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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-10-01 · Heft 1 (Oktober 1865) · p. Seite 69

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 1 (Oktober 1865)
Date
1865-10-01
Page
Seite 69 (sequence 74)
Language
German
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Grün und Roth. 69 auch keine Vaterlandsliebe. Ihn kümmern die Ideen zur Beförderung der Humanität wenig. Der von den Juden ersehnte Messias heißt Mammon, und das Weltreich der Juden wird die Geldherrschaft sein. Nachdem der Verfasser den Juden alle diese Komplimente gemacht hat, fragt er ganz naiv: „Uebertreibe ich?" Da ihm, als er selbstzufrieden diese Frage niederschrieb, wahrscheinlich niemand mit „Ja" oder „Nein" geantwortet, so fährt er in seinen Becomplimentirungen fort. Das Streben der Juden geht nach der Weltherrschaft. Ja der Jude ist schon der unerbittliche Gläubiger des Christen und treibt seine große Forderung executiv ein durch — die Presse. Hiermit meint der Verfasser, habe er das Wichtigste bezeichnet. Die Tagespresse ist im fast ausschließlichen Besitz der Juden. Das Eifern klerikaler Blätter gegeu die jüdische Presse schadet mehr, als es nutzt; gegen die jüdische Presse muß einzig und allein vom Humanitären Standpunkt aus geeifert werden. Das Wesen der jüdischen Presse besteht in der Negation, in dem dem Juden angestammten Geiste der Zersetzung. Er liebt nicht, und so ist es ihm nicht um das Glück der Menschen zu thun. Dem Juden ist Patriotismus eine Phrase, weil er kein Vaterland hat und keins will. Ja die christliche Presse ist schon so sehr verjudet, daß ein wesentlicher Unterschied kaum noch erkenntlich. Was soll daraus werden, wohin soll dies führen? Es ist nicht abzusehen; der Denker mag es sich selbst sagen, falls seine Denkkraft sich steigert bis zur Divination. Da der Verfasser die Gefahr der Verjudung ohne Zwang, ohne Gewaltmittel beseitigt sehen möchte, so schlägt er, wie früher gesagt, vor, die Mischehe zwischen Juden und Christen ohne alle Beschränkung freizugeben. Für einen so freisinnigen, humanen, aus dem Geiste der echten, wirklichen Liebe — die kein Papiergeld, sondern klingende Münze ist — erzeugten Vorschlag kann man dem Verjudungs- Verfasser nur aufrichtiges Lob zollen. wie sehr man über seine sonstigen Späße auch lachen mag. Auf eine Widerlegung dieser Späße einzugehen, wird man hoffentlich mit uns für überflüssig halten; genug, wenn sie zur Belustigung und Erheiterung des Publikums das Ihrige beitragen. Was sollte man dem Verfasser auch erwidern? sollte man ihn etwa um die Adresse seines Schneiders fragen, um sich dort seine Kleider nach der neuesten Mode und im elegantesten Geschmack anfertigen zu lassen? Sollte man sich über den Verlust der Schweinebraten betrüben, die eine jüdische Tafel nicht zieren dürfen, oder sollte man ihn zu einem Besuch ins Hotel „Ehrmann" (in Wien) einladen, um sich vom Verfasser daselbst in der Kunst zu essen unterrichten zu lassen? Sollte man einen simpeln Christen zu einer öffentlichen Disputation herausfordern, um zu sehen, wessen Verstand am Ende Sieger bleibt? Wenn der Verfasser selbst ein Christ ist — und er ist doch sicher nicht der simpelste — so hat er ein solches geistiges Turnier durch seine Broschüre bereits überflüssig gemacht; denn sie ist zwar sehr verständlich, aber keineswegs verständig; oder wie, sollte der Verfasser ein verkappter Jude und seine Broschüre eine Illustration zu seiner Behauptung sein? sollte er mit seiner Darstellung die Absicht verbunden haben, sogleich den Beweis zu liefern, daß dem Juden zu einer verständigen Broschüre der Verstand fehlt? Am besten ist noch der Rath, den er den klerikalen Blättern und somit Schriftstellern von der Sorte des berühmten Sebastian erlheilt. Sonst wüßte man ihm eigentlich wirklich nichts zu sagen. Aber halt — doch noch zwei Punkte, und damit sei die Sache unsererseits erledigt. Was fürchtet der Verfasser? — die Geldherrschaft. Was veranlaßt diese Furcht? — die Wahrnehmung, daß das Geld in unserer Zeit bei Christen und Juden eine so große Rolle spielt. Nun fragen wir einfach: Ist die Geldsucht im nationalen Charakter des Juden begründet, liegt sie in seinem Blut oder nicht? Im ersten Fall hat der Verfasser gar nichts zu befürchten; seine

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