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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1866-01-01 · Heft 4 (Januar 1866) · p. Seite 287

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 4 (Januar 1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 287 (sequence 47)
Language
German
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Einige neuere Erscheinungen auf dem Gebiet des jüd. rern Ausgaben veröffentlicht. Dieser Erfolg ist um so staunenswerther, als der Verfasser die aristotelische Philosophie als absolute Wahrheit offen anerkennt und, ohne Maimuni's Behutsamkeit anzuwenden, sowol der Bibel als den jüdischen Glaubensmeinungen Zwang anthut, um sie seinen peripatetischen Ideen anzupassen. Es scheint fast, als habe man ihm wegen seiner Verdienste um die Exegese die Ausschreitungen als Philosoph und Theolog verziehen. Es ist auch möglich, daß zu einer Zeit, in der die Philosophie in Verfall gerathen war und die Kämpfe aufgehört hatten, die ganze Tragweite der Werke Lewi's gar nicht begriffen wurde." Nach dieser umrißlichen Zeichnung des großen Mannes kann es nicht als überflüssig erscheinen, wenn ich hier die chronologischen Data über das Leben de Bagnols, die zerstreuten Bemerkungen über seine Familie und Abstammring, über seine zahlreichen gedruckten oder handschriftlichen Werke kritisch zusammenstelle. Del Medigo sagt von ihm in seinem literaturgeschichtlichen Briefe an Serach: „Nach dem Astronomen und Mathematiker Isaak Jbn Said in Toledo und nach Isaak ben Israel glänzte keiner so wie Lewi ben Gerson, welcher die Algebra bearbeitet hat, den Euklid glossirt und die neuere Astronomie verstand", und über das Leben eines solchen Mannes haben sowol die philosophischen Schriftsteller als die Bibliographen nur wenig berichtet, sodaß ich hier einiges zusammentrage. Nach eigener Aussage am Schluß seiner Arithmetik, genannt Ma asse Choscheb sagt de Bagnols, daß er bei Beendigung dieser Schrift am Neumond Nissan 1321 gerade 33 Jahre alt war, und er ward demnach am Neumond Nissan 1288 geboren. Die genannte Arithmetik war aber nicht sein erstes schriftstellerisches Erzeugniß, da er schon 1319 seinen Commentar zu Jbn Roschd's Bearbeitung der aristotelischen Analytica geschrieben (de Rosst, Cat. Nr. 836). Die Abfassungs- und Beendigungsdaten bei seinen zahlreichen Schriften gehen, wie wir weiterhin sehen werden, von 1319 bis 1361, Schriftthums. 287 also bis zum dreiundsiebzigsten Jahre seines Lebens, was den Verfasser des „Juchasin" bewogen haben mag, nachdem er das Todesjahr Lewi's auf 1370 zuerst festgestellt hatte, nachher auf 1361 zu bestimmen (LB. d. Or. 185l, S. 3ö9), was übrigens nur eine conjecturale Glosse ist. Sein Geburtsort war Bagnols bei Gerona, und von diesem Orte führte er in der Volkssprache den Beinamen de Bagnols, wie für den Namen Lewi die Umschreibung in Maestro Leo. Unter diesem vulgären Namen kennt ihn sein Zeitgenosse Paul de Burgos in seinem Buche „Lerutinium scriMirae 8aeru6" (Burgos, 1591 I.), der sein Vaterland die Provence nannte; ebenso bezeichnet ihn Reuchlin in seinemBuche „ckoCabbala"; und er selbst nennt sich in den philosophischen und mathematischen Schriften zuweilen mit diesem vulgären Namen. Bagnols gehörte damals dem Cardinal Orsini, und die Familie Orsiui leitete ihr Geschlecht von Romulus und. Remus her, welche Sage in Bagnols verbreitet war. Auf diese Sage in seiner .Geburtsstadt nimmt de Bagnols in seinem Commentar zur Genesis Bezug, als er die Geschichte von Romulus erzählt. Später lebte er in Orange, einer kleinen Stadt der Provence in einem kleinen Fürstenthum gleichen Namens, welche Stadt in hebräischen Schriften Mop-Stadt (-i?.xgeheißen, da 217« schon von Jbn-Esra mit Orange übersetzt wird. In Orange hatte de Bagnols seinen Pentateuch- Commentar 1339 beendigt, überhaupt hatte er daselbst noch viele andere Werke verfaßt, und es lebten daselbst auch noch andere berühmte jüdische Schriftsteller, wie Joseph Esvbi u. a. Diese sonst ganz übersehene Angabe, daß Leon de Bagnols eine Zeit lang zu Orange gelebt habe, findet sich in einer lateinischen Nachschrift zu der lateinischen Uebersetzung einer Probe des Milchamot, die für den Papst Clemens VI. bestimmt war (vgl. kais. Bibl. w88. dodr., Nr. 7293), vollkommen bestätigt. Neben Orange weilte er aber auch in Avignon, und zwar sogar noch vor 1339; denn in der obenerwähnten Nachschrift zum Penta-

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