Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1865)
- Date
- 1865-12-01
- Page
- Seite 185 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Luzzatto. 185 in der Mittagszeit. Der Vater Chiskia belohnte den Mann, der ihn brachte; seinem Sohn aber gab er einen milden Verweis. Nachmittags ging der junge Luzzatto wieder in die Schule. Die Mutter hatte ihm ein röthliches Kleid angelegt, weshalb ihn die Knaben Bischof schimpften. Seitdem zog er das Gewand nicht mehr an. "Nissan 1813 erkrankte der junge Luzzatto nicht wenig gefährlich. Der Arzt schrieb die Krankheit seinem Fleiß zu. Nach der Genesung zog er sich von der Schule zurück und begann nunmehr das Handwerk seines Vaters zu lernen, ohne deshalb aufzuhören, sich mit den Studien zu beschäftigen, für welche er einen innern Beruf verspürte. Er las viel mit seinem Vater und dem obgenannten Rabbi im Talmud und Sohar, und die beständigen Widersprüche beider, namentlich in Bezug auf das Alter der hebräischen Puuktation, ließen ihm dieses Blich für unzweifelhaft jünger erscheinen. Er erklärte sich für die Unechtheit des Sohar trotz des allgemeinen Glaubens an die darin sich kundgebende Inspiration. Darüber debattirte er fleißig mit seinem Vater, der fest daran hielt und sogar Traumdeutungen daraus erschloß, und er machte den Vater in seinem Glauben schwankend. Nissan 1814 erkrankte seine Mutter und starb im Alter von 53 Jahren an klouritis. Samuel David war 13 V2 Jahre alt, als er sie verlor. Obwol er uun als Unbemittelter zu den häuslichen Verrichtungen mithelfen mußte (seine Schwester zählte erst 9 Jahre), indem er die Küche und alle Einkäufe für die Wirtschaft besorgte, wobei er jedoch von seinen Cousinen Rachel'") (10 Jahr älter als er) und Simcha (6 Jahr älter als er) unterstützt wurde, las er dennoch mit fieberhafter Gier soviel als möglich Bücher über den Menschen. Soave, Locke, Condillac überzeugten ihn vornehmlich durch ihr einfaches Raisonnement, und er fand ihre Philosophie praktisch und bar von jedem Transcendentalismus. *) Sie verstand Bibel, Talmud und Sohar. Auch war sie eine Freundin der Dichtung. Samuel David schrieb ihr hebräische Briefe. Im Jahre 1815 dichtete er mehreres im Hebräischen, ein beinahe neues System in diesem Zweige der hebräischen Literatur einführend. Er liebte stets die Reinheit des Stiles, jedes Wortspiel fliehend, welches den Sinn beeinträchtigen könnte, mit denen aber leider einige Dichter sehr verschwenderisch waren, welche den wahren Charakter der heiligen Sprache verkennend, uns größtentheils dunkle, mitunter unverständliche Gedichte hinterließen. Obgleich aufgefordert, sich um ein Rabbinat zu bewerben, fühlte er sich mehr zum Bibelstudium hingezogen, wozu wol viel seine Freundschaft mit dem gelehrten Samuel Vita Lolli, der 1810 von Görz nach Triest kam, beigetragen haben mag. Im Jahre 1817 schrieb er ein hebräisches Werkchen, welches das Nicht- Alter der hebräischen Punktation bewies. Dieses Opus wurde die erste Basis der „UinIoAuo-j sur In Uabbnlo", die er aus Liebe zur Wahrheit und um dem Judaismus aufzuhelfen schrieb, dessen Glaubensartikel er von dem Fanatismus der nicht immer aufrichtigen Kabbalisten verfälscht und verdorben sah. Im Jahre 1818 ging er einen Freundschaftsbund mit Reggio ein und begann einen theologisch-philosophischen Tractat zu schreiben, der aber unvollendet blieb. Und trotzdem blieb er bis dahin unbekannt. Nach dem Muster der Talmudlehrer wollte er durchaus irgendeine mechanische Kunst erlernt haben, und da ihm seine physische Constitution nicht erlaubte, das Handwerk seines Vaters zu treiben, so lernte er 1819 die Uhrmacherei. Nach einem Jahre aber gab er dieselbe, da sie ihm gar keinen Vortheil bot, wieder auf. Er war ja geboren, den Geist und nicht die Arme zu üben. Dies bewies er in der That am 24. Aug. 1819, an welchem Tage von der israelitischen Gemeinde zu Triest ein von ihm bei Gelegenheit des Besuches des israelitischen Tempels dieser Stadt durch den Thronfolger (Kaiser Ferdinand) gedichtetes italienisches Sonnett gedruckt wurde.*) „Non norn a eto irnxrirno xour 1a xuo