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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1866-02-01 · Heft 5 (Februar 1866) · p. Seite 358

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 5 (Februar 1866)
Date
1866-02-01
Page
Seite 358 (sequence 38)
Language
German
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358 Jllustr. Monatsh. für die gef. Erfolg aufgeführt wurde, dann zwei Töchter: Marie Sulzer, früher Primadonna, gegenwärtig Professorin an der wiener kaiserlichen Opernschule, und Henriette Sulzer, früher Primadonna an spanischen und italienischen Bühnen, gegenwärtig Direktorin der kaiserlichen Oper in Mexico. Sulzer's Aeltern haben den Ruhm des Sohnes nicht nur erlebt, sondern viele Jahre mitzuleben das Glück gehabt. Seine Mutter mag oft au den Ausspruch des sterbenden Großvaters gedacht haben, wenn sie gesehen oder gehört, welche Stellung sich ihr Salomon durch sein Talent und seinen Fleiß in der Welt errungen. Seit einigen Jahren ruhen beide in kühler Erde. Sulzer denkt nicht nur an sie, sondern auch an seine Jugend und an seine Heimatsstätte mit rührender Pietät. Der Gemeinde Hohenems, in welcher er als Cantor seine ersten Sporen verdiente, machte er für den dortigen Tempel ein Harmonium zum Geschenk; es ist seine Ansicht, daß sich dieses Instrument nach und nach in den Tempeln Bahn hrechen wird, und er will wenigstens, soviel in seiner Kraft liegt, hierzu beitragen. Mehr als dieses Geschenk ist ein anderes, welches er seiner Vaterstadt noch zu machen gedenkt, nämlich ein Haus, welches er in Hohenems besitzt, und welches er zu einem Stiftungshause machen wird. Wenn man diesen Mann mit grauen Haaren, der heute in seinem 62. Lebensjahre bereits sein vierzigjähriges Jubiläum feiert, betrachtet und sieht, wie er noch im ungeschwächten Eifer für seinen Beruf lebt, wenn man bedenkt, was er während seiner Laufbahn geschaffen, und wie er es geschaffen, so wird man dessen inne, daß man einem achtunggebietenden Mann gegenüber sich befindet, und fühlt, wie wir eingangs erwähnt haben, die Wahrheit und Naturnothwendigkeit, die in dem biblischen Gebot enthalten ist: „Vor einem grauen Haupte sollst du aufstehen!" Interessen des Judenthums. Die Vertreibmg der Mm W UülMM m Ichre AÄA md deren MjrdeMfmhme im Ichre M8. Von G. Wolf. (Fortsetzung.) Erste Abtheilung. In derselben wird der Beweis geführt, daß die Juden wol das Privilegium besitzen, sie dürfen ohne das Vorwissen Ihrer Majestät nicht ausgetrieben werden, hingegen stehe es dem Monarchen zu, wenn er will, sie anszuweisen. Zweite Abtheilung führt an, daß in der That die Juden wiederholentlich ausgewiesen wurden; constatirt aber zugleich, daß die Juden stets in dieser Beziehung die Absichten der Regierung zu durchkreuzen verstanden, „und haubtsächlich von darumben, weilen Sie die Judenschafft das Hoffcameral Mittel allhier zur Lontreeurrirung der Cantzley absehens auffzubringen gcwust, welchem nach die Cantzley, da sie gesehen, daß sie alle Arbeit biß dahin umbsonst haben und mit der Hoffcammer wieder ab ovo anfangen solle, an dem guten Fortgang verzweifelt und den Muth sinken ließ." Dritte Abtheilung behandelt die Frage, ob eine ganze oder teilweise Austreibung der Juden stattfinden soll. „Bey dieser Frage nun weiß man nicht und hat es bißher nicht begreifen können, was für Bewegnuß die Hoffcammer haben möge, als welche sich allen und denen geringsten pn88ibu8 der Judeneinschränkungen gar sehr entgegengesetzt hat. Die Cantzley hingegen hat durch alte und neuere Proben genugsam dargethan, daß sie ihres Orthes in die Judenschaft gar nicht verliebt sey, sondern die Jüdische Geineinschaft für einen großen Schlagbaum in publico et coinmercmli fest und in auffrechteren Stand zu kommen gehalten habe. Nur die vermöglichsten unter ihnen und also die wenigsten nähren sich mit Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit, der meiste Pöwel aber mit Betrug und Falschheit und muß derjenige aufs allen Seichen und

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