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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 209

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 3 (Dezember 1865)
Date
1865-12-01
Page
Seite 209 (sequence 49)
Language
German
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Einiges über Hebbel. 209 unvollendet geblieben ist. Zachariä's Versuch einer Uebersetzung von Milton's „Verlorenem Paradies" (Altona 1760) ist gleichfalls verunglückt. Endlich dürfen wir hier auch noch daran erinnern, daß sich Goethe und Schiller in ihrer Jugend lebhaft zu biblischen Stoffen hingezogen fühlten. Schiller wollte den Moses in einer» größer» Gedicht besingen, und Goethe soll sogar ein Epos „Joseph" in poetischer Prosa vollendet haben. Das biblische Drama fand, wie schon erwähnt, im 18. Jahrhundert noch wenige Pfleger. Wir haben bereits hervorgehoben, daß Bodmer der erste gewesen ist, welcher (in seinem „Joseph") einen biblischen Stoff dramatisch behandelte. Das verhältnißmäßig bedeutendste Werk dieser Art rührt jedoch von Klopstock her, dessen Trauerspiel „Der Tod Adam's" (drei Akte, Kopenhagen und Leipzig 1757) gut gezeichnete Charaktere und viele gelungene Einzelheiten aufweist und auch großen Beifall fand. (Gleim hat Klopstock's Trauerspiel versificirt (Berlin 1766)). Die biblischen Dramen Klopstock's, „Salamo" (Magdeburg 1764) und „David" (Hamburg 1772) sind ganz werthlos. Lavater's Drama, „Abraham und Isaak" (Winterthur 1756) ist arm an Handlung, aber um so reicher an schwülstigen, sentimentalen Phrasen. Ein in Charakteristik und . Sprache Wirkungsreiches Stück ist Aug. Herm. Niemeyer's Drama „Thirza und ihre Sohne" (Leipzig 1778), welches die Geschichte der sieben Märtyrer aus dem 7. Kapitel des 2. Buchs der Makkabäer behandelt. (Der Name Thirza ist der „Messiade" entlehnt.) Von demselben Verfasser erschien auch „Abraham auf Moria, ein religiöses Drama" (Leipzig 1777).! „Belsazer, ein Schauspiel mit Chören" von Christ. Grafen zu Stolberg (Leipzig 1787) ist eine verunglückte Nachahmung der griechischen Tragödie. Das Drama, welches die Eroberung Babylons durch Cyrus und den Tod Belsazer's behandelt, hat einen vorwiegend epischen Charakter; an die Stelle der Handlung treten weitläufige Hilberg's Jllustrirte Monatshefte. II, 3. — December 1 Erzählungen und Schilderungen. Auch stimmen die vielen Gelage und Schmausereien, welche in dem Drama Vorkommen, gar wenig zu dem ernsten Ton einer Tragödie. Darauf bezieht sich auch der Ausfall der Leinen: „König Belsazer schmaust in dem ersten Akte; der König „Schmaust in dem zweiten, es schmaust fort bis zum Ende der Fürst." Di-. Adolph Stamm. GntzeZ «brr Hebbel, den Dichter der „Judith". Mit der Bibel in der Hand sitzt ein sinnender Knabe im Lande der wackern Dithmarschen. Die Bibel ist fast seine einzige Lektüre; der strenge Vater duldet beinahe kein anderes Buch. Der Knabe wächst heran, er reift zum Jüngling und wir sehen diesen sieben Jahre lang, auf dem Schultheißenamt seines Heimatortes Wesselburn als Stadtschreiber, wo er Diebe und Gauner verhört und Acten verfertigt. Wieder vergehen einige Jahre, der Jüngling wird ein Mann; dieser kommt in weitere Kreise, widmet sich der juristischen Laufbahn, treibt aber dabei einige Allotria wie Poesie u. s. w. und erregt nicht selten Aufmerksamkeit durch die absprechenden Urtheile, mit denen er den Erzeugnissen der neuern Poesie an den Leib rückt; ja er behauptete sogar, daß unsere Zeit keinen großen Dramatiker Hervorbringen könne. Hierfür hat die Natur die edelste Rache an ihm genommen, sie bewies ihm, daß ste es vermag, indem sie ihn selbst zu einem großen Dramatiker alle Bedingungen verliehen hatte. Der junge Mann war sich aber dieser ihm innewohnenden Kraft noch nicht bewußt; er kannte das Geschenk noch nicht, womit die liebevolle Mutter ihn vor andern Menschen ausgezeichnet hatte. Ein wunderlicher Zufall hat ihm dies enthüllt. Eine literarische Wette war die Veranlassung zur Entstehung der „Judith". Die nähern Umstände dieser Wette erzählte mir Hebbel folgendermaßen: iss. 14

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