Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 2 (November 1865)
- Date
- 1865-11-01
- Page
- Seite 123 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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123 Der ehemalige Leichenhof der Juden in Nürnberg. jedoch geht mit ziemlicher Sicherheit hervor, daß dieser Stein lange Jahre nach Ausweisung der Juden auf dem „Judenkirchhof" ausgegraben und an dein Orte, wo er sich jetzt befindet, zu ewigem Andenke n eingemauert worden sei. Müller, ein alter nürnberger Gelehrter, spricht in seiner „XVII. Relation" von einem andern sehr alten Grabstein wie folgt. „Im Jahre Christi 1468, als man an der Mauer des Fischbachs in der Pfannenschmidtgaß gebauet (in der Nähe des Frauenthores), hat man einen alten Judengrab stain gefunden mit eingehauener Ebräischer Schrift, welche zu erkennen gegeben, daß Elias Salomon, Indens Sohn gestorben sey, den 27. Tag SeptembriS, im Jahr nach Erschaffung der Welt: — Daraus sich findet, daß dieser Stain gesetzet worden um das Jahr Christi 1130. Diesen Stain hat man seines Alters halber zu einem Gedächtnüß in den Zwinger hinter der Prunt, an dem Vorwerke des Frauenthors eingeinanert." In der That bemerkt man jenen Stein etwa 2 F. hoch über dem Boden in das Mauerwerk des Thurmes eingefügt; da er aber ein sehr weiches Korn hat, so ist die Schrift von den Einflüssen der Witterung beinahe vollständig verwaschen worden. Nur noch wenige Buchstaben vermag ein aufmerksam forschendes Auge zu entdecken. Die Länge des Steins beträgt 4 F. 3 Z., die Breite 1 F. 8 Z. In der „Pfannenschmiedgasse" findet man in dem Hause eines Rindmetzgers einen zerbrochenen „Jndengrabstein" ganz hinten im Pflaster des Hofes eingelassen. Leider sind jedoch darauf nur folgende Worte zu erkennen: 7- -I78 2 ni:': 77-122: 22 n-77.7 Allhier (ist am -- Adar, den —tag in der Woche) gestorben: Jungfrau Gütli, eine Tochter — Da das Haus, in dessen Hof sich jener Stein eingemauert befindet, dem alten Salz- und großen Waghause zunächst liegt, so dürfte mau wvl zu der Vermuthung berechtigt sein, daß derselbe bei der Grundlegung ebengenannter Gebäude auf dem Bauplatz liegen geblieben und von dem ehemaligen Besitzer des genannten Hauses abgeholt und verwendet worden sei. Wer weiß übrigens, ob nicht in jenem Hause und in den in der Nähe gelegenen Wohnungen noch mehr solche jüdische Grabsteine als Baumaterial verwendet wurden, aber bis jetzt dem forschenden Auge der Gelehrten entgangen sind. Die Grabsteine auf dem „Weißen Thurm". In dem Gemäuer des „Weißen Thurmes", dicht unter dem Dach, hat man auch zwei Grabsteine der Länge nach eingemauert gefunden. Da dieselben aber an der Außenseite des Thurmes gegen das „Spittlerthor" zu angebracht sind, so war es nur mit vieler Mühe möglich, davon Abschrift zu nehmen. Grabstein I. '1:^12 22- ^1222 8-17- '-177 7'28 12877 2-8 8"- '7-2 -,2p:-2 -"2277 g78 '-127 :"7 .--:12 7-172 Z2--- 77 2 2:r-7 „Diesen Grabstein hat Simon gestellt zu Häupteu seines Vaters Rabbi Jachia, der in das Grab gekommen am elften Tage Ijar — im Jahre (da man zählt) Ö033 (l273 n. Chr. Geb.). Seine Seele sei eingebunden in das Bündelein der Lebendigen! Amen! Grabstein II. ^722777 7722277 77 777-2 12X7'— .^2 77-27 772 '7777 77122 77"77 772bl27 7-72712 -17!7< 7 227-2 -121277 ^78 '-127 N'2 77712 2812 22 Z72 Z7.2 7-!2L:.—> '2 Z28 Z2>r 22772 -p-72 Sela!