Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1865)
- Date
- 1865-12-01
- Page
- Seite 215 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Jugendschriften. 215 besondere Sinnenorgane vermittelt und in einem gemeinschaftlichen 86v8oriuin (xoo-n vereinigt werden. Aus wiederholten Wahrnehmungen bildet die Einbildungskraft Bilder, Phantasien." (Vergl. Sieger, „Geschichte der Philosophie", 1,139.) 7 a möchten wir so übersetzen: „Weder ihre Thätigkeit ganz aufzuheben, noch in irgendeiner Function zu stören vermag." Interessant finden wir Anmerkung 15, wo Jbn Tibon ein Quidproquo übersetzte. Dagegen vermissen wir bei Hrn. vr. Wolfs die Bemerkung, daß in unserm Text desselben 1. Abschnitts in der vorletzten Zeile v-rrcrstatt steht. Seite 7 wird mit Sophistereien übersetzt, eine zu freie, zu wenig treue Uebersetzung; die Mutakallimun waren keine Sophisten; passender ist hier „Jrrthümern". Die Ueberschrist des 2. Kap. S. 9: Von den gesetzwidrigen Thätigkeiten der Seele ist uns ein Rüthsel, denn : und das arabische -r bedeutet das nicht. S. 11 ist die Uebersetzung „Enthaltsamkeit" nicht genau, besser Tibon, welcher beigefügt, .kirnt elmt; dagegen hat dieser eine Interpolation bei der Tugend der Genügsamkeit: „das nannten die Weisen Reichthum". S. 21 ist die Stellung der Uebersetzung gegen den Text verworren. S. 22 soll es heißen: Wüsten und Gebirge, statt: Höhlen. S. 29 heißt es: welche sich durch Schwüre und Gelübde Fesseln anlegen, heißt Verbote, nicht Fesseln. Im 5. Abschnitt, besonders S. 39 gibt uns W. treffliche Textberichtigungen, Jbn Tibon hat auch noch recht selbstverschuldete Fehler. Statt ninrni soll es heißen Zu S. 98 mache ich auf die Verse aufmerksam riirSr: nw-r'b, worin bestehen diese Wunder? Daß er den Himmel mit Vernunft gebildet, daß er die Erde über das Wasser gespannt. Die Bemerkungen bringen sonst noch Interessantes. Das Blich sollte in jedermanns Hand sein, der Interesse für den großen Maimonides hat, und wer hätte ein solches nicht? vr. M. Duschak. JuMLschMm. Israelitische Volks- und Iugeudbibliothek. In Verbindung mit mehrern Literaturfreunden herausgegeben von A. Treu, Seminarlehrer. 1. u. 2. Bd. Oeynhausen, Eßmannu.Comp.,1863 u. 1864. Wer ein Freund von Paradoxen ist, wird sich den Satz: „Für Kinder ist das Beste eben gut genug!" sicherlich angemerkt haben. Wer aber Paradoxa nur darum liebt, weil solche Sätze und Sprüche in der Regel eine ungewöhnliche Grimasse schneiden, der geht nicht auf den Kern einer Sache, sondern bleibt an der Oberfläche; er ist gewöhnt, sich an Aeußerlichkeiten zu halten, und prunkt mit einem solchen Paradoxon als mit etwas Ungewöhnlichem, zum Staunen der ihn angaffenden Menge, wie etwa eine Dame, welche den Muth hat, der herrschenden Mode zum Trotz einen ungewöhnlichen Kleiderschnitt und einen seltsamen Haarputz in Anwendung zu bringen. Die meisten Paradoxa indeß sind so geartet, daß sie, nimmt man sich nur die Mühe, ihnen etwas schärfer unter die Maske zu schauen, ein ganz ernsthaftes Gesicht zeigen, so enthält auch der obenangeführte Satz von dem.Besten, welches für Kinder eben gut genug ist, trotz der seltsamen Verkleidung eine ernste Wahrheit, und diese, sollte man wenigstens meinen, kann doch von niemand besser begriffen werden, als von denen, welche der Jugenderziehung und Jugendbelehrung ihr ganzes Leben gewidmet haben. Doch existirt auch wieder ein sehr beherzigenswerthes Sprichwort: „Alle Schuster tragen zerrissene Stiefel!" und so kann es nicht wundernehmen, wenn aus dem Kreise der Pädagogen heraus Männer ihre Stimme erheben, welche das, was für Kinder eben gut genug ist, nicht wissen. Es verlohnt sich der Mühe, dieses zu untersuchen, d. h. den ernsten Sinn des genannten Paradoxon aufzuftnden, lind als Handhabe für die Untersuchung möchten wir die sogenannten Jugendschriften wählen, weil sich an solchen die Sache nach unserer Ansicht am einfachsten darlegen läßt.