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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1866-02-01 · Heft 5 (Februar 1866) · p. Seite 392

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 5 (Februar 1866)
Date
1866-02-01
Page
Seite 392 (sequence 72)
Language
German
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392 Jllustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Judenthums. chungen, die sich dabei finden, zeigen uns, daß wir, wie freilich von vornherein vorauszusetzen, nicht allzusehr auf die Genauigkeit des Wortlauts dieser einzelnen Sprüche rechnen dürfen. Die Ueberschrift dieser Sammlung lautet: „Auch dies sind Sprüche Salomo's, welche übertrugen (d. h. aus andern Quellen versetzten, zusammenstellten) die Männer Hiskias', des Königs von Juda." Da die vorigen kleinen Sammlungen als Sprüche der Weisen bezeichnet waren, so muß der in den Worten „auch dies sind Sprüche Salomo's" liegende Hinweis auf die Ueberschrift der großen Sammlung 10, 1 gehen. Dadurch wird es wahrscheinlich, daß bei der Anfügung dieses Theils die kleinen schon mit der großen Sammlung verbunden gewesen sind, sodaß es leicht übersehen werden konnte, daß sie nicht dem Salomo beigelegt waren. Wären diese Stücke erst nachträglich hinzugekommen, so wären sie wol ans Ende, nicht zwischen die beiden Salomonischen gesetzt. Die ganz unverfängliche Notiz besagt also, daß die Männer Hiskias', d. h. Leute, die von diesem trefflichen König mit dieser Arbeit beauftragt waren, oder die wenigstens ihm dienten, eine Sammlung Salomonischer Sprüche veranstalteten, welche ganz oder zum Theil durch diesen Abschnitt dargestellt wird. Demnach galten in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts diese Sprüche schon als Salomonische. Freilich fehlt uns jede nähere Nachricht über das Verfahren dieser Männer. Eine eigentliche Sammlung Salomonischer Sprüche lag ihnen gewiß nicht vor; denn in diesem Fall hätten sie die Sprüche nicht erst zusammenzustellen brauchen. Damit fehlte von vornherein jede Bürgschaft der Echtheit und Unversehrtheit. Fast noch mehr wie in der Hauptsammlung tritt in diesen Sprüchen der Standpunkt der iniZers. contribuöns plebs gegenüber den Königen und Machthabern hervor, wie er in den Sprüchen eines Königs selbst nicht erscheinen könnte. Aber unter allen Umständen bleibt die Ueberschrift ein wichtiges Zeugniß für das hohe Alter dieser Sammlung, und da die Hauptsammlung ihr so ähnlich ist und nur noch durchgängiger den alterthümlichen Charakter bewahrt, so dürfen wir auch sie für mindestens ebenso alt halten. Daß auch sie durch die Männer Hiskias' zusammengestellt sei, wird übrigens in der Ueberschrift nicht gesagt; das „auch" bezieht sich nur auf „Sprüche Salomo's", incht auf den Relativsatz, und ist offenbar erst von dem vorgesetzt, welcher diese Sammlungen verband, während die ganze übrige Ueberschrift so alt sein kann wie die Redaction der Männer Hiskias selbst. Alle diese Theile, von denen einige schon vorher verbunden gewesen sein müssen, stellte schließlich ein Freund der Spruchdichtung zu einem großen Buche zusammen und gab demselben eine kleine Einleitung, in der er es (nach 10, 1 und 25, 1) für Sprüche Salomo's erklärte und den Nutzen dieser auseinandersetzte (1, 1 — 7). Er schließt mit dem Kernsprnch, der gleichsam die Quintessenz des ganzen Buchs ausdrückt: „Die Furcht des Herrn ist der Erkenntniß Anfang; Weisheit und Zucht verachten die Thoren." Durchgängig hält er sich an den Sprachgebrauch der von ihm zusammengestellten Schriften. Seine Rede ist zwar ohne Originalität, aber fließend und macht den Eindruck, als ob auch sie noch aus vorexilischer Zeit stammte. An dieses Buch wurden nun später noch mehrere kleine Anhänge gesetzt, welche im seltsamen Durcheinander die beiden letzten Kapitel ausmachen. Eine nähere Besprechung dieser Stücke, welche nicht einmal alle der Spruchdichtung angehören, und bei Lenen auch zwei sonst ganz unbekannte Verfasser genannt werden (Agur, der Sohn Jake's, 30, 1, und die Mutter des Königs Lemuel, 31, 1), würde uns zu weit führen. Der Philologie liegen hier noch immer ein paar der allerschwierigsten Räthsel hinsichtlich des Wort- und Sinnverständnisses zn lösen vor. Nur auf den letzten Anhang weisen wir noch besonders hin. Es ist dies das kleine alphabetische Spruchlied von der guten Hausfrau, ein ein-

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