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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 202

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 3 (Dezember 1865)
Date
1865-12-01
Page
Seite 202 (sequence 42)
Language
German
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202 Jllustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Judenthums. das Buch überlassen wolle — jedes einzelne Blatt, deren, wie oben erwähnt, 528 sind, mit einem Dukaten zu bezahlen; aber auch sie wurden ab ge wiesen, denn der die Stadtbibliothek verwaltende Magistrat will einen so kostbaren und seltenen Schatz nicht aus den Händen lassen. ein jüdischer Charakter ans der jüngsten Vergangenheit. Das Hetzen Israel Jakobson» (geb. l 768, gest. 1828) und seine reiche Wirksamkeit für die Cultur der Juden und die Fort- und Ausbildung des Judenthums in Deutschland hat vielfache Würdigung und Anerkennung in der Literatur gefunden, nud ganz besonders lesenswerth sind die trefflichen Lebensskizzen dieses vorzüglichen Mannes aus der Feder ich'. I. M. Jost's in seinen „Israelitischen Annalen"*) und in seiner abgerundeten „Geschichte des Judenthums". **) Aber so schön, getreu und wahr all diese Lebcnsumrisse und Schilderungen sind, haftet ihnen ein Mangel an, daß sie nichts von dem Vorbild der Nacheiferung erwähnen, welches schon in frühester Jugend dem später» Knanzrath und Consistorialpräsidenten vor Äugen stand und seine Erziehung leitete. Es war dies sein eigener Vater Israel Jakob, geb. zu Halberstadt 1729, gest. daselbst 11. Nov. 1803, der, obgleich keine geregelte Schulbildung geirossen und nur in alterthümlicher jüdischer Weise erzogen, doch eine Herzensbildung und Menschenfreundlichkeit besaß, die ihn zum mustergültigen Charakter seiner und vielleicht auch unserer Zeit machte. Unter glücklichenVerhältnissen geboren, verlebte er ungetrübt die Jugendjahre in dem Hause seines begüterten Vaters, damals der reiche Jakob genannt. Allein dieser schönen Morgenröthe folgte bald ein düsterer, sturmbewegter Mittag des Lebens. Man- Jahrgang 1830, Nr, 20, 30, 3l. »») III, 322 fg. cherlei Unglücksfälle hatten den Wohlstand des Vaters tief erschüttert, und obgleich dieser nach Kräften suchte, seine allmählich bis zu Mangel und Dürftigkeit hinabgesunkenen Verhältnisse vor den Augen der Welt und der Seinen zu verbergen, so entgingen diese trübseligen Umstände doch nicht dem Scharfblick des Sohnes, der sich von selbst aufraffte, um seine jugendlichen Kräfte zur Unterstützung und Hülfe seines Vaters zu verwenden. Der erste Versuch stellte ihn auf eine harte Probe. Er hatte sich zehn Thaler erspart und erworben und wollte damit sein Heil versuchen; da geschah es, daß ihn in Westendorf ein Student aus dem Wirthshause anrief und fragte, ob er nicht eine Uhr zu verkaufen habe? ,,Ja wohl", erwiderte der Gefragte, „ich will sie gleich! herholen", und lies in der Stadt umher, eine zu erhandeln. Das gelang ihm auch, und eilends begab er sich zu dem Käufer, um mit ihm den Handel abzuschließen. Die Uhr gefiel dem Studenten und auch der geforderte Preis schien ihm nicht zu hoch, doch wollte er sie zuerst einem Sachverständigen zur Prüfung vorlegen und versprach, in einigen Stunden sich wieder im Wirthshause einzustellen. Der noch unerfahrene junge Handelsmann, nichts Arges und Falsches ahnend, vertraute sein einziges Hab und Gut dem unbekannten Fremden. Wie schmerzlich mußte es ihm abdr sein, sich bald davon überführt zu sehen, daß er von einem Schurken geprellt worden sei. Denn wer nicht zur verabredeten Zeit im Gasthause sich einfand, das war der angebliche Student, der nach Habhaftwerden der Uhr eilends dem Wirthshause den Rücken kehrte auf — Nimmerwiedersehen. Dieser Verlust war um so herber für Israel, als er ihn zum Theil in kleine Schulden gestürzt hatte; er schreckte ihn jedoch nicht von weitern Versuchen eines günstigem Erwerbes!ab, und um ähnlichen Prellereien wie cher erlittenen zu entgehen, trat er in Handelsgemeinschaft mit einem Glaubensgenossen seines Alters. Das erste! Geschäft, das ihnen winkte und welches kein geringeres war als der Ankauf eines angebotenen Klumpen Goldes,

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