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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1866-01-01 · Heft 4 (Januar 1866) · p. Seite 290

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 4 (Januar 1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 290 (sequence 50)
Language
German
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290 Jllustr. Monatsh. für die ges. aber doch die Sprache betreffende Fragen besprochen werden, und worauf die Grammatiker de Balmes, Benvenuto und Jbn Jachja schon Hinweisen; feine große Einleitung dazu, welche eine eigenthümliche Hodegetik in das Bibelstudium bildet und bereits von Schein-Tob ben Josef, Salomo Norzi, de Lonsano, de Rossi, Moscato u. a. rühmlich citirt wird, verdienten längst eine kritische und gewissenhafte Ausgabe. Es kann uns nur freuen, daß der als Grammatiker, Philosoph, Exeget, Astronom, Arzt und Polemiker gegen das Christenthum so ausgezeichnete Gelehrte des 14. Jahrhunderts, der im Leben durch seine Zwangstaufe und vielfache widrige Geschicke viel gelitten hatte, endlich nach 450 Jahren einen Goel gefunden. Die Herausgeber haben sich durch das gänzliche Fehlen oder die Mangelhaftigkeit der Quellen über sein Geburts- "und Todesjahr, über die Absassungsdaten einiger seiner Schriften nicht abhalten lassen, in einer ausführlichen deutsch geschriebenen Einleitung alles das zusammenzustellen, was über das Leben und den Charakter, die Schriften und Episteln Profiat Duran's kritisch bisjetzt zu ermitteln war. Nach einer kurzen Erwähnung der düstern Zeit in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bespricht dieselbe unter einigen besonder» Ueberschriften das Leben und die Schriften Efodi's, und zwar 1) Namen des Autors und des Werks; 2) Leben und Charakter Efodi's; Z) die Schriften Efodi's, und zwar a) die Schriften mit bestimmten Daten; b) chronologisch bestimmbare Schriften, e) chronologisch nicht bestimmbare Schriften, endlich zur Charakteristik des Maasse Efod, Zeugnisse jüdischer und christlicher Schriftsteller über Efodi und das vorliegende Maasse Efod, die im Buche vorkommenden Namen der Autoren und der Werke, die Handschriften und endlich die Varianten nach einer Copie der oxford-pariser Handschrift u. s. w., Noten zu dieser ganzen großen Einleitung mit Auszügen aus seinem Chescheb Hä-Efod und aus andern Handschriften. Zu dem Werke selbst sind noch hinten Anmerkungen und Zusätze aus der Schrift Magen David des Interessen des Judenthums. Elischa ben Abraham angefügt, die sehr werthvoll sind. Aber ungeachtet der gründlicher: und fleißigen Sammlung der Herausgeber ist doch noch sehr viel zu thun übrig, da wir über das Leben und die Charakteristik des P. Duran, über seine schriftstellerische Stellung und Bedeutung noch kaum mehr wissen, als was wir schon aus Grätz im 8. Bd. seiner Geschichte erfahren haben, wo noch überdies sein Bild im Rahmen der Zeit uns irr voller Beleuchtung erscheint. Möge es den Herausgebern vergönnt sein, ans dem Studium der von ihm noch handschriftlich vorhandenen Werke die nöthigen Daten über sein Leben und Wirken herauszulesen und das Ergebniß in irgendeiner wissenschaftlichen Zeitschrift mitzutheilen; mögen aber auch die begüterten Freunde des jüdischen Schriftthums den Herausgebern ihre Mühe und Geldopfer lohnen oder durch Ankauf des Werks sie wenigstens vor Schaden bewahren. „ZW klÜlmtt INtMllM" dt!' „GdMIelMhen KrchmMMg". Die „Evangelische Kirchenzeitung" bringt in ihrer Nr. 80 einen Artikel mit der Ueberschrift: „Fanny Lewald, oder das entleerte Judenthum". Unwillkürlich bemächtigte sich unserer bei dem bloßen Anblick dieses Artikels das Gefühl des Klosterbruders, der es in seiner schlichten Einfalt nicht begreifen konnte, „wie doch ein Heiliger, der sonst so ganz im Himmel lebt, zugleich so unterrichtet von Dingen dieser Welt zu sein, herab sich lassen kann. Es muß ihm sauer werden." Auch wir fragen: Wie kann die „Evangelische Kirchenzeitung" herab sich lassen, die völlig bedeutungslose Lebensgeschichte eines eiteln Judcnmädchens in den Kreis ihrer frommen und heiligen Betrachtung zu ziehen? Auch fühlt die Heilige es selbst, daß es hierzu einer Erklärung bedarf, und ist offenherzig genug sie zu geben. Sie hat! nämlich, wie sie selbst sagt, aus diesem ' Buche die Gelegenheit sich geholt, „das

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