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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 203

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 3 (Dezember 1865)
Date
1865-12-01
Page
Seite 203 (sequence 43)
Language
German
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Israel Jakob. 203 brachte ihnen nnr eine tüchtige Tracht Prügel ein, womit sie der Baller regalirte, als sie das von ihm angeboteile Stück Metall als Tomback erkannten. Es war ein heißer Sommertag, nnd ermattet von dem zurückgelegten Wege,, niedergeschlagen über die vereitelte Hoffnung des Gewinnstes lind mismuthig über die erlittene pöbelhafte Behandlung, traten sie gebeugt die Rückkehr nach Halberstadt an. Die Kräfte von Jsrael's Gefährten waren bald erschöpft, er konnte den Weg nicht fortsetzen, mußte im Grafe liegen bleiben nild der Hülfe harren, die ihm sein Freund zu verschaffen sich anschickte, denn Jsrael's eigene Kraft reichte nicht aus, den Ermatteten weiter zu befördern. Jil der Nähe' des Weges lag das Kloster Huhsburg; dorthin lenkte Israel feine schwankendeil Schritte, klopfte zagend an das Thor und bat den Pförtner nin Beistand oder wenigstens um einen Labetrunk für feinen ohnmächtigen Gefährten. Weder die eine, noch die andere Bitte ward gewährt, sondern mit boshaften Schimpfworten schloß ihm der Pförtner die Thüre vor der Nase. Schon wanderte er, das Herz gebeugt, traurig zurück, da ließ sich eine Stimme vernehmen, die ihn dringend zurückrief. Es war der Prälat des Klosters, der den Vorgang erfahren hatte und zu Israel sprach: „Wenn du ein Stück Lchweinesteisch essen willst, so werde ich deinen Gefährten gleich herholen lassen nnd euerer beiden Kräfte wieder zu erfrischen suchen." Dies Anerbieten wies Israel unter Hinweis auf die mosaischen Speiseverbote ab und entfernte sich mit den Worten: „So gehe,es denn, wie Gott will." Er mochte zweihundert Schritte gegangen sein, als der Prälat ihn zurückrief, ihn auf die Schulter klopfte, seine Glaubenstreue lobte und sprach: „Ich habe dich nur auf die Probe stellen wollen und freue mich, daß du sie gut bestanden hast." Der Abt stieß nun den ermüdeten Gefährten Jsrael's holen, erquickte sie beide und gewann so viel Zutrauen zu lctzterin, daß er ihm mehrere kleine Lieferungen für das Kloster anvertraute, die, weil sie immer zur Zufriedenheit des Auftraggebers ausfielen, den Grund zu dem nachherigen Wohlstände Jsrael's legten. Sein Erwerb steigerte sich mehr und mehr, als er sich im Verlauf der Jahre dem Lederhandel zuwandte; um aber diesen mit Erfolg zu betreiben, mußte er sich Empfehlungen und Eredite verschärfen." Diese wurden ihm bald zutheilf denn wer Vater und Mutter thätig ehrt und liebt und ihnen dankbar ist, dachte man, wird auch ein guter und ehrlicher Mensch sein, und man hatte recht. Unter den vielen Gerbern, welche ihm bedeutende Summen anvertrauten, zeichnete sich besonders Meister Graban in Hamburg aus, der ein unbedingtes Vertrauen in seine Redlichkeit setzte Lind ihm jeden beliebigen Eredit bewilligte, was ihm zum Vortheil ausschlug, als in späten: Jahren sein eigenes Geschäft ins Stocken und sein Vermögen in Verfall gerietst). Jungen Anfängern verweigerte Israel nie Credit, solange sie bescheiden borgten Lind pünktlich bezahlten. „Mir haben andere geborgt "j pflegte er zn sagen, „ich muß also andern wieder borgen, denn da ich es den Leuten, die mir halfen, nicht selbst wiedergeben kann, so bin ich Schuldner der Menschheit geworden." Diese wahrhaft humane Gesinnung war der Grundzug seines Charakters, aus ihr floß alles Glite, welches er that, ihr verdankte er die Werthschätzung, welche ihm von allen Seiten geworden. Und diese humane Gesinnung, verbunden mit echter Religiosität, war Ursache, daß er selbst später als wirklich reicher Mann immer bei seiner ursprünglichen, bürgerlichen, mäßigen Lebensweise blieb nnd dabei nicht blos seine Aeltern und Geschwister reichlich unterstützte, sondern mit den Armen ordentlich Blich und Rechnung führte nnd beim jährlichen Abschluß seiner Handeisbücher jedesmal den zehnten Theil des Gewinns zu Almosen und andern guten Werken bestimmte. Ueberdies besaß er eine Seelenruhe und zuversichtliches Vertrauen in die göttliche Vorsehung, die ihn auch die herbsten Verluste mit bewunderungswürdigem Gleichmuts) ertragen ließen, wovon folgende Thatsachen die unwiderleglichsten Beweise

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