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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-11-01 · Heft 2 (November 1865) · p. Seite 105

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 2 (November 1865)
Date
1865-11-01
Page
Seite 105 (sequence 25)
Language
German
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Juden u. Judenthum nach d. Auffassun bezeichnen, sondern sie haben ihn von dem kretischen Berge Jda empfangen; Kreter sind sie. Da tritt ein Dritter auf den Kampfplatz und ruft: Höret die Wahrheit! Hyksos sind die Juden, die Aegypten überschwemmten und, da ihnen kein Widerstand von den plötzlich überfallenen Bewohnern geleistet werden konnte, das Land bezwangen, die Städte unterjochten und dieselben in ihrem Besitz behielten, bis man sich endlich ermannte und sie vertrieb. Nein, sie sind ein äthiopischer Stamm, unterbricht ihn der Vierte, heimatlose Flüchtlinge, die, von Furcht und Schrecken getrieben, auf der Erde hernmschweiften und in ihrer unersättlichen Gier Länder plünderten und verwüsteten. Woher Hütte sie denn gerade, bemerkt ein Fünfter, wenn sie wirklich Hyksos wären, ihr Weg nach Aegypten geführt; es standen ihnen doch noch so viele andere Länder offen! Nachkommen der Aegypter sind sie, die sich zusammenscharten und dann auch, als sie mit Anssatz behaftet wurden, zusammen des Landes verwiesen wurden. Und endlich schleicht noch ein Sechster hinzu und wagt die schüchterne Bemerkung: Nicht doch, ihr Lieben, wie ihr verfahrt, das ist nicht der rechte Weg. Wollt ihr den Ursprung dieses Volks erforschen, so nützt euch der Name Juden nichts, dazu müßt ihr den Namen der Hauptstadt ihres Landes Jerusalem (Hierosvlyma) betrachten. Er legt ja unleugbares Zeugniß ab, daß sie Abkömmlinge sind der alten Solymer, jenes kräftigen, mächtigen, in Homer's Gesängen gepriesenen Volks. Einer Widerlegung dieser Meinungen bedarf es nicht: sie sind meistens so gesucht, daß auch ihr Ursprung völlig unerklärlich erscheint. Aber jedenfalls theilen die meisten dieser Schriftsteller, mögen sie auch in Betreff des Ursprungs der Juden noch so verschiedener Meinung sein, die Ansicht, daß dieselben von ihrem Heimatlande nach Aegypten ausgewandert seien; und alle, denn mit dem ersten Punkt können sich natürlich die nicht einverstanden erklären, die den Juden einen ägyptischen Ursprung zuschreiben wollen, stimmen darin überein, daß sie in g d. Schriftsteller d. Alterthums. 105 diesem Lande sich lange aufgehalten haben. Freilich widerspricht ihre Erzählung der der Bibel in einem wesentlichen Punkt. Während nämlich diese, wie bekannt, erzählt, daß die Israeliten, denn mit diesem Namen wird das Volk bis zur Zeit des zweiten Tempels benannt, nachdem Pharao, der den Joseph zu Macht und Glanz erhoben hatte, gestorben war, von dem auf ihn folgenden neuen Herrscher, der die Verdienste Joseph's nicht kannte oder vielmehr nicht kennen, nicht anerkennen wollte, mit schwerer Frone, mit drückender Arbeit belastet wurden, erzählen jene wie aus einem Munde, daß das jüdische Volk (denn der Name Israeliten ist ihnen vollständig unbekannt; manche Schriftsteller erwähnen sie unter dem Namen Hebräer) in Aegypten das herrschende gewesen sei, eine Meinung, die wol dadurch entstanden sein mag, daß sie die kurze Herrschaft Joseph's noch lange Zeit auf dessen Nachkommen übertrugen. Wir wollen nun im Nachstehenden die Berichte dieser Schriftsteller, die, wenn sie auch alle die Eigenschaft theilen, daß sie von dem biblischen Bericht abweichen, doch in der Art dieser Abweichung mannichfache Verschiedenheit haben, zu geben versuchen. Manethon erzählt, „der König Memphta'ch habe beschlossen, um die Gnade der Götter zu erlangen, das Land von allen aussätzigen und unreinen Menschen zu säubern." Woher die Bezeichnung von Aussätzigen und Unreinen für das ganze israelitische Volk stammt, ist nicht ganz erklärt. Mir scheint folgender Grund einige Wahrscheinlichkeit für sich zu haben. Die zehn Plagen, die nach der Bibel die Aegypter, d. h. die Herrschenden, die Bedrücker der Israeliten, aus welchem Grunde, ist hier Nebensache, befallen, mußten auf naturgemäße Weise, wenn den Schriftstellern des Alterthums überhaupt bekannt, von ihnen wiederum auf das herrschende Volk, und das sind nach ihnen die Juden, übertragen werden. Diese *) Denn so ist nach Tuncker („Geschichte des Alterthums", I, 104) das im griechischen Text stehende Amenophes zu ändern.

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