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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 235

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 3 (Dezember 1865)
Date
1865-12-01
Page
Seite 235 (sequence 75)
Language
German
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Zur TagesgeschichLe. 235 Gottesdienstes anführe, hätte in Di-. Sachs sonst vielmehr einen Gegner seiner Bestrebungen gesehen, die dieser in mehreren vom Vorstande nicht veröffentlichten Gutachten bis an sein Lebensende bekämpfte. Gegen das Ende wird die Anschuldigung des Vorstandes zurückgewiesen, wonach in der Wirksamkeit der Repräsentantenversammlung der Grund zu der von ihr selbst beklagten langen Dauer des Provisoriums zu suchen sei. Ein Telegramm meldet den Wahlsieg der Neformpartei. Unter den drei Porträts jener verdienstvollen Männer, welche die triester Handelsvertretung aus Anerkennung für ihr Wirken zur Förderung der Industrie in der Börsenhalle aufstellen ließ, befindet sich das des Herrn Aaron Isaak v. Parente. Der Board of Deputies in London richtete nachstehende Condolenz-Adresse an Lady Palmerston: „Der B. o. D. nimmt den lebhaftesten Antheil an dem tiefen Schmerz, welchen der Tod des ehrenwerthen Lord Vicomte Palmerston, ersten Ministers I. M. der Königin, dem Lande verursacht hat. Der ausgezeichnete Staatsmann war der treue Freund und die feste Stütze der bik'gerlichen und religiösen Freiheit. Sein Tod, den wir beklagen, ist nicht nur eine nationale Calamität, sondern ein großer Verlust für die Sache der Civilisation in der ganzen Welt. Der "Board» bringt der Lady Palmerston den Ausdruck seiner Condolenz über den unersetzlichen Verlust, der sie soeben getroffen hat, achtungsvoll dar." Tie Adresse wurde von der Lady von Montesiore überreicht. Der wissenschaftliche literarische israelitische Verein von Paris hat sich bereits constituirt. Der Verein hat den Zweck, die bedeutendsten Werke aus dem Gebiet der Theologie, der Poesie, der Beredsamkeit, der Philosophie und der Geschichte der Israeliten herauszugeben. Bei der am 4. d. M. abgehaltenen Sitzung der Gründer hielten die Herren Rodrigues und Frank bedeutsame Vorträge. Jährlich wird der Verein das Minimum von sechstausend Francs verausgaben. Gründende Mitglieder sind die Herren Munk (Ehrenpräsident), Adolf Franck (Präsident), Cerfbeer, Isidor, L. Levy (Großrabbiner von Paris und Bordeaux), Alf. von Rothschild, Furtado, Alb. Cohn, Halfen, Königswarter, Grätz, Heß, Erlanger, Mich. Levy, Rodrigues (Secretär). Kommendes Jahr erscheint: „Die Ursprünge des Christenthums" von Grätz; ein Band mittelalterlich-jüdischer Dichtungen. Literatur, Luchhaudcl und Presse. Große Aufmerksamkeit erregt C. Fregier's neues Werk: „De.8 ftiild /Lltzöl-Ious" (1 Bd. gr. 8. Paris 1863.). Wir kommen darauf zurück. „Das Leben David's", Galerie von 12 Originalzeichnungen mit Text von Gustav König, erschien im Verlag von Hanns Hansstaengl in Dresden, neuerdings in einer kleinern Ausgabe zum Preise von 6 Thlr. Die „Blätter für literarische Unterhaltung" citiren den von uns im 2. und 3. Hefte des 1. Bandes gebrachten Aussatz „Manoello" von IW. L. Fürst, den sie der Aufmerksamkeit des Publikums empfehlen. Nr. 47. des „Literarischen Centralblattes" bringt folgende Besprechung des von uns im vorigen Hefte beurtheilten 2. Bandes von Geigers „Das Judenthum und seine Geschichte". Was wir an den frühern Vorlesungen rühmend hervorzuheben hatten, trifft auch, vielleicht in noch höherm Grade, diese zweite Abtheilung, die Materien behandelt, für die Herr- Geiger nach seinen zahlreichen Schriften aus dem Gebiet der jüdischen mittelalterlichen Literaturgeschichte ganz besondern Beruf gezeigt hat. Wir müssen es vor allem rühmend anerkennen, daß der Verfasser seinen reichen Stoff so geschickt zu bewältigen und eine scharfe Ausprägung des Charakters eines jeden Zeitabschnitts und den innern geschichtlichen Zusammenhang zu geben gewußt hat, zumal das Buch " einem größer:: gebildeten Publikum zur Orientirung in der jüdischer: Geschichte dienen soll, ohne daß es den Anspruch macht, ein vollständiges Geschichtswerk zu sein.« Wir schätzen in der Ausführung nicht blos die gründliche Sachkenntnis;, sondern auch die wahre Liebe, die nicht selten zur Begeisterung sich steigert und die ihren Ausdruck in einer blühenden, gewandten Sprache gefunden hat. Unser Verfasser hat trotz dieser Liebe doch treu sein Versprechen erfüllt, das er in der Einleitung (S. 4) gegeben: "Wir wollen unsere Wanderung durch die Jahrhunderte, soweit es uns vergönnt sein wird sie fortzusetzen, nicht mit der Absicht unternehmen, den Blick vor trüben Erscheinungen geistiger Entartung und Misgestaltung zu verschließen, ausschließlich die hervortrerenden gesunden Entwickelungen zu betonen, die ander,: Seiten zu verhüllen oder gar durch künstliche Beleuchtung sie in ein blendendes Licht zu setzen, ihnen einen magischen Reiz zu verleihen. Das wäre Fälschung der Geschichte.» Ueberhaupt enthält diese Einleitung (die erste Vorlesung) so manches Treffliche, das im Buche selbst nachgelesen sein will und keiuen Auszug duldet. Manches 'Neue enthält auch die zweite und dritte (Auslösung des Staats, Akiba, Schriftdeutung, Mischna, babylonische Gemara), an deren Schluß wir die interessante Episode des projectirten Tempelbaues durch Julianus Apostata und das Verhättniß dieses Regenten überhaupt zu den Juden vermißt haben. In der vierten Vorlesung ist der Islam und Mohammed's Leben nach den neuesten Forschungen behandelt, aber bei den ältesten Dichtungen der arabischen Juden stoßen wir aus manche Jrrthümer in den Thatsachen und in den übersetzten Proben, die der Verfasser, wenn er die tressliche

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