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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-10-01 · Heft 1 (Oktober 1865) · p. Seite 45

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 1 (Oktober 1865)
Date
1865-10-01
Page
Seite 45 (sequence 50)
Language
German
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Der Messiasglaube. 45 mannichsachen Zweigen ihrer Thätigkeit finden in den gastfreundlichen nnd hochgestellten Familien Anerkennung und Unterstützung; gar manche bedeutende Werke der Neuzeit hätten nicht leicht das .Vicht des DggcS ohne jene kräftige Mithülfe erblickt. Baron James hat die Freude, in seinen Kindern dieselbe Richtung vertreten zu seheil; weit entfernt nach dem Muster so mancher, welche Verhältnisse und Ereignisse plötzlich emporgehoben haben, stehen seine Söhne fortwährend an der Spitze nicht nur des bedeutenden Geschäftshauses, das sie iil Ehren fortzuführen bestimmt sind, sondern die verschiedenen Zweige der öffentlichen Verwaltung und Vertretung der Gesammtheit Israels in Bethaus und Schule, in Wohlthätigkeit und thätiger Entwickelung, zählen sie zu den hervortretenden und thätigen Mitgliedern. So hat Herr von Rothschild die Freude, in vorgerückten Jahren die Früchte seines thatenreichen und glücklichen Lebens um sich entwickelt zu sehen, und findet er in dein Innern seines schönen Hauses in der anmuthigen und geistreichen Frau, die ihm Gott schenkte, die liebevolle Heranbildnerin alles Guten lind Schönen, so erblickt er in seinem Nachwuchs jene kräftigen Zweige, die nach den Worten des königlichen Sängers in Gottes Hause gepflanzt sind; und so wollen wir denn mit jenem Wunsch schließen, der vielleicht dem würdigen Mann nicht unangenehm sein wird, lange zu leben, ohne alt zu werden. Der MesLMMbe. Von Der Messiasglaube ist eine dem Zudenthuin grtnldsätzlich innewohnende Idee, welche, ohne dasselbe wesentlich zu beschädigen, von ihm nicht anfgegeben und getrennt werden kann. Es läßt sich nicht leugnen, daß diese Idee trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer großen Bedeutung den Bekenner» des Judenthums ebenso viel Heil als Unbeil bereitet hat. Davon gibt die Geschichte des Judenthums hinreichend Zeugniß lind Beweis. Geben wir uns zunächst einmal Rechenschaft über die Bedeutung dieser Idee. Wie mit so vielen seiner Ideen, steht das Judenthum auch mit dieser in Opposition zur alten heidnischen Welt. Nach dem Allgenschein urtheilend, welcher den Menschen lehrte, daß alles Irdische unvollkommen und vergänglich sei, glaubte man, daß die von den Göttern geschaffene Welt, der göttlichen Idee entsprechend und in Uebereinstim niling mit der eignen Vollkommenheit der Götter ursprünglich vollkommen ge wesen sei, aber infolge ihrer eigenen, demStoff, woraus sie geschaffen worden, anklebenden Natur diese Vollkommenheit nicht bewahrt habe. An sich einst höchst vollkommen, gehe die Welt daher im ganzen, wie auch im einzelnen dem allmählichen Verderben und Untergang entgegen. Dies drückte das Alterthum durch das ursprüngliche „goldene" Zeitalter aus, dem das „silberne" und „eherne" folgten oder folgen sollten. Ganz anders das Jndenthnm. Dieses lebrte schon Moses auf dem erstell Blatt seiner heiligen Urkunden in der Scböpsungsge schichte lGen. t,?!I» „und Gott sab, daß alles, was er gemacht, sehr gut sei." Gott hatte auch nacb jüdischer Vorlind Darstellung von der Sck'ö pfung der Welt nicht einen ewigen Ür stoff, „Hvle", vorgefunden, aus welcbem, nach der Vorstellung der Heiden, Gott die Welt so gilt gebildet habe, wie die Eigenschaften des Urstoffs — welcbe also die Allmacht lind Güte Gottes beschränkten — es zuließen. Sondern Gott hat die Weit aus dem „Nichts" bervorge rufen wie es sofort das erste Wort der Bibel lebet l Gen. 1, ls: ,^Jm Anfang scbns Gott den Himmel und die Erde." Die Schöpfung der Welt ist also von Anfang an so gut gewesen, nicht wie Gott gekonnt, sondern gewollt hat, freilich nick» den Stempel der Vollkommenheit von vornherein an, aber die Möglichkeit einer Entwickelung dazu in sieb tragend. Diese Entwickelungssähigkeit gibt die biblische Urkunde in dem letzten Wort ibres Scböpsungsbericklts zu er- 451

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