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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-11-01 · Heft 2 (November 1865) · p. Seite 81

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 2 (November 1865)
Date
1865-11-01
Page
Seite 81 (sequence 1)
Language
German
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Miütmte MonMeKe für die gesammten Interessen des Iudenthurns. November 1865. Arnold Wberg'Z NerlW in Men. II. Band. 2. Heft. Inhalt: Der Schlüssel. Erzählung von Eduard Lulke. (Fortsetzung.) — Adolf Sonnenthal. Von L. p. (Mit Illustration.) — Juden und Judenthum nach der Auffassung der Schriftsteller des Alterthums. Von Ludwig Geiger. (Schluß.) — Der Talmud. Ein Vortrag von vr. Tobias Cohn, Rabbiner zu Potsdam. — Josuah läßt die Sonne stillestehn. Nach einer Federzeichnung des Rudolf Lasage. (Illustration.) — Jüdische Dichterklänge aus altrabbinischer Zeit. — Der ehemalige „Leichenhof der Juden" in Nürnberg. Von H. C. L. Sriegieb, königl. baierscher Custos. -- Salomon Ullmann. (Mit Illustration.) — Traum und Wirklichkeit. Von Alfred Teniers. (Gedicht.) — Literatur. Biblische Stoffe in der neuen deutschen Dichtung. H. — Samuel Holdheim. — Das Judenthum und seine Geschichte. — Briefwechsel zwischen Rahel und David Veit. — Kritische Anzeigen. Israel törtenete. — Biblische Geschichte. — Bibliographie. — Blicke aus der Zeit in die Zeit. Zur Judensrage in Ungarn. Social - politische Briese eines ungarischen Patrioten. Mitgetheilt von M. Ehrentheil. — Chronik. Zur Tagesgeschichte: Personalnachrichten. — Literatur, Buchhandel und Presse. — Theater. Ver K-ctzlUZZN. Erzählung Eduard Kulke. III. Nathschlägr. Felix war krank. Er verfiel in ein Fieber, welches durch die Aufregung der geschilderten Vorgänge verursacht wurde. Er phantasirte; aber aus den zusammenhanglos ausgestoßenen Wörtern, die seine erhitzte Einbildungskraft bewirkte, vermochte man nicht klug zu werden. Die Mutter und der herbeigeeilte Arzt saßen an: Krankenbett und beobachteten sorgfältig jede Regung; endlich schien ein erquickender Schlaf einzutreten. „Es muß etwas vorgegangen sein," sagte der Arzt, „was auf den Knaben einen großen Eindruck gemacht hat. Mir scheint, er ist zu viel sich selbst überlassen." „Darin können Sie recht haben, Herr Doctor!" erwiderte die gute Frau" „Ich und mein Mann, wir haben ihn von der frühesten Kindheit an nicht im g'ringsten eingeengt. Er ist auch gar nicht wie andere Kinder. Ich Hab' (Fortsetzung.) 'mich immer gewundert, wenn ich gese-! hen Hab', was andere Mütter mit der Erziehung ausstehen; von einer solchen Erziehung weiß unser Felix nichts. Man kann mit ihm sprechen wie mit einem Erwachsenen. Ich habe niemals zu sagen gebraucht: Felix, das darf nicht sein, oder: Felix, das ist unartig, — wie ich das in andern Häusern häufig gesehen habe. Er weiß alles von selbst, was sich schickt und ivas sich nicht schickt, es ist grad', als ob es mit ihm auf die Welt gekommen wäre. Das Kind hat uns unser Leben noch keinen Verdruß gemacht." „Er hat Ihnen vielleicht darum keinen Verdruß gemacht, weil Sie ihm alles nachgegeben haben. Soviel ich ihn kenne, ist er etwas eigensinnig", sagte der Arzt. „Eigensinnig?" entgegnete die Mutter, „kann sein; aber er setzt sich niemals etwas in den Kopf, ivas man ihm nicht gewähren könnte. Ich kann mich nicht erinnern, daß er jemals etwas Unmögliches verlangt hätte." Hilberg's Jllustrirte Monatshefte. II, 2. — November 1865.

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