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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1866-02-01 · Heft 5 (Februar 1866) · p. Seite 391

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 5 (Februar 1866)
Date
1866-02-01
Page
Seite 391 (sequence 71)
Language
German
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Die Salomonischeir Schriften. 39 l und Ermahnungen, bald als bloße Darstellungeil der thatsächlichen Verhältnisse. So gleichmäßig die äußere Form auch ist, und so wesentlich sich auch die zll Grunde liegenden Anschauungen gleich bleiben, so fehlt doch jede systematische Anordnung. Nur selten werden einige wenige Sprüche durch die Aehnlichkeit des Inhalts oder einzelner Stichworte zusammengehalteu. Sonst stehen die Sprüche ohne jegliche Ordnung wild durcheinander, und der Beweis soll noch geführt werden, daß in ihnen je eine bessere Ordnung geherrscht habe. Dazu kommt, daß einige ganze oder halbe Sprüche ganz gleich oder mit sehr geringen Varianten an verschiedenen Stellen des Abschnitts wiederkehren (z. B. 16, 2 — 21, 2; 19, 12a — 20, 2a). — Wir sehen, der Sammler stellte die Sprüche zusammen, wie er sie fand, vielleicht aus schriftlichen, vielleicht aus mündlichen Quellen, vielleicht aus beiden. Daß alle diese Sprüche von Salomo herrühren, ist zwar, wie wir unten sehen werden, eine sehr alte Meinung, aber diese kann für uns doch nicht maßgebend sein. Durchgängig sehen wir hier die Anschauung des verständigen Bürgerstandes, nicht der Aristokratie oder gar eines Königs. Die Aehnlichkeit der Grundsätze in fast allen diesen Sprüchen ist aus der gleichmäßigen Auffassung der israelitischen Volksweisheit herzuleiten, aus der sie hervorgegangen sind. Air einen einzelnen Verfasser darf inan bei einer so großen Menge einzelner Sprüche schwerlich denken. Immerhin mögen wirklich Salomonische Sprüche in dieser Sammlung stehen, aber zahlreich sind sie schwerlich, und bei keinem einzelnen läßt sich die salomonische Herkunft geradezu erweisen. Wenn auch diese Sammlung, wie wir bald sehen werden, wahrscheinlich schon in sehr alter Zeit zusammengestellt ist, so folgt daraus doch noch nichts bestimmtes für die Entstehung der einzelnen Sprüche; denn wie leicht kann eine so wenig zusammenhängende Sammlung noch nach ihrer ersten Redaction vermehrt sein! Manche dieser Sprüche mögen sehr alt, andere können bedeutend jünger sein, aber allerdings ist es sehr wahrscheinlich, daß die große Masse aus der frühem Zeit des Königthums und daß nicht ein einziger aus der Zeit nach der Zerstörung Jerusalems stammt. Der dritte Theil, 22, 17 — 24, 22, bildet eine mehr in sich zusammenhängende Reihe von Sprüchen, welche durch denselben parünetischen Geist und die Aehnlichkeit der Darstellung zusammengehalten werden. Der Verfasser nennt seine Sprüche selbst „Worte der Weisen" (22, 17), während Salomo hier gar nicht erwähnt wird. Allerdings sind hier deutlich alte Sprüche benutzt, aber doch mit selbständigem Geiste verarbeitet. Das kleine Stück zeigt manche Aehnlichkeit mit dem ersten Abschnitt des Buchs, z. B. darin, daß der Verfasser die Rolle eines weisen Lehrers spielt, der einen Jüngling als „mein Sohn" anredet, aber die Verschiedenheit ist wieder so groß, daß an eine Identität der Verfasser beider Stücke nicht gut zu denken ist. Die Annahme, daß bei der Abfassung unsers Abschnitts jener als Muster diente, löst alle Schwierigkeiten. Zu diesem dritten Theil fügte jemand eine kleine Nachlese von Sprüchen, 24, 23—-34, deren Ueberschrift „Auch diese (Sprüche) sind von Weisen" dieses Stück als Anhang und jenes als „von Weisen" (also nicht von Salomo) verfaßt bezeichnet. Viel wichtiger ist der letzte größere Theil, Kap. 25—29, welcher würdig der großen Spruchsammlung zur Seite tritt. Auch hier haben wir wieder lauter einzelne Sprüche, von demselben Geist wie die der großen Sammlung belebt. Die obengegebene Schilderung der Sprüche paßt durchgängig auch auf diese, nur ist die Fonn oft weniger scharf; Verse, deren beide Glieder nur Einen Satz bilden, sind häufiger, und manche Verse zerfallen in drei oder vier Glieder statt in zwei. Eine irgend systematische Ordnung fehlt auch hier völlig. Manche Sprüche kommen sowol in dieser wie in der andern Sammlung vor. Die kleinen Abwei-

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