Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1865)
- Date
- 1865-10-01
- Page
- Seite 44 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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44 JUustr. Moxatsh. für die ges. Interessen des Judenthums. nie, wenn auch nicht lärmend, verabsäumt, für die hintangesetzten Rechte seiner Glaubensgenossen mit Wärme und Würde aufzutreten, die nicht immer ohne Wirkung blieben. In den Verhandlungen mit den höchsten geistlichen und weltlichen Mächten haben sowol er als seine Söhne, sobald sie das Alter dazu hatten, ihre Stellung benutzt, um den Einfluß, den selbe ihnen verschaffte, zur Verbesserung der Verhältnisse in gar manchen Fällen zu verwenden; und selbst in Frankreich, wo, Gott sei Dank! schon längst alle großen Fragen gewonnen und gelöst sind, waren die persönlichen Beziehungen der verschiedenen Mitglieder nicht unnütz, um gar manche Schwierigkeiten, deren Lösung nicht den Gesetzen, sondern dem Leben anheimgestellt ist, zu entfernen. Auch fand ein ähnliches Wirten, das sich ein ganzes Menschenleben hindurch erstreckte, seine Anerkennung, die sich .endlich den LN. Mai 185L bei der Einweihung des Hospitals Rothschild den Tag nach dem Wochenfest den passendsteil Weg verschaffte, um in Gegenwart aller Minister, wie der höchsten Staatsbeamten, der Gemeinde in der Person der ausgezeichnetsten Männer sowie der elegantesten Damen, umgeben von wenigstens 5—6000 Menschen, in dem Garten und der Synagoge jener prachtvollen Humanitätsanstalt seine Gefühle auszudrücken. Ober-Rabbiner sowie Präsident des Consistoriums und der Wohlthätigkeitsanstalten, Minister und Dichter, Alle eisern um die Wette, um dem Ehrenmann und seiner wohlwollenden Familie den öffentlichen Dank für seine Wohlthaten und sein der Gesammtheit so nützliches und erfolgreiches Leben auszusprcche»; seine Büste, voll einem jüdischeil ftünstler, Adam Salonion, verfertigt, wird enthüllt, eine aus den festlichen Tag Bezug habende Medaille wird überreicht, und Baron Rothschild antwortet in folgenden Worten, die am besten den würdigen Mann und sein gutes Herz schildern: „Meine Herreil! Tiefgerührt von den wohlwollenden Worten, die Cie an mich und Frau von Rothschild richten, betrachten wir es als eine heilige Pflicht, das Unglück zu mildern, den Leidenden zu Hülfe zu kommen, lind finden die süßeste Befriedigung in jener Anerkennung, die Sie mir gewähren wolle», und der ich einen so hohen Werth beimesse. — „Die wahre Bestimmung, die uns Gott auf Erden zutheil werden ließ, ist die, uns wechselseitig eine hülfreiche Hand zu leisten; deshalb bin ich auch heute so glücklich, init Ihnen dies Haus einzuweihen, das, eine Zuflucht für Leiden und Schwäche des Alters, ein wahrhaftes Gotteshalls, an dessen Errichtung wir alle zusammen gearbeitet haben, in seiner Bestimmung, unsere Armen zu stützen, zu gleicher Zeit allen jenen geöffnet ist, deren Leiden einer unmittelbaren Hülfe benöthigt. „Möge der göttliche Schutz des Allmächtigen über das Haus sich erstrecken und segnen Ihre barmherzigen Bemühungen, indem sie zur Gesundheit jenen verhelfe, die sie unter diesem gastfreundlichen Dach aufsuchen. Mögen Sie in Ihrem Herzen, in der Befriedigung des Guten, das Sie geleistet, den süßesten Lohn empfangen. „Noch einmal meinen aufrichtigen Dank Ihnen allen, meine Herren, die Sie mich zu dieser Feierlichkeit entladen wollten, die ich auch tief in mir bewahren werde; meine innige Erkenntlichkeit Ihnen, Herr Minister, Herr Prüftet, Herr Bürgermeister, die durch Ihre persönliche Gegenwart ein so hohes Zeugniß von jener fortwährenden Sorgfalt und jener erleuchteten Theilnahme ablegen wollten, welche die Regierung allen Anstalten zutheil werden läßt, welche die Bestimmung habe», das Unglück zu unterstützen." — llnd jene Worte des Biedermanns blieben nicht ohne Erfolg; seit 13 Jahren gewann diese Anstalt an Festigkeit und Ausdehnung; frohe wie trübe Ereignisse dienten dazu, den Wirkungskreis zu erweitern und für die menschlichen Leiden nach Verschiedenheit des Alters und Geschlechts, Milderung und Linderung z» verschaffen. — Auf diese Weise trachtet das Haus Rothschild in! Paris seinen Wirkungskreis zu erweitern. Lnnst und Wissenschaft in den