Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 6 (März 1866)
- Date
- 1866-03-01
- Page
- Seite 414 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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414 Jllustr. Monatsh. für die gef. die ausdrücklich geschrieben steht in der «Kinneh» und in der «Jomkipper- Slicheh«? Mir scheint, die Welt hat recht mit dem, was sie von Euch sagt, daß Ihr auch schon ein halber «Apikoires» (Gottesleugner) seid. So lang' liegt der Bauer bei der Bäuertin, bis sie kriegen einen Sinn." „Schreit nicht, Reb Seite, und hebt Euch diese feinen Sprichwörtlich auf ein andermal auf", erwiderte Reb Sawel gelassen. „Wenn Ihr das «Sepher Pirke hecholos» (ein selten vorkommendes altes Buch) oder gar den «Soihar» (ein kabbalistisches Buch) kennen möchtet, so würdet Ihr das ebenso gut wissen wie ich, und auf den «Soihar hakodesch« (heiligen Soihar) kann man sich «ßoimech» sein (verlassen)." „Was ist das? Was ist das?" schrien alle. „Wenn ihr wollt", sagte Reb Sawel, „so will ich die Geschichte, wie ich sie im «Sepher Pirke hecholos» gelesen Hab', erzählen." „Eine «Maiße« (Geschichte), eine «Maiße»! Verzählt, verzählt!" schrien wieder alle durcheinander, und Reb Sawel Kornmehl setzte sich zurecht, wischte sich den Schweiß von der Stirn und begann: „Es ist gewesen an einem Donnerstag, wie die «Beßureh roeh» (böse Nachricht) ist gekommen von dem heidnischen Kaiser Lupinus, daß man soll die allerhöchsten zehn «Talmide Chachomim« (Schriftgelehrte) nehmen, die unter «Jißroel» (Israel) sind, und soll sie ums Leben bringen. Darunter soll sein der «Noßi« (Fürst) und der «Koin Godel» (Hohepriester) und Reb Elieser den Domoh und Reb Jehuda ben Bobo. Wenn man aber diese vier nicht will herausgeben, so soll man nehmen zweitausend «Talmide Chachomim» (Schriftgelehrte) an ihrer Statt." „Ei, ei, ei! Zweitausend! Das heißt ein «Rosche» (Bösewicht)!" sagte Berech Krupp staunend, und erst nachdem ihn Reb Selbe mit der Redensart: „Schiwe deworim begoilem" (was so viel heißt als: ein Tölpel fällt jemand Interessen des Judenthums. in die Rede), zur Ruhe verwiesen, konnte der Erzähler fortfahren. „Sobald als Rabbi Nechunjeh ben Hakoneh das gehört hatte, hat er ein' «Schein» (heiligen Namen) gemeldet und hat den Rabbi Jischmoel «Koin Godel« (Hohepriester) in den Himmel hinaufgeschickt zu dem «Mallech« (Engel), der da heißt Szarr Haponim, ob «Haschemjisborech» (Gott, gelobt sei er) mit der «Gesereh» (Leid) übereinstimmt." „Und ist der «Koin Godel» (Hohepriester) wirklich in den Himmel hinauf gegangen?" fragte Berech Krupp voll Verwunderung. „Nu, nein, nie! Und was denn?" wehrte ihn Bärl Lederer ab, und der Erzähler setzte fort: „Frägt-Rabbi Jischmol den «Mallech». Sagt ihin der «Mallech», das «Besdin schel meileh» (allerhöchste Gericht im Himmel) hat zehn ausgeschrieben und hat sie dem Semol, das ist der «Szarr» (Herr) oder das «Masel» (der Planet) von Eßow, in seine Gewalt gegeben; und das geschieht darum, weil die zehn «Schwotim» (Stämme) haben Josseph gestohlen und haben ihn verkauft. Dem Semol, dem man die Gewalt gegeben, hat man aber auch gleich gesagt, wenn er die zehn «Chachomim» (Weise) umbringen will, so wird man ihn mit andern «Szorim schel Mein» (himmlische Mächte der Heiden) tödten, wenn der «Jom hadin godel wenoire» (der große furchtbare Gerichtstag) einst kommen wird. Der «Mallech horah» (böse Engel) hat sich aber geäußert, er will alles leiden, nur soll man ihm die zehn «Kedoischim» (Heilige) übergeben. Da drüber war «Haschemjisborech» (Gott, gelobt sei er) ganz «broiges« (erzürnt), und er befiehlt dem Schreiber, daß er soll schreiben bis auf sein «Uemmeh» (Nation), und Semol muß selbst schreiben, wenn der Tag wird kommen, so soll «Haschemjißborech« Rache üben an der Stadt Aram. Und eine Wolke wird stehen sechs Monate und wird bringen auf Menschen und Vieh Grind und Wehetag; selbst auf Früchte und Gold und Silber wird kommen die «Makeh» (Plage), nachher wird eine