Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 6 (März 1866)
- Date
- 1866-03-01
- Page
- Seite 415 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Schlüssel. 4l5 Wolke kommen und wird auch bringen «Negoini und Zaraas» (allerlei Plagen und Allssatz), daß niemand die Stadt wird kaufen wollen, nicht um eine Kleinigkeit. Rabbi Jischmol sagt nun zu seinen «Chawerim» (Genossen)" — „Wie hat Reb Jischmol können zu seinen «Chawerim« etwas sagen, er ist doch im Himmel gewesen?" fragte Berech Krupp, den Erzähler wieder unterbrechend. „ «Chammer!» (Esel), er ist doch wieder heruntergekommen!" belehrte ihn Selke Merene. Reb Sawel aber erzählte weiter: „Rabbi Jischmol sagt zu seinen «Chawerim», daß ihm der «Szarr haponim» gesagt hat, sie sollen das Verhängniß mit Liebe und Freude annehmen. So habeil sie es auch gethan. Sie haben sich gefreut und haben den Tag zum «Jontew» (Festtag) geinacht, sie haben sich lassen Musik spielen und haben Wein getrunken. Zu derselben Zeit aber, wie Rabbi Jischmol den «Chachomim» (Weisen) die »Gesereh» (Verhängniß) hat verkündigt, hat «Haschemjißborech» (Gott, gelobt sei er) auf den Lupinus allerlei Unglücksfälle gebracht, und seine Weiber und Kebsweiber und Kinder sind alle im Palast todt gelegen, und wer sich hat wollen mit ihnen beschäftigen, um sie zu beerdigen, der ist eingesunken in die Erde. Darum mußten alle Leichen im Palast liegen bleiben, llild der Geruch im Palast war nicht auszuhalten. Dennoch wollte Lupinus die «Gesereh» (Leid) nicht aufheben. Da kam zu ihm ein Engel in Gestalt eines Menschen und sagte zu ihm: «Hebe auf dein Gebot, so wirst du die Todten begraben können.» Darauf sagt Lupinus: «Nein, es mag gehen, wie es will!»" „Das heißt ein eigeilsinniger Tückischkopf, was der Lupinus gewesen ist", sagte Berech Krupp. „Ganz wie «Pareh» (Pharao)", bemerkte Mechol Pradenik. „Da ist noch ein «Chilek» (Unterschied)", entgegnete Reb Selke Merene. „Dem Pareh hat Gott selbst das Herz verstockt gemacht, aber dem Lupinus" — .„Auch", fiel Reb Sawel ein, „es ist gar kein Unterschied. Rabbi Jischmol erzählt nun, daß ihm der «Szarr haponim» vorausgesagt hat, Lupinus wird die «Gesereh» (Leid) nicht aufheben wollen, weil er ein «Nizez» (eine Seelenverwandlung) von «Eßow Horoscheh» (von dem Bösewicht Eßow) ist. Auch hat ihm der «Mallech« (Engel) gesagt: Seid nicht traurig wegen euerer »Mißeh» (Tod), denn «Haschemjißborech» (Gott, gelobt sei er) hat geschworen an dem Lupinus Rache auszuüben. „Nun hat «Haschemjißborech« gesagt zu den Engeln: «Gehet hin und nehmt den Rabbi Chananjah ben Taradjon lind rettet ihn und stellt den Lupinus auf dessen Platz. Da kommt ein Engel und nimmt den Lupinus, der in seinem Schloß geschlafen hat, und trägt ihn in das Gefüngniß, wo Rabbi Chananjah ist eingesperrt gewesen, und den Rabbi Chananjah nimmt er und setzt ihn auf den Thron von Lupinus und setzt ihm die Krone auf, und Rabbi Chananjah hat die Gestalt von Lupinus gehabt. Nun hat man Lupinus, den man für Rabbi Chananjah gehalten hat, zu Gericht geführt und hat den Lupinus anstatt Rabbi Chananjah umgebracht, und Rabbi Chananjah war König über Aram sechs Monate; er hat viele von den Gegnern umbringen lassen, und mit seinen «Chawerim» (Genossen) hat er «Thoire» (die Heilige Schrift) gelernt, und nach sechs Monaten ist er lebendig in «Gan Eden« (Paradies) gekommen. Und es wurde im Himmel ausgerufen, weil die «Talmide Chachomim» (Schriftgelehrten) mit solcher Freude und Liebe zu Gott das Verhängniß ausgenommen, so ist ihr guter Wille vor Gott so gerechnet worden, als ob es sich erfüllt hätte, ebenso auch die böse Absicht des Llipinus." „Aus dieser Geschichte", sagte Reb Sawel, „geht also hervor, daß die zehn «Zadikim» (Fromme) nicht umgeb rächt worden sind, sondern andere, die ihre Gestalt bekommen haben, sie aber sind lebendig in den Himmel gekommen." „Also hat Bürl doch recht mit seinem «Neß» (Wunder)", sagte Mechol