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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1866-01-01 · Heft 4 (Januar 1866) · p. Seite 244

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 4 (Januar 1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 244 (sequence 4)
Language
German
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244 Jllustr. Monatsh. für die gef. Hab' schon «eßach Rabbonim» (viele Rabbiner) gehört, aber so wie er sagt keiner. Ich Hab' ihm aber auch eine Nasch' Wein zu Mittag geschenkt, unser «Ferscht» (Fürst) hat in sein' Keller auch kein' bessern. Was hast du ihm geschenkt?" wendete er sich an Mache! Weinfaß, weil er wußte, daß dieser als Weinkenner den Werth einer Flasche Wein zu schätzen wisse; Mache! Weinfaß aber sagte: „Ich? Was ich dem Row geschenkt Hab'? Ich hätt' ihn am liebsten die Drösche geschenkt." Man wußte, daß Machel Weinfaß es eigentlich nicht bös meinte, und lachte deshalb über einen Witz, wenn auch die wenigsten mit dem Inhalt desselben einverstanden waren; aber für Schloime Klatschkopf war das ein gefundenes Fressen, denn sogleich begann er: „Und was hat er gesagt? Ich Hab' nit ein Wort verstanden." „Weil du ein «Amhorez» (Unwissender) bist", sagte Mechol Pradenik. „Seht's mir da mein' großen «Lamden» (Gelehrten) an", versetzte Schleime Klatschkopf spöttisch, „er heißt mich ein «Amhorez», wie wenn er ein Morene war'. So viel, wie du kannst, kann ich auch —" „Essen!" ergänzte Mechol Pradenik rasch. „Was hat er den Row zu beleidigen?" wendet er sich hierauf an die andern, denen er mit dieser Wendung gleichsam das Schiedsrichteramt in die Hände legte, und dessen sich auch Berech Krupp sogleich bemächtigte mit den Worten: „Er hat ja den Row nicht beleidigt; er hat nur gesagt, daß er nichts verstanden hat." „Und das ist ganz in der Ordnung", nahm Gawriele Stuffer den Faden auf. „Als denn wie soll man etwas verstehen? Wenn der Row sagt, machen sich die Weiber oben in der Weiberschul' einen «Purim» oder eine «Chassene» (Fasching oder Hochzeit). Erst mustern sie sich, ob keine von ihnen eine neue Haub' an hat; dann laufen sie herum und wünschen «S'chadesch!» und dann spötteln sie über die alten Bänder von der neuen Haub', dann erzählen sie sich, was sie gestern für gute «Karpen» (Karpfen) gesotten haben, dann lachen . Interessen des Judenthums. sie hin und lachen sie her und machen ein Spectakel just wie auf einem «Kiretag». Noch gut, sie nehmen sich die «Klesmorim» (Musikanten) nicht mit hinauf und fangen an zu tanzen. Wenn ich aber «Roschhekohl» wär', das müßt' mir aufhören. Löbele Polizeimann müßt' sich jeden Schabbes sein' Sabel umhängen, und so stellet' ich ihn hinauf in die Weiberschul', und die erste, welche die «Tchineh» (Gebetbuch) weglegt und ein Wort red't, die müßt' mir über ganz Schabbes in «Kätzel» (Gefängniß) bleiben. Nur, wir haben keine Ordnung. Soll man sehen, wenn «sie» Sonntag haben, ob sie auch so ein' Skandal machen!" „Bist du einmal fertig, Gawriele?" sagte Nuche Plauscherin, „jetzt hat wieder ein Mensch geredt. Was brauchen wir in Schul die «Drösche» zu hören, wir hören ja dich. Seitdem ihm der «Row» den «Chower» gegeben hat, ist er auf einmal ein anderer Mensch geworden, deshalb meint er, er muß selber auch «darschenen» (predigen). Warum? Bei euch unten in der Männerschul' geht es anders zu? -Am «Tischebow» (Zerstörung Jerusalems) werft ihr euch gar nicht herum mit «Stacherlech», Pantoffel und alte Schlappschuh, daß man meint, man ist in einer «Milchomeh» (Krieg) und nicht in Schul'! Das heißt sich herausgelassen gegen die Weiber und das Maul voll genommen! Einsperren willst du uns lassen, nu wart' nur, bis du «Roschhekohl» werden wirst,' aber so weit ist es «Borcheschem» (Gott sei Dank) noch nicht; dazu haben wir noch andere «Balbatim» (Familienväter), die auch noch so gescheit sind wie du, «chodsche» (obgleich) daß du Gawriele Stuffer heißt." „So fürwahr soll ich leben, wie sie gerecht ist", sagte Salme Gloser, „ein Esel heißt den andern Sacktrager. Was meinst du, Schwager Bärl?" Hiermit wendete er sich an Bärl Lederer. „Was fragst du ihn?" erwiderte Mechol Pradenik statt seiner, „er weiß viel, was das ganze Jahr in Schul' vorgeht. Wie er in Schul' hineinkommt, sagt er «Thilliin» (Psalmen)

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