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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1866-01-01 · Heft 4 (Januar 1866) · p. Seite 286

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 4 (Januar 1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 286 (sequence 46)
Language
German
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286 Jllustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Judenthums. nicht aus, auch die Hinweisung auf die Halacha und Agada in den Targumim, was übrigens nur selten geschieht, genügt dem wissenschaftlichen Bedürfnis; keineswegs, sondern eine planmäßige Ethmologik, reiche Citate, abgerundete Form und eine Benutzung der einzelnen vorhandenen Arbeiten. Von allen diesen Vorbedingungen sind im ersten Heft nur wenige Spuren zu finden, und selbst, was ihm vor der Ausgabe in Bezug auf die äußere Form gerathen wurde, finden wir hier ganz unbeachtet, sodaß wir es in der That nur als einen verdeutschten Buxtorf ansehen können. Die oft lehrreichen Glossarien zu den chaldäischen Chrestomathien, die neuesten lexikalischen Forschungen für das Hebräische, bei welcher Gelegenheit das targumische Idiom oft in ausgezeichneter Weise erklärt ist, die Beiträge zur Sprach- und Alterthumsforschung von Sachs, die syrischen Glossarien und Wörterbücher sowie das Samaritanische und Mendäische, alles das ist nicht benutzt und der Verfasser mag vielleicht kaum eine äußere Kunde von deren Existenz haben. Von einer Ethmologik ist keine Rede, da dazu doch eine Vergleichung des Arabischen nöthig wäre, obgleich schon die hebräische Lexikographie, wenn er sie angesehen, ihm den Weg gezeigt haben würde. Zu diesen fundamentalen Fehlern, durch welche das Werk den wissenschaftlichen Charakter einbüßt, kommt noch dazu, daß die aus Targum oder Talmud citirten Stellen nicht punktirt sind, daß er die Grundformen der chaldäischen Verba (Peal), ganz falsch wie im Hebräischen hinsetzt, als 22«, -«rr, oder daß er die Stichwörter ganz falsch vocalisirt hat,! wie rnIrz, was nur ist, oder daß der Definitivus hingestellt ist für den Absolutus, z. B. rrn-rr.2« für rS'yx anstatt oder daß beide hingestellt'sind, ohne zu bemerken, daß die eine Form der Absolutus und die andere der Definitivus ist, daß die citirten biblischen oder talmudischen Bücher falsch oder inkonsequent geschrieben sind, und endlich, daß die Correctur sich ebenfalls nicht wenig versündigt hat. Auf alle diese und ähnliche Gebrechen ist der Verfasser vor dem Druck aufmerksam gemacht worden, und zwar in der Absicht, damit nicht die Kritik mit dem banalen Ausdruck debütire: es ist ein rabbinisches Machwerk, und das ist auch der Grund, warum ich dieses hier anführe. Jndeß kann man das Werk doch seines reichen Materials wegen und in Betracht, daß es das einzige Werk für dieses Fach ist, sehr empfehlen. Die Verlagshandlung hat es prächtig ausstatten lassen und schon, wenn es den Buxtorf ersetzt, verdient es, in jeder orientalischen Bibliothek zu sein. 2) Milchamot ha-Schein (die Kämpfe Gottes). Religionsphilosophische und kosmische Fragen, in sechs Büchern abgehandelt von Lewi ben Gerson. Neue durchgehends berichtigte Ausgabe. 8. Leipzig, Verlag von Lorck, jetzt in die Verlagshandlung von Fritzsche übergegangen, 1866. Dieses philosophische Werk Lewi's, das früher nur einmal von dem Arzt Josef Marcaria in Riva di Trento 1560—61 in Folio gedruckt wurde, ist so selten geworden und so schwer zu erlangen gewesen, daß viele Gelehrte von Fach es nie gesehen haben, und es ist kein geringes Verdienst der Verlagshandlung, daß sie nach 300 Jahren eine neue, bequeme und billige Ausgabe veranstaltet hat. Wir können nicht umhin, dieses Werk des berühmten Philosophen mit den Worten Munk's einzuführen, welche er in seiner Schrift „ll,u zMlosoplüs clrer: Ik8 ckuiks" über ihn im allgemeinen ausgesprochen. Im Verlaus der Darstellung der ersten nach-maimunischen jüdischen Philosophen heißt es daselbst (in der Beer'schen Uebersetzung): „Heber alle seine Zeitgenossen ragte als Philosoph und Exeget Lewi ben Gerson aus Bagnols (bei Gerona, an der spanischen Grenze) hervor, genannt Maestro Leon de Bagnols, unstreitig einer der größten Peripatetiker des 14. Jahrhunderts, sowie der kühnste aller jüdischen Philosophen. Seine Werke fanden großen Beifall bei seinen Glaubensgenossen und wurden fast sämmtlich, manche sogar in meh-

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