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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-11-01 · Heft 2 (November 1865) · p. Seite 107

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 2 (November 1865)
Date
1865-11-01
Page
Seite 107 (sequence 27)
Language
German
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Juden u. Judenthum nach d. Auffassun zug der Juden bis um 750 v. Chr. unter der Regierung des Königs Boocharis herunterrückt, ein Bericht, dem sich Tacitus im allgemeinen anschließt, der aber außer der verschiedenen Zeit, in die die Vertreibung gesetzt wird, nicht sehr von der Erzählung des Manethon abweicht. Alle diese Berichte athmen einen furchtbaren Haß gegen die Juden und schildern dies Volk als eine rohe, verworfene Horde, fern von -» aller Menschlichkeit, fern von aller Liebe zu Andersgläubigen, nur erfüllt von Rache, von Grausamkeit, von unedler Gesinnung. Moses rieth ihnen, so erzählt Lysimachus, keinen: Menschen wohlzuwollen, einem jeden immer das Schlechteste zu rathen und alle Altäre und Tempel, welche sie antresfen würden, zu zerstören. Die Vertriebenen stimmten ihm bei und kamen nach vielen Beschwerden in bewohntes Land, und die Menschen grausam behandelnd und die Tempel ausraubend und verbrennend, gründeten sie in Judäa eine Stadt,- Hieroshla (Tempelraub), die dann, uiu den Schimpf zu mindern, etwas verändert Hierosolyma (die griechische und lateinische Bezeichnung für Jerusalem) genannt wurde. Denn von Chronologie ist natürlich keine Rede, die Gründung Jerusalems wird von allen Schriftstellern Moses zugeschrieben. Jahrhunderte werden ignorirt, was thut's? Nur dann wird das jüdische Volk von den römischen Schriftstellern der Erwähnung Werth gefunden, wenn es mit den Römern in direkte Berührung gekommen ist, und ebenso bei den übrigen Völkern. Natürlich, denn, so meinen diese, man kann doch das von äußern Anstößen unbehelligte Leben der Juden kein Leben nennen, ein träges Dahinschleichen ist es, Leben heißt es nur, wenn durch die Berührung mit andern Völkern vermittels eines elektrischen Stroms von deren Geiste in den der Juden etwas übergeht! Keine Silbe wird erwähnt von der langen Geschichte bis weit nach dem Bau des zweiten Tempels, keine Ahnung von dieser Periode, mit Ausnahme einiger Märchen, die kaum der Erwähnung Werth sind, wie die Erzählung des Justinus: „Nachdem Mog d. Schriftsteller d. Alterthums. 107 ses gestorben war, regierte sein Sohn Aruas (Aron) das jüdische Volk" —> von Moses bis — zu der Makkabäerzeit. Nur zwei sonderbare, fabelhafte Berichte) die eine Berührung des jüdischen Volks mit andern voraussetzen, haben wir noch zu erwähnen, den einen von Herodot, daß die Syrer in Palästina in Xerres' Heer in großer Anzahl gedient hätten, wenn wir diese Stelle überhaupt, dem Beispiel mancher folgend, auf die Juden beziehen wollen; er soll auch, vielleicht, weil er mit ihren Leistungen unzufrieden war, wie Orosius erzählt (blist., lib. III, e. 7), viele Juden aus seinem Lande getrieben und ihnen in Hvrkanien beim Kaspischen Meerbusen Wohnsitze angewiesen haben; ferner wird ihm die erste Unterwerfung der Juden zugeschrieben (Justinus, lib. 36 c. 3); den andern von Curtius oder vielmehr in den Supplementen zu den beiden ersten verloren gegangenen Büchern dieses Schriftstellers von Freinsheim (Buch ll, e. 1t, -24), der, dem gleichfalls fabelhasten Bericht des Josephus sich anschließend, (X. 4., XI, 8,4—ö), die ganze Geschichte von der Berührung Alexander's mit den Juden, sein Begegniß mit dem Priester Jaddua, sein durch dasselbe hervorgerufenes freundliches und mildes Verfahren gegen die Stadt und ihre Bewohner berichtet. Doch sonst ist alles still. Als zweite von den alten Schriftstellern der Beachtung gewürdigte Periode haben wir die Makkabäerzeit hingestellt, doch, merkwürdigerweise, den Namen der Makkabäer finden wir nirgends erwähnt. Die Erbitterung des Äntiochus Epiphanes gegen das jüdische Volk ist vielen bekannt. Diodor kennt ihn und läßt seine vergeblichen Versuche, den Glauben dieser Nation auszurotten, von theilweisem Erfolg gekrönt sein, er läßt ihn, wie wir dies bereits erwähnten, den Tempel betreten und dort das Mosesbild finden. Auch Tacitus weiß von dieser Zeit zu erzählen, aber es scheint, als wenn er, der strenge Republikaner, auch in keinem andern Volk dem Königthum eine Berechtigung zuerkennen wollte, denn in der Schilderung dieser letzten

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