Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1866)
- Date
- 1866-02-01
- Page
- Seite 344 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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344 Jllustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Judenthums. weiterten sich, die Thräneil versiegten, und starren Blicks rannte er an den nahen Kanal, als erwarte er, in dein trüben Wasser desselben die Leiche seines Sohnes zu finden. Aber er sah nichts. scher Eile, mit einer Schreckensmiene und stieren, blutunterlaufenen Augen durchkreuzte er die Straßen. Von den ihm zugemessenen drei Stunden waren fast zwei verflossen; er hatte nur noch eine und wenige Minuten, seinen M-M ,,3wei bischer mit einem kleinen Aahn Hallen nicht lern von der Blesse angelegt." Zwei Fischer mit einein kleinen Kahn hatten nicht fern von der Stelle angelegt; er lief zu ihnen heran. „Um Gottes Jehova's willen, Freunde", rief er, „habt ihr nicht meinen Benjamin gefunden? Ein lieblicher Knabe war's in einem braunen Pelzrock, mit blonden Haaren und dunkeln Augen." Die Fischer antworteten nicht, sondern sahen nur griilsend auf den verhaßteil Juden, dessen Angst sie zu ergötzeil schien. Salomon rannte davon; in stürini- Sohn Benjamin zu finden. Jeden, der ihm begegnete — und es waren nicht allzu viele, denn fast die ganze Bevölkerung war iil oder um Santa-Maria Maggiore versammelt oder kniete vor den Altären in den andern Kirchen, beteild für das Coneil — jeden fragte er: „Hast du nicht meinen Sohn Benjamin gesehen? Ein liebes Kind, ein goldenes Kind mit blonden Haaren und dunkeln Augen." Selten erhielt er Antwort. Viele spuckten vor seine Füße, auf seinen