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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1866-02-01 · Heft 5 (Februar 1866) · p. Seite 377

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 5 (Februar 1866)
Date
1866-02-01
Page
Seite 377 (sequence 57)
Language
German
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377 Das Leben David's. auswandern möchten und die armen zurttcklassen würden. Sie schlug daher vor, daß man mit Zuziehung der Judenvorsteher bestimme, welche Juden, und zwar der sechste Theil, im ersten Jahre, welche im zweiten u. s. w. auswandern sollen, und müßte Rücksicht darauf genommen werden, daß stets viele arme und einige reiche zur Auswanderung bestimmt werden, damit letztere die ersteren unterstützen sollen. Man wird zugeben, daß auch die Statthalterei, welche für die Juden das Wort nahm, nicht von sehr erleuchteten liberalen Grundsätzen ausging, und doch war sie zu jener Zeit der Hort, auf den die Juden hoffnungsvoll blickten. Noch einer andern, gewissermaßen erfreulichen Entschließung haben wir zu gedenken. Am 14. Juli 1746 wurde den Juden gestattet, Märkte zu besuchen lind in ordentlichen Wirthshäüsern zu übernachten, in Prag hingegen während der Marktzeit zu verweilen. Allerdings wurde diese Bewilligung in Beziehung auf Prag dahin restringirt, daß dieselbe nur für jene Marktzeit im Juli zu gelten hatte. Infolge der Befürwortung des Feldinarschalls Grafen v. Ogilög gestattete die Kaiserin, daß die Juden ausnahmsweise auch den Markt zu Prag im October besuchen dürfen: „Also erlauben es wir nur vor diesen Markt, daß selbe nach Prag kommen dürffen, nicht aber vor künfftig." Ein ähnliches Rescript erfolgte am 16. Febr. 1747, als neuerdings ein Markt zu Prag abgehalten werden sollte: „Maria Theresia. Unterm 3. Oct. haben wir an Euch rescribirt, daß die aus Prag emigrirte Judenschaft zu Jahrmarktszeiten wegen Treibung ihres Handels lind Wandels bei Tag daselbst eingelassen werden könne. Wie nun wirx.diesen Eintritt gedachterJudenschafft nurffür den damaligen St. Wencelslai-Jahrmarkt allergnädigst gemeint, keineswegs aber gestatten wollen, daß die Juden die zu Prag künftighin haltenden Jahrmärkte mehr besuchen sollen." (Fortsetzung folgt.) W Am DMtz'Z. Wol kaum zeigt das Gebell eines biblischen Helden dem Künstler und Poeten mehr günstige Momente dar, als das Leben des Priesterkönigs David, dessen vierzigjährige stürmische aber glänzende Regierung eine fortlaufende Reihe großartiger Ereignisse und interessanter Charakterzüge bot. Edel und fromm, eifrig für das Wohl des Staats und tapfer im Kampfe wider dessen, zahlreiche Feinde, klug und berechnend in politischen Angelegenheiten, in rein menschlichen Dingen zuweilen schwach, zuweilen leidenschaftlich, groß als Regent und erhaben als Dichter wunderbarer Gesänge, welche dem öffentlichen Gottesdienst zur höchsten Zierde gereichten, so steht sein Bild in einfachen Zügen in der Heiligen Schrift (l. Samuel, U;, l! bis 1. Könige, 2, 1 l) vor uns. Ohne überschwenglich zu sein, durften die historischen Bibelkritiker diesen Regenten Israels als das Muster eines weltlichen und geistlichen Fürsten, eines wahrhaft theokratischen Herrschers, preisen und in ihm den Ruhm des jüdischen Volks anerkennen. Ja selbst die Verehrung derjenigen, welche sein rein menschliches Wesen und seine irdischen Schwächen im verklärten: Licht der Sage zu betrachten lieben und ihn zum Heiliger: machen möchten, hat in der bekannten Erfahrung, daß von der unbegrenzten Hochachtung großer historischer Persönlichkeiten bis zu deren gottähnlichein Cultus oft nur ein Schritt ist, ihre Berechtigung. Daß sich an David die Idee vom Messias knüpfte, daß man ihn zum Vorläufer und Ahnherrn desselben machte, war natürlich. Nur aus dem Stamme eines so vollkommenen und erhabenen Priesterkönigs, welcher der Stolz Israels war, konnte der Erlöser kommen, den Israel erwartete. So dachte die strenggläubige jüdische und christliche Schule; so pflanzte sich in dieser die Tradition, daß in David der Vorläufer, in David's Hauspropheten Nathan der Verkünder des Messias zu suchen sei, fort, und so besteht die Anschauung noch heutzutage, natürlich mit dem Unterschied, daß dieser Mes-

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