Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 6 (März 1866)
- Date
- 1866-03-01
- Page
- Seite 426 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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426 Jllustr. Monatsh. für die gef. Interessen des Judenthums. meinde zu klein und infolge dessen zu unbemittelt, das Gebäude, welches sie nach dem Ausspruch des frommen Nabbi Moses Bar Maimon in Ililoli. Oax. XI: ^22 ^822)22 772272 12 "2^2) ^21P72 72 712 ^22 777^2^ 12 1272^2 71^2 ^271^7 71272N 71^2 L-r2p2 N7 221P721 71^"271 „Ueberall, wo sich zehn Israeliten wohnlich niedergelassen haben, sollen sie ein Haus einrichten, um in demselben zu den vorgeschriebenen Stunden ihren Gottesdienst abhalten zu können; ein solcher Ort aber wird Synagoge genannt." zur Benutzung als Gotteshaus gemiethet oder erkauft hatte, mit Planken oder Mauern zu umziehen, so ließ dieselbe oft rings um die Synagoge, womöglich mit Einschluß der Wohnhäuser, Pfähle einschlagen und diese durch starke Schnüre miteinander verbinden, wodurch in gewissem Sinne auch ein geschlossener Raum, ein eigenes besonderes Quartier erzielt wurde. Dies hieß dann die „Gemeinschaft der Gassen" (7118I272N 7>"!7i2). Was nun die nürnberger Synagoge weiter betrifft, so diente das eine der Gebäude zur „Frauenschule", welche, aus zwei übereinander liegenden Gemächern bestehend, ziemlich einfach ausgestattet war. Hier fand sich neben der Eisenthür kein Almosenkasten angebracht. Dicht neben der Frauenschule stand die „Schule für die Männer", von der eine Thüre gegen die Frauenschule ging, während zwei andere auf der andern Seite des Hauses und der Fronte als Eingangsthore dienten, zu denen man über mehrere Stufen gelangte. Zwei starke mit Eisen schwer beschlagene Thüren mündeten in den weiten Schulhof; in dem zwischen beiden befindlichen Raum war folgendes auf dem Stein ausgehauen: 2s11 Np Jeder Buchstabe bedeutet ein Wort und das Ganze heißt demnach, wie aus Jerem. 7, 34; 16, 9; 25, 10 und 33, 11 zu ersehen: NN'2/2 -1P1 ^122 71p ^2 INN „Die Stimme der Freude und die Stimme der Fröhlichkeit, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut." Die Bedeutung jenes Sternes werde ich später erklären, nur so viel sei hier bemerkt, daß bei Gelegenheit der Trauung eines Paares der Bräutigam das Weinglas, aus dem er getrunken, gegen diesen Stern warf. Innerhalb beider Thüren waren rechts in der Mauer Almosenöüchsen angebracht; über der einen stand ^as Wort: 2^721-2 „Jerusalem", in welche die Spenden für die armen Glaubensgenossen in Jerusalem zu liegen kamen. Die innere Ausstattung der Synagoge war außerordentlich reich; auf Marmortreppen stieg man zu dem Migdal (in Nürnberg hieß der erhöhte Ort in der Schule nie anders; in andern Städten N72'>2, Linmü fkommt als griechisches Wort unter andern: bei Matth. 27, 19 vorj, in späterer Zeit 272'?27k, Xlinemoi-, „Ort, von welchem aus man den: Volk etwas verkündigt", genannt) hinan, welcher aus dem kostbarsten Marmor aufgeführt, von 34 silbernen Säulen umgeben war. Auf den: Marmorgesims des Migdal erhoben sich zwölf kleinere vergoldete Säulen, auf welche Wachslichter gesteckt wurden. Hier wurde das Gesetz verlesen und ein Lied zur Bewillkommnung des Sabbats abgesungen, welches anfing: 77^2 7l82pZ ^212 7727 „Komm, mein Freund, der Braut entgegen!" In früherer Zeit wurde dieses Lied von dem Vorsänger allein, später von diesem und noch drei andern Juden gesungen und ri72p 7122, Lnddoles Leimüdes, „die Einholung oder Bewillkommnung des Sabbats" genannt. An der Mauer gegen Osten stand in der nürnberger Synagoge ein die Stelle der Bundeslade vertretender Gesetzschrank (^12^), welchen man die „Heilige Lade" ('LNpN nannte. Zu diesem Gesetzschrank stieg man auf sieben Treppenstufen, von welchen sechs aus schwarzem Marmor, die oberste dagegen aus Granit bestand, empor; auf jeder der sechs schwarzen Stufen saß rechts und links ein Löwe von weißem Marmor; die Thüre des Schrankes war von schwarzpolirtem Holz mit den Namen der 12 Stämme prachtvoll in Gold ausgelegt; in der Mitte sah man einen von Edelsteinen blitzenden, in erhabener Arbeit ausgeführten goldenen Stern; vergoldete Leisten und Säulen von schwarzem Marmor, oben vergoldet, erhöhten die Pracht des Ganzen. Oberhalb des Schrankes befand sich eine große mit Edelsteinen besetzte Krone von gediegenen: Gold, darunter standen die Worte: 777171 2712, Leser 4ornd „Die Krone des Gesetzes." Sie war die kostbarste, denn sie gehörte ^22 ^22", Lol llisroel, „dem g anz en Jsr a el". Unterhalb dieser goldenen Krone bemerkte man links eine kleine silberne, mit Rubinen gezierte : 777712 2712, Loser LeliMim, „Die Krone des Priesterthums." Sie wurde als dem „Hause Aaron" ";i27idr, Los Xlmron, gehörig betrachtet; rechts ebenfalls eine silberne, mit Smaragden geschmückte Krone von gleicher Größe mit der Unterschrift: 7112772 2712, Loser Nuledus, „Die Krone des Königreichs." dem „Hause David" "2"22 71^2, Los Dovici, gehörig. Unterhalb der goldenen Krone, gerade in