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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-10-01 · Heft 1 (Oktober 1865) · p. Seite 79

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 1 (Oktober 1865)
Date
1865-10-01
Page
Seite 79 (sequence 84)
Language
German
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Zur Tagesgeschi chte. 79 zu setzen. Der Verfasser, der wol andere Begriffe von redactionellen Befugnissen haben mochte, verlangte jenen Passus berichtigt. Hr. Szanto that dies bereitwilligst, jedoch gebrauchte er die löbliche Vorsicht, den Titel der Monatshefte wieder nicht zu nennen. Dafür war er so freundlich, das kleine Häuflein seiner Abonnenten mit einigen interessant sein sollenden Mittheilungen zu beglücken. Er meint nämlich, daß ihm und „in allen Kreisen, in welchen er sich bewegt", die ganze Monatsschrift, bis auf Namen und Titel, bis auf den heutigen Tag fremd war; daß ihm, dem Redacteur eines jüdischen Blattes, die Existenz eines solchen Rivalen unbekannt war, und daß er noch in keinem gelesenen jüdischen Blatte denselben erwähnt fand, findet er sehr bezeichnend für unsere Publicistischen Zustände. Auch wir! Man denke sich einen Redacteur wie Hrn. Szanto, der nicht nur nicht von der Existenz des nun verbreitetsten jüdischen Organs Notiz nimmt, der nicht einmal die gelesenen jüdischen Blätter (von andern sprechen wir gar nicht) liest, wie das seine Schlußbehauptung darthut! Aber das wäre auch zu viel für einen Mann, dessen gehäufte Arbeiten es ihm unmöglich machen, selbst sein eigenes Blatt zu lesen, denn selbst in diesem waren unsere „Jllustrirten Monatshefte" annoncirt. Wir drücken Hrn. Szanto zu dem „geistigen Armuthszeugniß", welches er sich mit diesen Zeilen ausstellte, unser Beileid aus! Er erkundigte sich nun „gewissenhaft" bei „Theologen" und „jüdischen Gelehrten", und niemand wollte auch nur den Namen des Redacteurs jemals gehört haben. „Einige erinnerten sich wol, vor einigen Jahren einen Buchhandlungscommis dieses Namens gekannt zu haben, andere wußten, daß ein Realschüler, der noch vor sehr kurzer Zeit*) in der Schulbank saß, so geheißen habe, aber von einer scientifischen Eapacität, die geeignet wäre, an der Spitze eines literarischen Unternehmens dieser Art zu stehen, wollte niemand Kunde haben." Nun weiß Hr. Szanto nicht, „da er in der Naturgeschichte der Buchhandlungscommis nicht sonderlich beschlagen ist", ob jener „Realschulknabe" und dieser „Redacteur", jener „Ladenjunge" und dieser „Literatenchef" identische Persönlichkeiten sind. Wir beeilen uns, Hrn. Szanto von seinen Zweifeln zu befreien und ihm, für die freundliche Veröffentlichung biographischer Daten aus dem Leben des Hrn. Arnold Hilberg dankend, zu versichern, daß. obige Persönlichkeiten in der That identisch sind. Wir sind leider nicht in der Lage, ihm diesen Liebesdienst zu. vergelten, da wir die Leute, die ihn in der Schulbank sitzen, Jeschivah- Bocher, Rabbinatscandidat, Hofmeister oder dergleichen sehen werden, nicht kennen; wir bezweifeln auch nicht, daß es unter diesen Personen gegeben, die Hrn. Szanto für „eine scientisische Eapacität, geeignet an der Spitze eines *) Mit der Logik scheint nach dieser Zusammenstellung Hr. Szanto auch in nicht sonderlich intimem Verhältniß zu leben. literarischen Unternehmens zu stehen" hielten, sind aber bestens überzeugt, daß mit jedem Freitag, an welchem Tage Hrn. Szantö's bedruckte Löschpapierbogen ihre Reise in die Welt machen, die Zahl dieser Gläubigen — sie war nie groß — gewaltig zusammenschrumpft. Wir wissen ferner positiv, daß Hr. Simon Szanto, der Lehrer, und Hr. Simon Szanto, der Redacteur, identische Persönlichkeiten sind. Es gibt nämlich Leute, die diese Identität nicht für möglich halten; ihrer Meinung nach kann ein Lehrer nicht einer gewissen jugendlichen Zunft angehören, deren Mitglied wieder ihrer Meinung nach der Redacteur der „Neuzeit" nothwendig sein muß. Wir treten dieser Ansicht, die nicht die unsere ist, energisch entgegen und constatiren, daß Hr. Szanto schon durch sein Alter verhindert ist, dieser ehrenfesten Gilde anzugehören. Hr. Szanto duldet nicht nur keine jüdische Zeitschrift neben der „Neuzeit", er duldet auch keine „scientifische Eapacität" neben sich; als die „Neuzeit" noch in den Windeln lag, sprach in ihr Hr. Szanto geringschätzig von „solchen Leutchen wie Zunz und Philippson", Leute, die vermutlich nicht das Glück haben, von Hrn. Szanto und „in den Kreisen, in welchen er sich bewegt", gekannt zu sein. Wer aber meinen sollte, daß solche „Kreise" erwähnter Zunft nicht sonderlich fern stehen dürften, der irrt: Hr. Szanto und Leute, deren Prototyp er ist, stehen über andern Menschenkindern in unerreichbarer Höhe; diese Höhe hinan gelangt nicht der Ruf persönlicher Berühmtheit; was Wunder also, daß dort Philippson und Zunz nicht gekannt sind, dort wird kein Blatt außer dem selbstredigirten gelesen; was Wunder, daß dort die „Jllustrirten Monatshefte" nicht gekannt sind; dort wird kein Verdienst anerkannt; um dort zu gelten, muß man eine arrogante Null seirr; nimmt man jenen Leuten die Arroganz, so bleibt eine trostlose Leere oder, wenn es hoch kommt, Schmuz und D...k, in welchem wir Hrn. Szanto und seine „Neuzeit" nun lassen. Theater und Musik. Prof. Sulzer's Oper, „Die Neapolitanerin", ging in Prag mit vielem Erfolg über die Bühne. Merthurnsknnde. Hr. C. Schick veröffentlicht im „ Ausland" (S. 908) folgenden Bericht über die von ihm aufgesuchte Gihonquelle zu Jerusalem. „Ungefähr zehn Minuten vom Jaffathor entfernt, in den obersten Anfängen des Thals Gihon oder Hinom und hart am' Jaffaweg, befindet sich eine Stelle, wo Felsblöcke liegen. Man hat dieselben für lebendigen Felsen gehalten, der aus dem Erdreich herausschaue, wie das um Jerusalem herum vielfach der

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