Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 303 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Judenfrage in Ungarn. 303 fach in irgendeiner Winkelschule erlernt, so hat ihr Bildungsgang auch den endgültigen Abschluß erlangt. Aus diesem erhellt, daß sie ihren Geist blos in dem Maße und zu dem Behufs pflegen, um diese ihren materiellen Interessen in lucrativer Weise dienstbar machen zu können. t. Die Juden gehören zu jenen unvermeidlichen, lästigen Geschöpfen, denen wir überall begegnen, denen wir nimmermehr ausweichen können. Unsere Gymnasien, unsere Real- und technischen Schulen, unsere Universitäten und Akademien, kurz unsere sümmtlichen Lehr- und Bildungsanstalten sind von Juden überfüllt. Beträte ein Fremder diese mit unsäglichen Opfern ins Leben gerufenen Institute: er würde glauben, in einer großartigen jüdischen Gemeindelehranstalt zu sein. Hat die Nation etwa zu Gunsten der Juden diese heiligen Hallen errichtet? Es dürfte nicht lange dauern, und die Herren der materiellen Bestrebungen werden uns endlich auch vom wissenschaftlichen Gebiet unerbittlich verdrängen. Ich glaube nicht, daß das Sündenregister der Inden hiermit erschöpft wäre. Ich kann Sie blos versichern, alles, was in meinem Notizbüchlein sich vorgefunden, mit judenfresserischer Gewissenhaftigkeit hier ausgezeichnet zu haben. Sonderbarerweise merke ich es jetzt erst, daß all diese Angriffe gegenseitig sich aufheben. Vergleichen Sie beispielsweise a und b, e und cl, o und k u. s. w., und Sie werden staunen. Ein kräftigeres Dementi dieser Angriffe ist kaum denkbar. Ich hoffe. Sie werden überzeugt sein, daß ich die Liste dieser jüdischen Capitalsünden nicht deshalb in dieser Reihenfolge aufgestellt, um das Ganze all adsuräum zu führen. Es geschah dies ohne alle und jede Absichtlichkeit. Trotz diesem sonderbaren Ungefähr, das diese Angriffe ziemlich zu entkräften scheint, bin ich bei weitem nicht geneigt, das fast einstimmige Geschrei der Presse als eine blos leere, böswillige Er- und Andichtung zu bezeichnen. Wären diese Angriffe gegen ein Individuum geschleudert, ihre Grund- und Haltlosigkeit wäre dann entschieden erwiesen. Da diese jedoch gegen einen ganzen Volksstamm gerichtet sind, so ist's noch immerhin möglich, daß ein Theil derselben diese, während ein anderer Theil die entgegengesetzten Mängel besitze. Ist dem aber so, so kann Eines mit Bestimmtheit festgestellt werden: entgegengesetzte Fehler und Mängel können unmöglich im Urtypus eines Volksstammes liegen! — Doch hierüber nächstens. . . . Vierzehnter Brief. Bihar, 1. Oct. 1865. Sie sind doch darauf vorbereitet, geschätzter Freund, das Ihnen vor wenigen Tagen übermittelte Sündenregister des jüdischen Stammes im Geiste noch einmal durchzufliegen. Bevor wir ein einzelnes Individuum verurtheilen, müssen wir doch vorerst unser Gewissen hierüber ernstlich zn Rache ziehen. Handelt es sich jedoch um die Brandmarkung eines ganzen Volksstammes, da ist es unstreitig doppelte Pflicht eines jeden Bessergesinnten, soweit dies nur mit unserm Rechtsgefühl vereinbar, eine mildere, liberalere Auffassung der Anklagepunkte anzustreben. So leichthin das „Schuldig" über eine ganze Menschenklasse aussprechen, ist eine Perfidie, ist ein schändlicher Verrath an der Menschheit. ^.cl u. „Die Juden haben noch nicht jene Stufe geistiger Cultur erklommen, daß ihre etwaige Emancipativn ihnen selbst oder dem gemeinsamen Vaterlande einen wesentlichen Nutzen gewähren könnte." — Wäre dies möglich? Ich gebe es zu. Allein wer trägt wol die Schuld hieran?. Warum hat man denn gestrebt, die Juden durch eine mehrhundertjährige systematische Ausschließung aus dem menschlich-gesellschaftlichen Verbände in diesem angeblich bedauernswerthen unmündigen Zustande zu erhalten? Warum hat man selbe so hermetisch abgesperrt, daß kein freies Lüftchen, kein leuchtender Sonnenstrahl sich zu ihnen zu verirren vermochte? Man reiße die finstern Kerker auf, man gestatte den Juden, in der weiten, freien Natur nach Herzenslust