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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1866-01-01 · Heft 4 (Januar 1866) · p. Seite 317

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 4 (Januar 1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 317 (sequence 77)
Language
German
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Die Humanitären Bestreb, sowie die s wie des letztem kosmogonisches Werk^ „Jezirah", die Grundlage der spätem „Kabbala", eine Geheimnißlehre aus den: persisch-macedonischen Zeitalter, auf Grundlage der Magierweisheit und der orientalischen Emanationslehre. Akiba's Schüler Simeon ben Jochai schrieb ein Buch Sohar, eine mystische Deutung des Pentateuch. Der Historiker Josephus schrieb sieben Bücher Geschichte des jüdischen Kriegs, zwei Bücher vom Alterthum des jüdischen Volks, zwanzig Bücher jüdische Alterthümer, und Philo seine philosophischen Schriften. Die dritte Periode ist die Blütezeit der Judenschulen in Galiläa, Syrien und Rom, 135—475, und in Babylonien, 219—1039, wo mit der Kabbala auch die Erläuterung der mosaischen Schriften und Ausschreibung der Tradition durch den Rabbi Jehuda um 218 in „Mischnajoth" und der Extract aus verschiedenen Commentaren, „Gemara" (Erklärung) vom Rabbi Jochanan ben Elieser (278) entstand und sich dann aus der Gemara und Mischna der „Talmud" als Religionscodex bildete. Die vierte Periode lieferte Kritiken der Gemara, und zwar die palästinensische oder jerusalemitische und die babylonische aus Sura (475—740.). Die fünfte Periode, 740—1040, lieferte berühmte Gesetzlehrer; um 750 schrieb Anan, der erste Theolog der Karäer oder Karaiten, welche Sekte im Gegensatz zu den Talmndisten (Rabbaniten) den ganzen Talmud verwirft. Um 927 schrieb Haggaon die erste hebräische Grammatik; hebräisches Versmaß und Reim wurden nach der modernen Prosodie eingeführt mit dem Vocalsystem, Talmudwörterbücher erschienen und die älteste hebräische Gebetsordnung (800). Aus dieser Epoche erhielten sich die ältesten hebräischen ooäieos. Die sechste, spanisch-arabische Periode, 1040—1204, ist die Glanzepoche, wo nach Schließung der babylonischen mosaischen Lehranstalten (1039) die jüdischen Gelehrten mit den Sarazenen aus der Berberei in Afrika über das Mittelländische Meer herüber theils oc. u. relig. Beweg, des 19.Jahrh. 317 j nach Sicilien, Unteritalien und Morea, theils nach der Pyrenäischen Halbinsel sich hinzogen. Auf diese Art wurde während des ganzen Mittelalters (bis ans Ende des 15. Jahrhunderts) das mauritanische Spanien der Hauptsitz jüdischer Weisheit, eine Pflanzschule mosaischer Theologie und arabischer Gelehrsamkeit überhaupt; Rabbi Mose war schon 990 Vorsteher einer jüdischen Studienanstalt zu Cordova, und ums Jahr 1000 übersetzte sein Schüler Rabbi Joseph auf Befehl des Khalifen Hischam II. den Talmud ins Arabische. Wie früher sich zu Konstantinopel (Smyrna, Bagdad, Damaskus, Trapezunt u. s. w.) im Süden Europas und Asiens, sodann später in Alexandrien und andern Städten Aegyptens und Syriens, endlich in Fez, Marokko und andern Gegenden Afrikas (in Kairwan, Bari, Otranto u. s. w.) Mittelpunkte orientalischer Bildung und Pflanzstätten jüdisch-arabischer Wissenschaft gebildet hatten, so sah man jetzt mosaische Akademien und Gelehrtenschulen unter den maurischen Khalifen in Spanien erblühen, welche den Grundstock für die späterhin (im christlichen Zeitalter, nach der Vereinigung von Castilien und Aragonien und Besiegung der Ungläubigen) so berühmt gewordenen spanischen Universitäten bildeten. Das Judenthum in Spanien und Portugal erzeugte an Sprachkennern und Dichtern einen Salomo ben Gabirol zu Cordova (1050), Jehuda Levi, Verfasser des „Divan" (1080—1150), Aben Esra ben Meir aus Toledo, die Translatoren Rabbi Joel (er übersetzte „Die sieben weisen Meister" ins Hebräische, ebenso Bidpai's Fabeln), Johann von Capua (1262—78), Uebersetzer ins Lateinische; sodann an Exeeten: Joseph Kimchi Vater und seine eiden Söhne Moses Kimchi und David Kimchi (1160—90), ferner Salomon Jarchi oder Raschi aus Trohes; den Touristen Benjamin von Tudela (1173), Beschreiber einer Reise in den Orient, und endlich den berühmten Philosophen, Arzt und Commentator der Mischna, Moses ben Maimon oder Maimonides, genannt der Ruhm des Orients und das Licht des Occidents,

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