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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-11-01 · Heft 2 (November 1865) · p. Seite 109

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 2 (November 1865)
Date
1865-11-01
Page
Seite 109 (sequence 29)
Language
German
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Juden u. Judenthum nach d. Auffassung d. Schriftsteller d. Alterthums. 109 nein Vater Demetrius gewaltsam befreit hatten." Und ohne zn erzählen, wie dies geschehen war, kurz, ohne mit einem Wort der Makkabäer zu erwähnen, fährt er fort: „Die Macht der Inden war so groß, daß sie nach ihm die Herrschaft keines macedonischen Königs inehr ertrugen und unter eigenen Königen Syrien mit schweren Kriegen heimsnchten." Wir gelangen zur dritten und letzten Periode. Alexandra, die Gemahlin Alexander Jannais, war gestorben. Die Feindseligkeiten Hyrkan's und Aristobuls, ihrer beiden Söhne, welche, so, lange sie lebte, einigermaßen gezügelt wurden, wenn sie auch nie ganz schwiegen, brachen nun in Hellen Flammen aus. Hhrkan, besiegt vom Königsthron entfernt mit Belastung der Hohenpriesterwürde, durch Antipater aufgestachelt, belagerte seinen Bruder im Tempel. Skaurus, durch ein reiches Geschenk bewogen, befreite ihn. Da kam Pompejus. Dieses Ereigniß erzählen alle Schriftsteller. Warum er aber gekommen, was ihn bewogen, in die Angelegenheiten der Juden einzugreifeil, das verschweigen viele. Strabo berichtet den Grund*) lind theilt weiter mit, daß der römische Feldherr Jerusalem an dein Tage des Fastens, an dem die Juden sich von aller Arbeit enthielten, eingenommen habe. Er scheint unter diesem Tage den Sabbat zu verstehen, wie auch Josephus in seiner Geschichte mittheilt. Doch es ist ein Jrrthum, zu glauben, was so viele thuil, daß die Juden sonst am Sabbat nicht das Schwert zu ihrer Bertheidigung ergriffen hätten. Wo es ihr Leben zu retten, ihre heiligsten Güter zu vertheidigen, ihre Weiber und Kinder zu erhalten galt, da haben sie nicht feig ihre Hände in den Schos gelegt, mir hier, wo sie ihren mit den *) Die pariser Ausgabe dieses Schriftstellers übersetzt die Worte desselben: -772- -7QÜ ^«vdX^tO^ «772c77-«v-2r, die nichts anders heißen können als: „Die Juden bekriegte er, weil der König Aristobul abgefallen war", d. h. weil er sich dem bloßen Befehl der Römer nicht fügen wollte, mit: lluclaeos, ssui a!) ^.i'istoüulo 8uo äeieesnant! Römern vereinigten Brüdern entgegenstanden, zögerten sie, die Lanze zu ergreifen, das Schwert zu zücken. Annäus Florus weiß von den Juden weiter nichts als die Einnahme Jerusalems durch Pompejus zu erzählen; um aber diese schmale Kost einigermaßen schmackhaft zu machen, fügt er hinzu, daß Pompejus, in den Tempel eintretend, jenes schreckliche Geheimniß des ruchlosen Volks, einen Esel unter einem goldenen Weinstock" deutlich gesehen habe. Auch Plutarch (I'oinp6ju8, 23), Dio Cassius und Appian erwähnen die Veranlassung, Tacitus aber und Ammianus Marcellinus schweigen über dieselbe. Die Pracht des Tempels zu Jerusalem ist den alten Schriftstellern bekannt und wird voir vielen gerühmt. Es wird mitgetheilt, Pompejus habe die in demselben befindlichen Schätze angestaunt, aber nicht das Geringste davon den Juden entrissen. Das ist den Römern gar nicht recht. Doch da -sie es nicht leugnen können, so versuchen sie es wenigstens abzuschwächen. „Nicht etwa hat Ehrfurcht vor dem jüdischen Glauben", ruft Cicero aus, „den edeln Feldherrn daran gehindert, nur Furcht vor der Verleumdung und den lügnerischen Allklagen des abergläubischen und schmähsüchtigen Volks." Freilich merkt Cicero nicht, daß er, um seinen Landsmann von einer Ehrfurcht eines fremden Glaubens zu retten, ihm niedrige Feigheit und kleinliche Furcht vor einem unterdrückten Volk beilegt, — doch das thut nichts, wenn er mir seine Seele von den schwarzen Banden des Aberglaubens, die ihn umstricken wollten, befreit hat, dann mag immerhin sein Charakter mit noch schwärzern Flecken belastet sein. „Jeder Staat", so ruft der berühmte Anwalt dem Lälius, dem Ankläger des Flaccus, der sich als Verwalter Syriens Uebergriffe gegen die Juden erlaubt hatte, lveiter zu, „hat seine eigene Religion, wir haben die unselige. Als Jerusalem stand, die Juden in Ruhe lebten, schauderte dennoch ihr Glaube zurück vor dem Glanz unsers Reichs, vor dem Ansehen unsers Namens, vor den Einrichtungen unserer Vorfahren,

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