Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 288 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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288 Jllustr. MonaLsh. für die ges. Interessen des Judenthums. teuch-Commentar heißt es in wörtlicher Übersetzung: „Beendigt am 23. des Monats Schebath 1339 hier in der Mop-Stadt (Orange) u. s. w. Das ganze Werk hat aber einer genauen Prüfung nöthig, da ich während des größten Theils der Arbeit in Avignon weilte, wo ich mit zu großer Eile und ohne die talmudischen Schriften benutzen zu können, arbeitete." In der letzten Periode feines Lebens war er, wie Juchasin berichtet, in Perpignan, wo er nach 1361 gestorben. Die Abstammung und Familienschaft Lewi's anlangend, so sind sämmtliche Chronographen seit Sakkuto einig, daß sein Vater Gerson geheißen, der ein Schwiegersohn des Mose Nachmani (Ramban) war, sodaß Leon de Bagnols von mütterlicher Seite Enkel des berühmten Nachmani gewesen ist, wie Simon ben Zemach Duran von mütterlicher Seite ein Enkel unseres Lewi gewesen, der seine Tochter an Zemach Duran verheirathet hatte. Dieses berichtet Sakkuto in „Juchasin", und Consorte in seinem „liorolm-Oorot", und wird auch vielfach bestätigt. Die Familie Duran stammte aus der Provence; 1280 lebte daselbst ein Mose Duran und von Zemach Duran wissen wir, daß er sich nach der Verheirathung mit der Tochter Lewi's nach Mallorca begeben hat, und daß sein Sohn Simon Duran in Algier (1391 —1444) zu dem Pentateuch - Commentar seines Großvaters de Bagnols Scholien unter dem Namen Liwjat Chen geschrieben hat. Ebenso wenig wie die Großvaterschaft Lewi's im Verhältniß zu Simon Duran läßt sich mit Grund die Großvaterschaft Nachmani's iin Verhältniß zu Lewi bezweifeln. Denn der Umstand, daß er den Großvater Nachmani niemals anführt, daß er dessen Schriften nie studirt zu haben' scheint, wie es sich in seinem Daniel-Commentar bei Berechnung des Exilendes oder der Erlösungszeit klar herausstellt, so liegt der Grund offenbar darin, daß die Richtung und Anschauung des Enkels so gänzlich verschieden von dem Jdeengang des Großvaters war, daß er lieber Nachmani's Arbeiten ganz bei Seite lassen wollte, um nicht polemisiren zu müssen. Der Großvater von väterlicher Seite war der Philosoph und freisinnige Theolog Levi ben Abraham ben Chajjim, der Zeitgenosse Nachmani's und als Verfasser des berühmten Werkes „Liwjat Chen" bekannt. Dieses Großvaters gedenkt übrigens unser Lewi, der nach dem Namen seines Großvaters eben Lewi hieß, in seinem Pentateuch-Commentar (ell. Venscl. S. 119 a.), indem er daselbst sagt: „Die Erklärung dieses Verses habe ich überliefert empfangen von meinem Großvater Rabbi Lewi ha- Kohen." Dieser Erwähnung von ihm selbst schließt sich dann die Erwähnung desselben Mannes bei Mose Almosnino in seiner Redensammlung „Meammez Koach" (eä. Venocl., x. 117) an, wo es heißt: „Und siehe, der große Gelehrte, der Verfasser von Liwjat Chen, der Großvater des Lewi ben Gerson." Wenn aber über die zwei Großväter Nachmani und Lewi kaum ein Zweifel obwalten kann, so kann sein Vater nur Gerson ben Lewi und nicht Gerson ben Salomo, der Verfasser des „Schaar Ha-Schamajim", gewesen sein, und Sakkuto hätte also irrthümlich die beiden verwechselt. Unser de Bagnols scheint auch einen Bruder mit Rainen David gehabt zu haben. Denn in einer alten Handschrift zu Paris von Raschi's Bibel-Commentar nennt sich der Abschreiber David ben Gerson und sagt in der Nachschrift, daß er diesen Commentar für seinen Bruder Lewi im Jahre 1338 (n"? ist für n": zu lesen) geschrieben habe. In Bezug auf die Data in den Epigraphien seiner Werke verdienen die weniger bekannten in den nur handschriftlich vorhandenen Werken hervorgehoben zu werden. Seinen „Commentar zu Jbn Roschd's Bearbeitung der Aristotelischen Analytica" schrieb er 1319, seine Arithmetik, Maasse Chascheb, 1321, sein Werk über die neuere Astronomie (Techuna) 1342,. seine Astrologie u. s. w. 1355 und seine astronomischen Tafeln 1361, sodaß zwischen 1319 und 1361 seine philosophischen Commentare zur Bibel (Bereschit 1328, ganz Genesis und Exodus 1330, Num. und Deut. 1338,