehler anführen, doch finden wir dies nicht nothwendig, da durch die bezeichnten schon die eine Schattenseite des sonst rühmenswerthen Buches schon genügend gezeigt ist. Im allgemeinen müssen wir aufmerksam machen, daß, wenn ein Uebungsbuch zugleich eine Vorschule der Stilistik sein soll, Sätze und Stücke aus Neuhebräern sich hierfür von besonders gutem Erfolg bewähren würden. Dies möge

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