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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-10-01 · Heft 1 (Oktober 1865) · p. Seite 25

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 1 (Oktober 1865)
Date
1865-10-01
Page
Seite 25 (sequence 30)
Language
German
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Juden u. Judeuthum »ach d. Auffassung d. Schriftsteller d. Alterthumv. 25 den Magiern (lib. III. 0.), ans die Juden beziehen wollen und gesagt,' Plato habe mit den jüdischen Lehrern Umgang gepflogen und dadurch viele Meinungen derselben in seine Philosophie ausgenommen. Aber die merkwürdigste Stelle in dieser Hinsicht bleibt immerhin ein Bericht des PliniuS: „Es besteht eine Partei der Magier, die von Moses, Jannes und Lotapea ihren Ursprung ableiten" (lib. XXXI. e. I). Jannes und sein sonst stets mit ihm zusaiumengeuannter Genosse Jambres sind zwei mythische Persönlichkeiten. Sie sollen die ägyptischen Janberer gewesen sein, die, wie die Bibel uns erzählt, gegen Moses auftraten und die ersten Wunder, mit denen er seine göttliche Sendung beweisen wollte, wiederholten. Das Targum Jonathan zu dieser Stelle «2. Mose, 7, II > lautet: „Pharao rief die Weisen und Jeichendeuter Aegyptens, und unter ihnen waren auch Jannes und Jambres/"I Bon ihnen wird ferner erzäblt, daß sie dem König die Geburt des Moses vorherverkündet, und dadurch den Befehl, daß die neugeborenen jüdischen Kinder männlichen Geschlechts ins Wasser geworfen werden sollten, hervorgernfen hätten; sie sollen die zwei Knaben des Bileam gewesen sein, die ihn auf seiner Reise zu Balak begleiteten; unter den 3000 Mann, die an einein Tage in dem Volk von der Seuche getödtet wurden, werden wieder sie verstanden, weil sie „so viel galten als 3000 Menschen" (8i>Imr Xuw. t'ol. 00, eol. Und diese Personen oder wenigstens eine derselben — wer der von Plinius ferner angeführte Lumpens ist, weiß ich nicht zu erklären — bringt dieser Schriftsteller mit Moses zusammen ats Begründer einer, und wie zweifelsohne darunter zu verstehen ist, jüdischen Magierpartei zusammen; Wahrscheinlich auf diese Stelle gestützt, spricht der Apostel Paulus von „Jannes und Jambres", die dem Moses feindlich gegenüber traten (2 Brief an Tim. 2, 38), was dann auch Eusebius, t'ruopar. svangelioa IX., mittheilt. '"I Bergt, dazu Geiger: Urschrift und Uebersetzungen der Bibel u. s. w., S. 474. das ist allerdings eine starke Raivetat oder eine erasse Unwissenheit. Sv haben nur uns denn mit Mühe durcb die mannichsachen Jrrthümer in Bezug auf jüdischen Glauben, Sitten und Gebräuche hindurchgearbeitet, und so ist es uns denn zum Scbluß vergönnt, doch auch behaupten zu können, daß der wesentlichste Unterschied des Judenthums von den alten Religionen, der Glaube an den einzigen, heiligen Gott, den Schriftstellern des Alterthums nicht unbekannt und von ihnen nicht un erwähnt geblieben ist. Mit Staunen und Bewunderung erwähnen sie alle, mit einziger Ausnahme Plutarch's, dieses erhabene, von den Juden mit der rein sten Glut des Herzens umfaßte Bekenntnis;; mit Staunen und Verwunderung müssen wir aber auf sie blicken, wie dieselben Männer den Gottesglaubeu und wenige Zeilen nacbher die Eselverehrung als Lehren des Judenthums hinstellen konnten; das bleibt ein ungelöstes Räthsel. Halten wir aber fest an den schönen Worten des Tau tus: „Die Juden denken sich nur im Oleine lind nur ein einziges, göttliches Wesen; es seien Sünder, welche Bilder von Göttern aus vergänglichem Stoff in Menschengestalt hervorbrüchten; das höchste, ewige Wesen könne nicht abgebildet werden und nicht vergehen!" tz Schluß folgt.) S. I. Mosknthzl. Eine Studie von Eduard knlkk. Wenn mau in Wien durch die Wipplingerstraße über die Hohe Brücke .geht, so kann man Rr. 20 von dem im Hausthor stehenden Portier erfahren, daß sich die Bibliothek des Unterrichtsministeriums im ersten Stock über dem! Gang links befindet. Wir Haben in Oesterreich keinen Uuterrichtsminister, aber eine Bibliothek des Unterrichtsministeriums haben wir, wie der Leser sieht, doch. Begibt man sich um die Mittagsstunde der Weisung des Por-

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